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Knete selber machen: 4 Vorteile, 4 Tipps & 3 Rezepte

Mit Knete zu spielen ist eine entwicklungsfördernde Beschäftigung für Kinder. Stellst du die Knete selbst her, weißt du genau, womit dein Kind spielt. Du musst keine Schadstoffbelastung fürchten. Drei Rezepte zum Knete selber machen mitsamt Tipps für DIY-Knete, bekommst du hier.

Knete ist knallbunt und macht Spaß. Außerdem hat sie großen pädagogischen Wert. Das Spielen mit Knete fördert bei kleineren Kindern die Motorik. Bei größeren Kindern wird die Kreativität und die Fantasie angeregt. Untersuchungen von Ökotest zeigen jedoch, dass handelsübliche Knete mit Schadstoffen belastet ist. Die Lösung: Knete selber machen.

Schadstoffbelastung handelsüblicher Knete

Schadstoffbelastung handelsüblicher Knete

Knethersteller müssen die Inhaltsstoffe ihrer Produkte nicht auf den Verpackungen angeben. Natürlich müssen diese sich im gesetzlichen Rahmen bewegen. Doch Untersuchungen von Ökotest zeigen, dass einige Kneten mit Schadstoffen belastet sind. Darunter auch einige Produkte von bekannten Markenherstellern.

Schadstoffbelastung ist bei Kinderspielzeug besonders besorgniserregend. Kinder erleben Dinge gern mit all ihren Sinnen und nehmen Spielzeug auch mal in den Mund oder reiben sich mit ihren Knethänden in den Augen. So können Schadstoffe über die Haut oder die Schleimhäute in den Körper gelangen.

Zudem ist Knete im Vergleich zu anderen Spielzeugen besonders leicht zu verschlucken. Vermarktung von Knete als Küchenspielzeug animiert Kinder zusätzlich dazu, auch mal den Geschmack der Knet-Pizza zu testen. Landet die Knete im Magen eines Kindes, wird sie dort verstoffwechselt und man weiß nicht welche Auswirkungen die Schadstoffe dann auf den Organismus haben.

Öko-Test untersuchte im Jahr 2020 eine Vielzahl verschiedener Kneten. Darunter auch einige Markenprodukte. In der Mehrzahl der getesteten Produkte fand Ökotest einen oder mehrere der folgenden Schadstoffe.

Formaldehyd

Schadstoffe in Knete

In einigen Kneten bekannter Hersteller konnte Ökotest Formaldehyd nachweisen. Formaldehyd ist ein krebsverdächtiger Stoff, der die Schleimhäute reizt.

Spielen Kinder mit Knete, haben sie direkten Hautkontakt mit den Stoffen. Wenn sie sich anschließend mit den Händen in den Augen reiben oder sich die Finger in den Mund stecken, gelangt das Formaldehyd direkt an die Schleimhäute.

Mineralölrückstände (MOAH)

Neben Formaldehyd fand Ökotest in der Mehrzahl der getesteten Kneten Mineralölrückstände. Diese können ebenfalls krebserregend sein, wenn sie in den Organismus gelangen. Die Aufnahme kann nicht nur durch den Verzehr oder das Verschlucken erfolgen, sondern auch durch Kontakt mit der Haut.

Borsäure

Neben Formaldehyd und Mineralölrückständen wurde auch Borsäure in Knete nachgewiesen. Bor beeinträchtigt die Fruchtbarkeit. Die ermittelten Bor-Werte lagen allerdings innerhalb der gesetzlich erlaubten Grenzwerte und stellen keine akute Gefahr da. Dennoch ist fraglich, ob solch schädliche Stoffe überhaupt in irgendeiner Weise in Kinderspielzeug zu finden sein sollten.

Vorteile von Knete selber machen

Darum solltest du Knete selber machen

Der große Vorteil selbstgemachter Knete ist, dass sie aus natürlichen Zutaten besteht und Eltern sich keine Sorgen über eine mögliche Schadstoffbelastung machen müssen. Doch neben diesem Vorteil bietet selbstgemachte Knete noch weitere.

Sicheres Spielzeug

Inhaltsstoffe handelsüblicher Knete müssen nicht auf der Verpackung angegeben werden. Eltern müssen sich darauf verlassen, dass die Unternehmen verantwortungsvoll handeln.

