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Waschmittel selber machen: 4 Tipps, 5 Anleitungen + 3 Risiken

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Selbst gemachtes Waschmittel ist gut für deine Wäsche, deine Gesundheit und die Umwelt, birgt allerdings auch unschöne bis gefährliche Risiken. Wir zeigen dir, wie du Waschmittel selber machen kannst, was dabei zu beachten ist und wie du mögliche Probleme umgehen kannst.

Es gibt viele Gründe, warum du ausprobieren solltest, Waschmittel selbst herzustellen, anstatt es wie gewöhnlich zu kaufen. Zunächst geht damit eine enorme Kostenersparnis einher. Du wirst merken, wie viel Waschmittel du mit nur wenigen Euros herstellen kannst, und wie viel du im Gegensatz dazu eigentlich für die Menge an Waschmittel hättest zahlen müssen.

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Natürliches Waschmittel selber machen

Darüber hinaus enthalten handelsübliche Waschmittel oft Tenside auf Erdöl-Basis, Mikroplastik, Duftstoffe und Konservierungsstoffe, die sowohl der Umwelt als auch unserer Gesundheit schaden. Wenn du dein Waschmittel selbst herstellst, kannst du gezielt darauf achten, welche Inhaltsstoffe du verwendest. Daher eignet es sich speziell für Allergiker oder Menschen mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis.

Der Umwelt hilfst du nicht nur dadurch, dass du keine schädlichen Stoffe in das Abwasser leitest, sondern zusätzlich, indem du unnötige Plastikverpackungen umgehst. Das Vorgehen ist also mit der Zero-Waste-Methode vereinbar.

Tipps zum Waschmittel selber machen

Bevor du beginnst, dein eigenes Waschmittel herzustellen, solltest du die folgenden Hinweise beachten. So stellst du sicher, dass du ein optimales Waschergebnis erzielst.

Flecken vorbehandeln

Da natürliche und selbstgemachte Waschmittel ohne chemische Stoffe auskommen, schaffen sie es unter Umständen nicht so effektiv, alle hartnäckigen Flecken zu entfernen, wie herkömmliche Waschmittel es tun. Daher solltest du diese Verschmutzungen vor der eigentlichen Wäsche behandeln. Doch auch dafür musst du keinen aggressiven Fleckenentferner kaufen, sondern kannst zu günstigen und umweltfreundlichen Hausmitteln greifen.

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Gezielte Fleckenbehandlung vor der eigentlichen Wäsche

Das wohl bekannteste Mittel zur gezielten Fleckenbekämpfung ist Gallseife. Feuchte dafür den Fleck mit Wasser an und reibe ihn mit der Gallseife ein. Lasse sie einige Minuten einwirken und wasche die Verschmutzung anschließend mit klarem Wasser aus. Allerdings besteht Gallseife zum Teil aus Rindergalle, die aktiv gegen verschiedenste Fleckenarten vorgeht.

Wenn du einen veganen Lebensstil verfolgst oder dir der Gedanke auch sonst nicht gefällt, gibt es vegane Alternativen zur Gallseife. Wenn du einen Allrounder zur Fleckenentfernung suchst, kannst du zu Kernseife auf Pflanzenölbasis greifen. Diese reibst du, genau wie Gallseife, in den angefeuchteten Fleck, lässt sie einwirken und wäschst sie aus.

Alternativ kannst du die Verschmutzungen speziell ihrer Fleckenart entsprechend behandeln. Fettflecken kannst du zum Beispiel mit hochprozentigem Alkohol bekämpfen. Zur Behandlung von Schweißflecken eignet sich eine Mischung aus Natron und Wasser. Frische Blutflecken löst du am besten direkt mit kaltem Wasser. Ist das Blut bereits eingetrocknet solltest du versuchen, das Kleidungsstück in kaltes Salzwasser einzuweichen. Kaffeeflecken sagst du mit einer Lauge aus Backpulver und Wasser den Kampf an. Bei Rotweinflecken solltest du schnell reagieren und den Fleck mit Zitronensaft und Salz einweichen.

