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Recherchieren: 9 Tipps für bessere Recherche-Ergebnisse

Recherchieren bezeichnet das vorsätzliche Suchen nach Informationen zu einem bestimmten Thema. Es gibt verschiedene Arten der Recherche. Wir stellen die Wichtigsten vor und verraten dir, was du zum Thema Recherchieren wissen musst.


Die Recherche als Handwerkszeug

Die Recherche als Handwerkszeug

Recherche ist das Handwerkszeug des Journalisten und eines jeden Studenten. Ohne richtiges Recherchieren könnten sie ihre Aufgaben nicht zufriedenstellend erledigen. Dabei müssen sie jedoch unterschiedlich vorgehen, obwohl sie auf dieselben Methoden zurückgreifen. Sie können sowohl das Internet als auch die Bibliotheksrecherche und persönliche Gespräche zu Recherchezwecken nutzen.

Das Internet ist mittlerweile eines der wichtigsten Werkzeuge für eine gute Recherche. Es bietet sich an, um einen groben Überblick über ein Thema zu bekommen. Eine gute Internet-Recherche ist allerdings gar nicht so leicht. Es reicht nicht aus, einen beliebigen Begriff in eine Suchmaschine zu tippen. Bei der Internet-Recherche sollte man gezielt vorgehen. Und: Nicht nur Suchmaschinen eignen sich als Recherche-Tools. Man sollte auch die sozialen Medien betrachten.

Nachdem man sich im Internet einen groben Überblick über das Thema verschafft hat, sollte man im Folgenden mehr ins Detail gehen. Für Journalisten bietet sich hier beispielsweise eine Vor-Ort-Recherche oder ein persönliches Gespräch an. Studenten und Wissenschaftler können hier oft erst einmal auf die Bibliotheksrecherche zurückgreifen und nach wissenschaftlichen Texten zum Thema suchen.

Die verschiedenen Recherchemethoden

Je nachdem für welchen Zweck man eine Recherche anstellen möchte, muss man unterschiedlich vorgehen. Ziel ist jedoch stets, relevante Informationen zu einem bestimmten Thema zu erhalten. Allgemein kann man den Prozess des Recherchierens in vier verschiedene Phasen einteilen.

  1. Orientierung: Diese Phase dient dazu, sich einen groben Überblick über das Thema zu verschaffen. Dazu bieten sich Suchmaschinen im Internet an oder verschiedene Standardwerke aus Bibliotheken.
  2. Differenzierung: Nachdem das Thema bereits ein wenig eingegrenzt wurde, kann man sich nun überlegen, welche Stellen sich besonders zur Recherche eignen und wo man spezifische Quellen finden kann.
  3. Suchphase: Die Suche bezeichnet die Hauptphase des Recherchierens. Dabei werden die Quellen zusammengetragen. Beliebte Strategien dazu sind beispielsweise die Begriffssuche in Bibliotheksverzeichnissen und die Literatursuche in den Verzeichnissen bereits vorhandener Quellen.
  4. Auswertung: Zum Schluss muss man sich darüber klar werden, welche Quellen relevant sind. Dazu sollte man die Wissenschaftlichkeit der Quellen prüfen oder sich die Informationen verifizieren lassen.

Wissenschaftliches Recherchieren

Wissenschaftliches Recherchieren

Auf die wissenschaftliche Recherche greifen vor allem Studierende und wissenschaftliche Mitarbeiter zurück. Sie ist aus dem Universitätsalltag nicht wegzudenken und bildet die Grundlage für das Schreiben von Hausarbeiten, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Habilitationen und ähnlichen wissenschaftlichen Arbeiten. Diese setzen sich meist aus eigenen Forschungen und der Auswertung sogenannter Sekundärliteratur zusammen.

Sekundärliteratur finden

Sekundärliteratur bezeichnet normalerweise Sach- und Fachliteratur, die sich mit einem bestimmten Thema auseinandersetzt. In der Literaturwissenschaft kann dieses Thema beispielsweise ein bestimmter Roman sein. Wer diesen Roman in einer wissenschaftlichen Arbeit thematisiert, sollte natürlich den Roman selbst – die Primärquelle – lesen, aber auch genügend Sekundärliteratur hinzuziehen, um eigene Thesen mit den Aussagen anderer Wissenschaftler zu stützen.

Sekundärliteratur spielt eine entscheidende Rolle in wissenschaftlichen Arbeiten. Themenbezogene und angemessene Quellen müssen jedoch erst einmal recherchiert werden. Zu Beginn eines Studiums wird der Fokus häufig auf das Erlernen der richtigen Recherchemittel gelegt. So wird gewährleistet, dass die Studierenden im weiteren Verlauf des Studiums über das nötige Wissen verfügen, um wissenschaftlich arbeiten zu können.