Stellst du Knete selbst her, weißt du was drin ist und womit dein Kind genau spielt. Selbstgemachte Knete besteht aus natürlichen Zutaten und ist theoretisch sogar essbar. Durch den hohen Salzgehalt ist allerdings auch der Verzehr selbstgemachter Knete nicht zu empfehlen.

Kinder sollten also auch mit selbstgemachter Knete nicht allein gelassen werden. Allerdings musst du dir gegenüber handelsüblicher Knete weit weniger Sorgen machen, wenn doch mal etwas der selbstgemachten Knete im Mund deines Kindes landet.

Preis

Stellt man Knete selbst her, weiß man nicht nur was drin ist, man schont außerdem den Geldbeutel. Die benötigten Zutaten für Knete sind sehr günstig. Zum Vergleich: 1,5 kg des beliebten “Play Doh” von Harsbo kosten um die 15 Euro. Dieselbe Menge selbstgemachter Knete kostet lediglich zwei bis drei Euro. Du musst auch nicht befürchten, dass du das ersparte Geld in Form von Zeit in selbstgemachte Knete investieren musst. Knete selbst herzustellen dauert maximal zehn Minuten.

Nachhaltigkeit

Schadstoffe belasten nicht nur den menschlichen Körper, sondern auch die Umwelt. Selbstgemachte Knete hingegen ist biologisch abbaubar. Du kannst sie einfach im Biomüll entsorgen.

Spaß

Nicht nur das Spielen mit der Knete bringt Spaß. Auch das Herstellen selbst ist so einfach, dass es gemeinsam mit den Kindern erfolgen kann und bereits zur gemeinsamen Familienunterhaltung dient. Weitere Ideen für garantierten Bastelspaß mit deinen Kindern findest du hier.

Knetteig selber machen

Knetteig selber machen

Knete selber zu machen geht ganz einfach. Benötigt werden nur wenige Zutaten, die meist sowieso im Vorratsschrank zu finden sind. Von den Zutaten erinnert dich die Masse vielleicht an Salzteig, aus dem gern Dekoration wie Weihnachtsschmuck selbst gemacht wird.

Der Unterschied zwischen Knet- und Salzteig ist nur ein kleiner, aber bedeutender. Für die Knetmasse wird kochendes, für den Salzteig hingegen kaltes Wasser verwendet. Das sorgt dafür, dass die Knete länger weich bleibt, während Salzteig schnell hart wird.

Vorsicht: Selbstgemachte Knete mit Alaun
In manchen DIY-Knetrezepten, die im Internet kursieren, wird Alaun verwendet. Alaun ist eine chemische Substanz namens Kaliumalunimiunsulfat. In der Knete soll sie eine desinfizierende Wirkung übernehmen, sodass die Knetmasse nicht von Mikroorganismen überfallen wird.

Neben dieser wünschenswerten Wirkung ist die Chemikalie bei Verzehr allerdings giftig und kann Hautreizungen verursachen. Grenzwerte für eine gefahrlose Aufnahme von Alaun sind nicht definiert. Alaun für selbstgemachte Knete zu verwenden ist nicht zu empfehlen. Außerdem kann man sie sehr einfach mit einem nicht-gesundheitsschädlichen Mittel ersetzen. Statt Alaun kann Zitronensäure verwendet werden.

Rezepte für selbstgemachte Knete

Knete selber machen: Rezepte

Neben den wenigen Zutaten solltest du zum Knete selber machen ein paar Einweghandschuhe parat haben. So bleiben die Hände, trotz der Verwendung von Lebensmittelfarben, sauber.

Außerdem ist die Verwendung von Knethaken von Vorteil. Beim Herstellen von Knete wird mit kochendem Wasser gearbeitet. Daher solltest du den Teig zu Beginn nicht mit den bloßen Händen kneten. Ist erst einmal alles mit Hilfe der Knethaken grob vermengt, kannst du mit den Händen weiterarbeiten.

Neben Einweghandschuhen und Knethaken brauchst du Schraubgläser oder Plastikdosen, in denen du die Knete luftdicht aufbewahren kannst. Natürlich darf auch eine Schüssel zum Vermengen der Zutaten nicht fehlen.