Hochwertige Zutaten verwenden

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Verwende hochwertige Seifen und Öle

Auch wenn der Aspekt des Geldsparens ein Grund ist, warum du Waschmittel selber herstellen möchtest, anstatt es zu kaufen, solltest du bei der Materialbeschaffung keine Kosten scheuen. Nur wenn du hochwertige und umweltfreundliche Zutaten verwendest, kannst du von allen Vorzügen von selbst gemachtem Waschmittel profitieren. So solltest du zum Beispiel darauf achten, dass du bei den verwendeten Ölen möglichst die biologisch angebaute Alternative wählst und Seifen verwendest, die ohne Palmöl auskommen.

Gegen Ablagerungen vorgehen

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Waschmaschine regelmäßig reinigen

Ein häufiger Kritikpunkt an der Verwendung selbst hergestellter Waschmittel ist, dass mit der Zeit Ablagerungen in der Maschine zurückbleiben. Das kann allerdings auch bei herkömmlichem, gekauftem Waschmittel passieren. Besonders Haushalte mit hartem Wasser haben mit Ablagerungen in der Waschmaschine zu kämpfen. Deshalb empfiehlt es sich, etwas weißen Haushaltsessig in das Weichspülerfach zu geben. Er enthärtet das Wasser, desinfiziert und löst Kalkablagerungen. Außerdem eignet sich Essig hervorragend als natürliche Alternative für Weichspüler.

Zudem solltest du regelmäßig die einzelnen Teile der Waschmaschine reinigen, sprich das Waschmittelfach, die Türdichtung, den Innenraum, das Flusensieb und den Abwasserschlauch. Generell solltest du nach der Wäsche die Waschmaschinentrommel und das Waschmittelfach für mehrere Stunden offen lassen, damit sie richtig austrocknen können und die Bildung von Schimmel verhindert wird.

Waschmittel an Wäsche anpassen

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Wäsche trennen und entsprechendes Waschmittel wählen

Wie auch bei der Wäsche mit handelsüblichem Waschmittel solltest du die Wäsche zuvor sinnvoll sortieren. Dabei solltest du darauf achten, dass du sie nach Farben, Textilart und Waschtemperatur trennst, sodass alle Teile anständig gereinigt werden, ohne dabei beschädigt zu werden.

Je nachdem, wie empfindlich die Wäsche in der jeweiligen Waschladung ist und ob sie hell oder dunkel ist, kannst du die Art und Menge von Waschmittel und Weichspüler darauf abstimmen. In den folgenden Abschnitten erfährst du mehr dazu.

Generelle Tipps und Hinweise zum Wäsche waschen findest du in diesem Artikel.

Anleitung zum Waschmittel selber machen

Genau wie es im Handel verschiedene Waschmittel für verschiedene Textilien und individuelle Vorlieben gibt, hast du auch bei selbst gemachtem Waschmittel die Wahl zwischen verschiedenen Rezepten. Überlege dir also, für welche Art von Wäsche du ein Waschmittel herstellen möchtest und wähle die dementsprechende Anleitung aus.

Flüssiges Waschmittel selber machen

Wenn du auf die gewohnte Konsistenz und Handhabung von herkömmlichen flüssigen Waschmitteln nicht verzichten möchtest, ist dieses Rezept genau das Richtige. Für die Herstellung brauchst du nur drei einfache Zutaten. Für einen besonders guten Geruch kannst du zusätzlich ein ätherisches Öl deiner Wahl hinzufügen.

Du brauchst:

So gehst du vor:

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Flüssiges Waschmittel aus drei Zutaten

  1. Kernseife mit einer Raspel fein hobeln und mit dem Waschsoda vermischen.
  2. Einen Liter kochendes Wasser hinzugeben, gründlich verrühren und eine Stunde abkühlen lassen.
  3. Masse mit einem weiteren Liter kochendem Wasser verdünnen, gründlich verrühren und abkühlen lassen.
  4. Einen weiteren Liter kochendes Wasser hinzufügen und ein letztes Mal gründlich verrühren und abkühlen lassen.
  5. Das ätherische Öl unterrühren.
  6. Wenn das Waschmittel erkaltet ist, in entsprechende Behältnisse umfüllen.

Das Waschmittel kannst du nun wie übliches Waschmittel nutzen und lässt sich über mehrere Monate aufbewahren. In eine normale Wäsche fügst du wie gewohnt etwa eine Kappe des Waschmittels hinzu, bei starken Verschmutzungen etwas mehr.

