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Sprachkenntnisse im Lebenslauf: 6 Sprachlevel & 7 Fallstricke

Gute Sprachkenntnisse sind in Bewerbungen immer ein Pluspunkt. Doch wer unüberlegt mit seinen Fremdsprachen prahlt und sie dazu noch unpassend formuliert, verspielt seinen Vorteil wieder. Wir zeigen dir, wie du dein Sprachniveau im Lebenslauf angibst und dabei Fallstricke vermeidest.

Sprachkenntnisse im Lebenslauf angeben

Sprachkenntnisse im Lebenslauf angeben

Sprichst du viele Fremdsprachen oder hast ein hohes Sprachlevel, kannst du dich im Bewerbungsprozess von anderen Bewerbern abheben. Doch gleichzeitig solltest du deine Sprachkenntnisse auch realistisch einordnen können und dabei keine Fehler in den Formulierungen machen. Auf Nummer sicher gehst du, wenn du deine Kenntnisse in einer Fremdsprache mit einem offiziellen Zertifikat belegst. Mit einem solchen kannst du dein Sprachlevel in eine international anerkannte Niveaustufe einordnen.

Ebenso kannst du deine Sprachkenntnisse mit Auslandsaufenthalten oder Sprachreisen belegen. Du solltest es allerdings nicht übertreiben und dich zu jeder Zeit fragen, ob die Angabe für das Unternehmen wirklich relevant ist.

Formulierungen für deine Sprachkenntnisse im Lebenslauf

Sprachniveau: Formulierungen für deine Sprachkenntnisse im Lebenslauf

Wer seine Kenntnisse in einer Fremdsprache im Lebenslauf angeben will, sollte sie unbedingt in ein Sprachlevel einordnen. Ansonsten weiß der Arbeitgeber nicht, ob du eine Sprache fließend sprechen kannst oder nur Grundkenntnisse besitzt. Wir zeigen dir, was die verschiedenen Einstufungen sind und wie du deine Sprachkenntnisse selbst in eine Stufe einordnen kannst. Die Dauer, wie lange du eine Sprache gelernt hast oder wie gut deine Noten waren, spielt für die Einordnung deines Sprachniveaus eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist immer, wie gut du die Sprache zum Zeitpunkt deiner Bewerbung sprechen kannst.

Grundkenntnisse oder Basiswissen

Wer nur einzelne Wörter oder nur sehr einfache Sätze in einer Fremdsprache formulieren kannst, besitzt lediglich Grundkenntnisse oder ein Basiswissen in der Sprache. In der Regel solltest du die Fremdsprache dann nicht in deinen Lebenslauf aufnehmen. Eine Ausnahme kannst du allerdings machen, wenn du außer Englisch keine andere Fremdsprache sprichst, oder speziell diese Sprachkenntnisse für den Arbeitgeber wichtig sein könnten. Beispielsweise wenn das Unternehmen Kunden, Geschäftspartner oder Zweigstellen in dem jeweiligen Land hat. Oft ist es aber sinnvoll, die Sprache einfach noch weiter zu lernen.

Erweiterte Grundkenntnisse oder gute Sprachkenntnisse

Wer bereits ein wenig Smalltalk in einer Fremdsprache führen kann, kann auch erweiterte Grundkenntnisse oder gute Sprachkenntnisse im Lebenslauf angeben. Die Betonung liegt hierbei aber auf Smalltalk. Wer dagegen schon eine tiefergehende Unterhaltung führen kann, sollte die nächste Abstufung wählen.

Konversationssicher oder sehr gute Sprachkenntnisse

Konversationssicher oder sehr gute Sprachkenntnisse

Mit dem Ausdruck Konversationssicher drückst du aus, dass du in der Fremdsprache eine Unterhaltung ohne große Schwierigkeiten führen kannst. Gleichzeitig signalisierst du allerdings auch, dass dir Konversationen mit komplexen Themen schwer fallen und du deine Schreibfähigkeiten noch verbessern kannst. Auch die Formulierung “Sehr gute Kenntnisse“ ist in vielen Lebensläufen noch gebräuchlich. Grundsätzlich kannst du zwar beides verwenden, da "Sehr gut" jedoch weniger präzise ist, solltest du "Konversationssicher" vorziehen.

Fließend in Wort und Schrift

Die Formulierung “Fließend in Wort und Schrift“ benutzt du, wenn du problemlos Bücher oder Texte in der Fremdsprache verstehen und auch selbst fehlerlose Texte schreiben kannst. Deine Kenntnisse in Grammatik und Vokabular sollten darüber hinaus so hoch sein, dass du dich über jedes beliebige Thema unterhalten kannst. Auch komplexe Gespräche in der jeweiligen Sprache bereiten dir keine Probleme.

Verhandlungssicher

Verhandlungssicher

Mit “Verhandlungssicher“ drückt du aus, dass du eine Fremdsprache mit einem gewissen Selbstbewusstsein sprechen kannst. Du verfügst über entsprechendes Fachvokabular, um eine Verhandlung zu führen und kannst die Zwischentöne in einem Dialog heraushören (Tipps zum Vokabeln lernen). So solltest du zum Beispiel einschätzen können, ob dein Gegenüber zu weiteren Kompromissen bereit ist, oder seine Schmerzgrenze bereits ausgereizt ist (Tipps für mehr Empathie).