Zu den Hauptzutaten von selbstgemachter Knete zählt neben Wasser und Mehl auch Salz. Durch das Gluten im Mehl ist die Masse dehnbar und geschmeidig. Das Salz konserviert das Ganze. Eine kleine Menge Zitronensäure sorgt dafür, dass sich keine unerwünschten Mikroorganismen bilden.

Grundrezept zum Knete selber machen

Für selbstgemachte Knete brauchst du:

  • 500 g Mehl
  • 175 g Salz
  • 3 EL Zitronensäure (circa 20 g)
  • 7 EL ÖL
  • 500 ml kochendes Wasser
  • Lebensmittelfarbe

So gehst du vor:

Vermenge alle Zutaten, bis auf die Lebensmittelfarbe, in einer Schüssel miteinander. Da das Wasser sehr heiß ist, solltest du die Masse vorerst mit Knethaken oder einem Kochlöffel bearbeiten.

Ist alles grob vermengt, kannst du deine Hände verwenden. Sobald ein glatter Teig entstanden ist, teilst du ihn in verschiedene Teile. Auf jeden Klumpen Teig gibst du ein paar Tropfen einer Lebensmittelfarbe, die du anschließend gründlich einknetest.

Hat die Knetmasse die gewünschte Farbe erlangt, bist du fertig. Luftdicht verpackt im Kühlschrank hält sich die Knete mehrere Monate, bis hin zu einem halben Jahr. Zur Lagerung eignen sich am besten Schraub- oder Einmachgläser, sowie Plastikdosen.

Da bei diesem Rezept ein halbes Kilo Mehl verwendet wird und ebenso viel Wasser, hast du am Ende einen großen Batzen Knete. Ist dir das zu viel, kannst du das Rezept teilen und lediglich die Hälfte der Zutaten verwenden.

Alternative ohne Lebensmittelfarbe

Möchtest du keine Lebensmittelfarbe verwenden oder hast keine zur Hand, kann ein Päckchen Götterspeise helfen. Dadurch wird der Teig leicht rosa bis lilafarben.

Für selbstgemachte bunte Knete ohne Lebensmittelfarbe brauchst du:

  • 125 ml kochendes Wasser
  • 2 EL Öl
  • 100 g Salz
  • 200g Mehl
  • 1 Päckchen Götterspeise

So gehst du vor:

Bei diesem Rezept gehst du auf dieselbe Weise vor, wie bei dem oben beschriebenen Grundrezept für selbstgemachte Knete. Vermenge alle Zutaten vorerst mit einem Knethaken oder einem Kochlöffel. Anschließend knetest du die Masse gründlich mit deinen Händen durch.

Im Gegensatz zum Grundrezept musst du die "Farbe" allerdings nicht erst am Ende hinzugeben. Du kannst die Götterspeise bereist zu Beginn in den Teig mit einarbeiten.

Knetseife selber machen

Knetseife selber machen

Auch Knetseife ist ein beliebtes DIY-Projekt. Mit dieser Knete wird nicht gespielt. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um eine Seife. Die anfängliche Konsistenz ähnelt jedoch der von Knete.

So können die Kinder die Seife nach Belieben formen. Anschließend wir die Masse getrocknet, sodass sie als Seife verwendet werden kann.

Knetseife ist besonders schön wenn man gemeinsam mit den Kindern ein Mitbringsel für Freunde oder Familie basteln möchte.

Zum Knetseife selber machen brauchst du:

  • 2 EL Duschgel oder flüssige Seife
  • 2 EL Öl, am besten Olive
  • 4 EL Speisestärke
  • Lebensmittelfarbe
  • Ausstechförmchen oder Eiswürfelförmchen

So gehst du vor:

Vorerst vermengst du Duschgel oder Flüssigseife mit der Speisestärke und dem Öl. Ist die Masse zu klebrig, gibst du etwas mehr Speisestärke hinzu, bis eine Knet-Konsistenz erreicht ist. Auch diese Masse lässt sich nach Belieben mit Lebensmittelfarbe einfärben.

Ist die Masse für die Knetseife fertig, können die Kinder sich kreativ austoben und die Knetseife formen. Ein extra Tipp: Eiswürfelförmchen helfen dabei, besonders schöne Knetseifen zu erschaffen.
Anschließend wird die Knetseife an der Luft getrocknet (circa 3 Stunden) und luftdicht verpackt.