Anleitung zum Waschpulver selber machen

Falls du bisher Verwender von herkömmlichem Waschpulver bist, gibt es auch dafür eine haut- und umweltschonende Alternative. Auch für dieses Rezept benötigst du nur drei bekannte Zutaten. Wie zuvor kannst du nach Belieben etwas ätherisches Öl deiner Wahl hinzufügen, um deiner Wäsche einen besonders guten Duft zu verleihen.

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Kernseife für selbst gemachtes Waschmittel

Du brauchst:

So gehst du vor:

  1. Kernseife fein reiben.
  2. Geriebene Seife mit der Waschsoda und dem Natron vermischen.

Das fertige Waschpulver solltest du in einem luftdichten Gefäß lagern. So kannst du es wie übliches Waschpulver über längere Zeit lagern, bis du es aufgebraucht hast. Verwende pro Wäsche, je nach Verschmutzung, ein bis zwei Esslöffel des Pulvers und gib es wie gewohnt in das Waschmittelfach der Maschine. Wenn du ein ätherisches Öl hinzufügen möchtest, kannst du es kurz vorher hinzufügen. Achte bei der Verwendung des selbstgemachten Waschpulvers darauf, dass es es keineswegs feucht wird, da es sonst klumpig werden kann.

Kastanien-Waschmittel selber machen

Auch heimische Rosskastanien, die im Herbst bei uns in Deutschland zu finden sind, eignen sich, um auf umweltfreundliche Art die Wäsche zu reinigen. Die Kastanien enthalten sogenannte Saponine, die für die säubernde Wirkung sorgen.

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Waschmittel aus Kastanien selber machen

Alles, was du für die Herstellung brauchst, sind etwa zehn Kastanien und ein Glas voll Wasser.

So gehst du vor:

  1. Kastanien waschen und zerhacken.
  2. Die zerhackten Kastanien für mehrere Stunden in ein Glas voll Wasser geben, bis eine milchige Flüssigkeit entsteht.
  3. Das milchige Wasser abgießen.

 

Die entstandene Flüssigkeit kannst du wie gewöhnliches Waschmittel in das Spülfach der Waschmaschine geben. Bei heller Wäsche solltest du die Schale der Kastanien vor dem Einweichen entfernen, um Verfärbungen zu vermeiden.

Allerdings kannst du das Kastanien-Waschmittel nicht lange aufbewahren und musst es direkt verwenden. Daher muss es für jeden Waschgang neu zubereitet werden.

Waschmittel für Wolle und Feines selber machen

Die oben dargestellten Rezepte basieren auf Waschsoda und sind für normale Kleidungsstücke geeignet. Für empfindliche Textilien wie Wolle und Seide eignet sich dieses Waschmittel allerdings nicht, da sie die feinen Fasern der Kleidungsstücke angreifen. Für diese Textilien gibt es ein alternatives Rezept, das keine Waschsoda enthält und daher sanfter zu der Wäsche ist. Auch dieses Waschmittel kannst du einfach und schnell mit nur wenigen Zutaten herstellen:

Du brauchst:

So gehst du vor:

  1. Kernseife fein reiben.
  2. Kernseife in einen Topf mit Wasser geben, verrühren und zum Kochen bringen und anschließend abkühlen lassen.
  3. Ethanol zu der abgekühlten Masse geben und verrühren.

Das fertige Waschmittel kannst du in ein geeignetes Gefäß füllen und mehrere Wochen aufbewahren. Falls sich mit der Zeit die Kernseife absetzt, kannst du das Waschmittel durch Schütteln wieder vermischen. Wie gewohnt kannst du ein paar Tropfen eines ätherischen Öls hinzufügen, um deiner Wäsche einen Duft deiner Wahl zu verleihen. Das Waschmittel kannst du nun wie konventionelles Flüssigwaschmittel verwenden.