Diese Recherchemittel setzen sich oft aus der Internetrecherche, Bibliotheksrecherche und dem Erkennen angemessener Quellen zusammen. In manchen Studiengängen wird sogar ein eigenes Seminar zum Erlernen dieser Techniken angeboten. An Universitäten spielt die Bibliotheksrecherche eine besonders große Rollen, da Internetquellen allein für eine gute wissenschaftliche Arbeit nicht ausreichen. Viele Universitäten warnen vor Quellen aus dem Internet und bevorzugen die Bibliothek zu Recherchezwecken.

Bibliotheksrecherche

Universitätsbibliotheken bieten eine große Auswahl an Fachliteratur zu den angebotenen Studiengängen. Anfangs ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu bewahren. Wer einfach so in die Bibliothek spaziert, wird wahrscheinlich nicht fündig werden. Wichtig ist, dass man vorher eine umfangreiche Recherche anstellt. Diese dient dazu, die geeignete Literatur für ein bestimmtes Thema zusammenzustellen.

Bibliotheken sind sehr unterschiedlich sortiert. Während einige von ihnen nach Themengebieten sortiert sind, scheint die Ordnung bei anderen wahllos zu sein. Sind die Bücher nach Themengebieten geordnet, kann es durchaus sein, dass man zufällig auf geeignete Literatur stößt, wenn man sich zuvor über den Standort des Themengebiets informiert hat. Ist die Ordnung jedoch nicht zu durchschauen, ist eine genaue Recherche unvermeidlich.

Bibliotheksrecherche von zuhause aus

Bibliotheksrecherche von zuhause aus

Heutzutage kann man die Bibliotheksrecherche über das Internet von zuhause aus erledigen. Dazu sollte man verschiedene Begriffe in die Suchleiste der Bibliotheksseite eingeben. Es lohnt sich, zu variieren und Synonyme und verwandte Begriffe zu verwenden, um ein umfangreiches Ergebnis zu erhalten. Wer bereits nach einer bestimmten Quelle sucht, kann diese in die Suchleiste eingeben. Im Folgenden werden alle Ergebnisse angezeigt, die in Zusammenhang mit dem gesuchten Begriff oder der genannten Quelle stehen. Mitunter kann man die Suchergebnisse differenzieren, indem man die Suche auf bestimmte Kategorien beschränkt.

In den Ergebnissen kann man sich nun die passende Literatur aussuchen. Dazu schaut man sich den Titel, den Autor und das Inhaltsverzeichnis der Quelle an. Oft passt nur ein einziges Kapitel eines Buches zum Thema. Auch in diesem Fall lohnt es sich, das Buch auszuleihen. Wenn es bereits ein ganzes Buch zum Thema gibt, solltest du dieses nicht komplett in deiner Arbeit übernehmen, da man mit einer wissenschaftlichen Arbeit neue Erkenntnisse gewinnen sollte. Man sollte sich auf die wichtigsten Punkte beschränken.

Die Fernleihe

In den Suchergebnissen findet man zudem Informationen darüber, ob das Buch ausleihbar ist oder eventuell aus einer anderen Bibliothek bestellt werden muss. Diesen Vorgang nennt man Fernleihe. Da dieser Prozess häufig ein wenig Geld kostet, empfiehlt es sich, die Relevanz des Buches zum Thema zu überprüfen. Dazu kann man den Titel des Buches und den Autoren in eine Suchmaschine eingeben. Eventuell gibt es in den Ergebnissen Rezensionen zum Buch, ein genaues Inhaltsverzeichnis, Leseproben oder gleich das komplette Buch online. So hat man einen besseren Überblick darüber, inwieweit sich das Buch für die eigene Arbeit eignet.

Internet-Recherche in der Wissenschaft

Internet-Recherche in der Wissenschaft

Neben der Bibliotheksrecherche ist auch die Internet-Recherche mittlerweile ein fester Bestandteil des wissenschaftlichen Arbeitens. Allgemein bietet es sich an, um einen Überblick über ein Thema zu bekommen und es von ähnlichen Themen abzugrenzen. Man kann jedoch auch geeignete Quellen finden, die man guten Gewissens in einer wissenschaftlichen Arbeit verwenden kann. Der entscheidende Punkt dafür ist, dass man diese von unseriösen Quellen unterscheiden kann.