Tipps zum Knete selber machen

Knete selber zu machen macht Spaß, ist nachhaltig und preiswert. Mit folgenden Tipps wird das DIY-Projekt zu einem vollen Erfolg.

Knetfiguren haltbar machen

Knetfiguren haltbar machen

Kunstvolle Knetfiguren können auch für die Ewigkeit haltbar gemacht werden. Dafür lässt du die Figuren circa eine Woche auf der Heizung trocknen.

Anschließend kommen sie, je nach Dicke, für 30-60 Minuten bei 150 Grad in den Backofen.

Langlebige Knete

Bewahrst du deine Knete luftdicht verpackt im Kühlschrank auf, hält sie mit Leichtigkeit mehrere Monate.

Trocknet sie ein wenig an, kannst du die Knete mit ein paar Tropfen Wasser wieder geschmeidig machen.

Alternative zu Lebensmittelfarbe

Neben Götterspeise kannst du auch natürliche Farben verwenden, um deine Knete zu färben. Einen schönen Gelbton bekommst du beispielsweise mit Hilfe von Kurkuma.

Rosa bis Dunkelrot ist mit Rote Beete als Saft oder Pulver herzustellen. Und einen Grünton bekommst du mit Spinat- oder Algenpulver.

Glitzer-Knete

Glitzer-Knete

Ganz besonders schön und aufregend wird die selbstgemachte Knete, wenn du ein wenig Glitzer in die Masse mischst.

Du kannst dein Kind das Glitzer auch selbst in die Knetmasse einkneten lassen.

Weitere DIY-Ideen

Do it yourself (kurz DIY) beschreibt ein Konzept, bei dem Dinge nicht gekauft, sondern aus bereits vorhandenen Materialien selbst hergestellt werden.

Mit einfachen Tricks und der richtigen Anleitung kannst du Möbel, Deko und Geschenke ganz einfach selbst machen. Neben einer Anleitung zum Knete selber machen haben wir viele weitere DIY-Projektideen für dich, mit denen du Kosten sparst und Spaß hast.

Kerzen selber machen

Selber eine Kerze zu gießen macht nicht nur großen Spaß, es ist auch gar nicht so schwer. Du entscheidest ob groß oder klein, bunt oder einfarbig, blumig oder neutral duftend.

Beim Kerzen gießen und ziehen kannst du deiner Fantasie freien Lauf lassen. Wie du Kerzen selbst machst, erfährst du hier.

Seife selber machen

Gekaufte Seifen enthalten oft Plastik und andere industrielle Zusätze. Dabei ist es denkbar einfach, Seife selbst herzustellen. So weißt du, was darin enthalten ist. Außerdem macht es mit Sicherheit viel Spaß mit verschiedenen Formen, Farben und Düften herumzuexperimentieren. Wir erklären, wie du selber Seife herstellst und stellen einfache Rezepte vor.

Shampoo selber machen

Im Grunde brauchst du nicht viel, um dein Haar ausreichend zu pflegen. Haare sind nämlich gar nicht so anspruchsvoll, wie du vielleicht denkst. Überflüssige Duftstoffe und Mikroplastik, die in vielen fertigen Shampoos enthalten sind, schaden deinen Haaren auf Dauer nur. Machst du dein Shampoo selbst, kannst du bestimmen, welche Zutaten du verwendest. Wir erklären, was du dabei beachten musst und stellen einfache Rezepte vor.

Deo selber machen

Bereits die alten Ägypter versuchten mit duftenden Bädern und Parfüm unangenehme Körpergerüche zu überdecken. Heutzutage stehen weitaus effektivere Produkte gegen unangenehme Schweißgerüche in den Drogerieregalen. Leider sind nicht all ihre Inhaltsstoffe unbedenklich und Naturkosmetik ist oft teuer. Die Alternative: Deo selber machen.

Das entlastet nicht nur deinen Geldbeutel, es tut auch deinem Körper gut. Für die einfachsten Rezepte brauchst du nur zwei Zutaten. Erdenklich günstig ist das DIY-Deo auch. Verschiedene Rezepte zum Deo selber machen und Tipps gegen Schweißgeruch erhältst du hier.
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