Weichspüler selber machen

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Essig oder Zitronensäure als Weichspüler

Gerade herkömmliche Weichspüler stehen häufig in der Kritik, da sie synthetische Chemikalien enthalten, die schwer abbaubar sind und der Umwelt enorm schaden, wenn sie ins Abwasser gelangen. Auch für die menschliche Gesundheit ist das Tragen von mit Weichspüler gewaschener Wäsche nicht ganz unbedenklich. Es kommt vor, dass Weichspüler allergische Reaktionen oder Atemwegserkrankungen auslösen. Daher bietet es sich an, einen umwelt- und hautfreundlichen Weichspüler selbst zu machen. Dazu eignen sich bereits einfache Mittel, die du wahrscheinlich schon zuhause hast.

Essig statt Weichspüler

Eine einfache, günstige und unbedenkliche Alternative zum Weichspüler ist Essig. Wichtig ist, dass du weißen Haushaltsessig, also Tafelessig mit einem Säuregehalt von fünf Prozent, verwendest und nicht höher konzentrierte Essigessenz. Gib einfach etwa 50 Milliliter Essig in das Weichspülerfach der Waschmaschine, um Kalkablagerungen und Waschmittelreste aus der Kleidung zu entfernen. Das Ergebnis ist weiche und wohlriechende Wäsche. Der beißende Geruch des Essigs ist spätestens nach dem Trocknen der Wäsche verschwunden.

Zitronensäure statt Weichspüler

Speziell bei heller Wäsche eignet sich Zitronensäure als natürlicher Weichspülerersatz. Zitronensäure hat bekannterweise einen aufhellenden Effekt, weswegen es auch in der Wäsche leicht bleichend wirkt. Um die Säure als Weichspüler zu verwenden gehst du folgendermaßen vor: Löse etwa vier Teelöffel Zitronensäure in einem Liter Wasser und gib etwa 50 Milliliter dieser Mischung in das Weichspülerfach.

Risiken von selbst gemachtem Waschmittel

Bei all den Vorteilen gibt es aber auch Kritik an der eigenen Herstellung von Waschmitteln. Im Folgenden stellen wir dir mögliche Risiken der Methode vor und erklären, wie du diese umgehen kannst. Letztendlich musst du für dich selbst entscheiden und eventuell ausprobieren, ob selbst gemachtes Waschmittel für dich der richtige Weg ist.

Keine optimale Reinigung

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Probleme mit selbst gemachtem Waschmittel

Herkömmliche Waschmittel enthalten in der Regel künstliche Tenside, die dank ihrer chemischen Eigenschaften Flecken aus der Wäsche entfernen. Für die Umwelt können sie allerdings schädlich sein, wenn sie ins Abwasser gelangen. Zudem reagieren einige Menschen allergisch auf die Zusatzstoffe im Waschmittel. Daher kommen die selbst hergestellten Waschmittel ohne künstliche Tenside aus. Unter Umständen kann es also sein, dass das natürliche Waschmittel nicht so effektiv gegen Flecken vorgeht, wie konventionelle Waschmittel. Das Problem lässt sich aber einfach lösen, indem du hartnäckige Flecken wie oben beschrieben vorbehandelst.

Seifenreste in Kleidung und Waschmaschine

Allerdings besteht beim Waschen mit selbstgemachten Waschmitteln das Risiko, dass Seifenreste in der Wäsche und Waschmaschine zurückbleiben. Besonders in Haushalten mit hartem beziehungsweise kalkhaltigem Wasser können aus der Verbindung von Seife und Kalk Ablagerungen entstehen, die mit der Zeit einen grauen Schleier auf der Wäsche und einen Seifenfilm in der Maschine hinterlassen.

Wenn du jedoch der Empfehlung nachgehst, regelmäßig Haushaltsessig anstelle von Weichspüler in die Maschine zu geben, kannst du dem Problem entgehen. Der Essig hilft dabei, Kalk- und Seifenreste aus den Textilien und aus der Maschine zu lösen. Außerdem solltest du deine Waschmaschine regelmäßig reinigen, egal mit welchem Waschmittel du wäscht, um mögliche Ablagerungen zu entfernen.

Essig kann Dichtungen angreifen

Experten warnen davor, dass Essig Teile der Waschmaschine wie Gummi- und Kunststoffteile angreift und langfristig schädigt. Das scheint jedoch vorwiegend auf Essigessenz mit 25-prozentigem Säuregehalt zuzuteffen. Der empfohlene Haushaltsessig hat einen Säuregehalt von fünf Prozent und soll dieses Problem nicht hervorrufen.

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