Um jedoch überhaupt erst einmal eine Auswahl an möglichen Quellen zusammenzustellen, sollte man themenspezifische Begriffe in die Suchleiste einer Suchmaschine eingeben. Auch hier lohnt es sich wieder zu variieren. Synonyme und themeneingrenzende Zusatzbeschreibungen helfen oft, die Suchergebnisse einzugrenzen und zu spezifizieren. Es empfiehlt sich mehrere Begriffe auszuprobieren, bis man die relevanten Begriffe herausgefunden hat.

Quellen prüfen

Hat man nun einige Quellen gefunden, die zum Thema passen, sollte man überprüfen, ob diese sich für eine wissenschaftliche Arbeit eignen. Häufig hilft es dazu schon, sich den Ort der Veröffentlichung genauer anzusehen. Handelt es sich dabei um ein seriöses Online-Magazin oder sogar um eine Verlagsseite? Auch der Autor spielt eine Rolle. Wenn es sich um einen Experten für das gesuchte Thema handelt, beispielsweise um einen Wissenschaftler oder Politiker, kann der Text mitunter relevant sein. Man sollte allerdings darauf achten, dass dieser Literaturnachweise oder sogar ein Literaturverzeichnis besitzt. Häufig kann nur so die Wissenschaftlichkeit eines Textes geprüft werden. Ein Literaturverzeichnis eignet sich zudem, um weitere relevante Quellen zum Thema zu finden.

Folgende Texte können mitunter als Quelle für eine wissenschaftliche Arbeit genutzt werden, doch nicht in jedem Fall besitzen sie wissenschaftliche Relevanz. Jede Quelle sollte darum einzeln geprüft werden.

  • Fachliteratur
  • Zeitungsartikel
  • Artikel aus Fachzeitschriften
  • Ratgeberliteratur
  • Wissenschaftliche Arbeiten wie Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten
  • Ebooks

Journalistische Recherche

Journalistische Recherche

Anders als die wissenschaftliche Recherche baut die journalistische Recherche weniger auf theoretische Texte sondern vermehrt auf Interaktion. Umfragen zufolge nutzen die meisten Journalisten persönliche Gespräche für ihre Recherchen. Auch Vor-Ort-Recherchen und Telefoninterviews werden gerne genutzt. Neben diesen Methoden greifen Journalisten jedoch vor allem auf klassische Medien, Pressemeldungen, Social Media und Archive zurück. Die journalistische Recherche zeichnet sich allerdings besonders dadurch aus, dass viele relevante Informationen selbst beschafft werden und nicht nur vorhandenes Pressematerial in Beiträge umgewandelt wird. Recherchetätigkeiten machen im Journalismus circa die Hälfte der Arbeitszeit aus.

Dazu gehört auch, dass gegebene Informationen kritisch betrachtet werden. Im besten Fall sollte der Journalist jede Information nochmals prüfen. Das kann durch eine Internetrecherche oder durch eine personengebundene Zustimmung erfolgen. Meist reicht schon ein einfaches Telefongespräch, um sich die Information bestätigen zu lassen. Informationen aus den sozialen Netzwerken sollte man beispielsweise nicht einfach übernehmen. Hier sollte man grundsätzlich Nachforschungen anstellen. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Aussage oder ein Bild handelt. Man sollte sich stets die Echtheit der Quelle bestätigen lassen. Diesen Vorgang nennt man auch Verifizierung.

Internet-Recherche im Journalismus

Suchmaschinen spielen heutzutage bei der journalistischen Recherche eine entscheidende Rolle. Sie können sowohl bei Themenfindung behilflich sein als auch zur Informationserweiterung dienen. Zudem empfiehlt es sich sie zur Bewertung der Relevanz eines Themas zu nutzen. Natürlich sollten sie auch zur Überprüfung von Informationen dienen. Um diese Zwecke zu verfolgen, kann man die Suche bei einigen Suchmaschinen spezifizieren. Man kann beispielsweise die Sprachen, Regionen, den Zeitraum der Veröffentlichung (beispielsweise aus den letzten 24 Stunden) und den Dateityp auswählen. Das sorgt dafür, dass die Suchmaschine differenziertere und zielführendere Ergebnisse liefert.

Die Internet-Recherche hat in der Vergangenheit immer mehr an Bedeutung für den Journalismus gewonnen. Dennoch spielen herkömmliche Recherchemethoden wie persönliche Gespräche, Telefoninterviews und die Vor-Ort-Recherche weiterhin eine wichtige Rolle, wenn nicht sogar eine noch wichtigere als die Internet-Recherche – gerade wenn es um originäre und um verlässliche Informationen geht.

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