Muttersprachler oder Muttersprachliches Niveau

Auch wenn du eine Sprache noch so gut sprichst – als Muttersprachler solltest du dich nur bezeichnen, wenn du tatsächlich mit der Sprache aufgewachsen bist. Haben dich deine Eltern zweisprachig erzogen, kannst du auch zwei Muttersprachen angeben. Solltest du dagegen durch langjährige Aufenthalte im Ausland eine Sprache nahezu perfekt beherrschen, kannst du die Formulierung “Muttersprachliches Niveau“ verwenden.

Sprachlevel mit Niveaustufen im Lebenslauf angeben

Level der Sprachkenntnisse mit Niveaustufen im Lebenslauf angeben

Die Einordnung der eigenen Sprachkenntnisse beruht immer auf einer subjektiven Einschätzung (Tipps für bessere Selbstreflexion). Darum kommen bei Arbeitgebern Belege anhand von speziellen Zertifikaten meist sehr gut an. Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) unterteilt Fremdsprachenkenntnisse in drei Kategorien, den sogenannten Kompetenzniveaus von A bis C. Diese sind nochmals in zwei Abstufungen, den sogenannten Niveaustufen, unterteilt. Um ein bestimmtes Kompetenzniveau, beziehungsweise eine bestimmte Niveaustufe nachzuweisen, musst du einen Sprachtest absolvieren. Wie du dir die Sprachkenntnisse angeeignet hast, ist dabei unerheblich.

Kompetenzniveau A: Elementare Sprachanwendung

Niveaustufe A1: Entspricht "Grundkenntnisse". Du bist Anfänger und kannst dich und andere vorstellen. Du kannst dich rudimentär verständigen und langsam sprechende Gesprächspartner verstehen.

Niveaustufe A2: Entspricht "Erweiterten Grundkenntnissen". Du versteht häufig verwendete Sätze und Wörter und kannst kurze, einfache Gespräche führen . In diesen kannst du mit einfachen Formulierungen deine Herkunft und Ausbildung beschreiben und deine unmittelbaren Bedürfnisse mitteilen.

Kompetenzniveau B: Selbstständige Sprachanwendung

Niveaustufe B1: Entspricht "Konversationssicher". Du kannst dich nicht nur in vertrauten Situationen gut verständigen. Ebenfalls kannst du ausführlich von Erfahrungen und Ereignissen berichten, Pläne erläutern und deine eigene Meinung begründen.

Niveaustufe B2: Entspricht "Fließend in Wort und Schrift". Dir sind spontane Unterhaltungen ebenso möglich wie auch komplexe Fachdiskussionen. Auch ein Gespräch mit Muttersprachlern bereitet dir keine großen Probleme. Das Arbeiten im Team ist somit ohne Weiteres möglich (Tipps für mehr Teamfähigkeit).

Kompetenzniveau C: Kompetente Sprachanwendung

Niveaustufe C1: Entspricht "Fließend in Wort und Schrift" oder "Verhandlungssicher". Du kannst dich fließend und themenunabhängig verständigen; zusätzlich verstehst du Nuancen und weniger offensichtliche Andeutungen in Dialogen.

Niveaustufe C2: Entspricht "Verhandlungssicher" oder "Muttersprachliches Niveau". Du besitzt annähernd muttersprachliche Kenntnisse und kannst alles mühelos verstehen und aussprechen. Du kannst dich sehr flüssig und präzise ausdrücken.

Sprachniveau im Lebenslauf mit Zertifikaten nachweisen

Sprachniveau im Lebenslauf mit Zertifikaten nachweisen

Um deine Sprachkenntnisse in einem Kompetenzniveau gemäß dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen nachzuweisen, musst du einen Test in der jeweiligen Stufe bestehen. Nicht jeder Test hat überall die gleiche Reputation. So fordern Universitäten und Arbeitgeber jeweils unterschiedliche Zertifikate. Informiere dich am besten im Vorfeld deiner Bewerbung, ob von dir ein bestimmtes Zertifikat gefordert ist. Bei einer Initiativbewerbung solltest du vorher nachfragen. Für die Sprachtests musst du meist eine Gebühr von 30 bis 250 Euro aufbringen.

Cambridge

Mit dem Cambridge Zertifikat weist du deine Englischkenntnisse ab der Niveaustufe A2 aufwärts nach. Neben den klassischen Prüfungen für die jeweiligen Level kannst du auch eine spezielle Prüfung für Business English ablegen. Hier sind die Level von B1 bis C1 möglich. Jede Niveaustufe hat dabei ihre eigene Prüfung. Allein in Deutschland gibt es über 60 Testzentren.

TOEFL

Der TOEFL-Test ist vor allem für Menschen interessant, die sich für ein Studium im Ausland interessieren und ihre Englisch-Kenntnisse nachweisen wollen. Viele Universitäten haben den TOEFL-Test als Zulassungsvoraussetzung vorgegeben. Der Test besteht insgesamt aus vier Teilen (Lesen, Hören, Sprechen und Schreiben). Je nach erreichter Punktzahl bekommst du ein Zertifikat in den Niveaustufen von A1 bis C1.

IELTS

Der IELTS-Test (International English Language Testing System) ähnelt im Aufbau stark dem TOEFL-Test. Während der TOEFL-Test seinen Fokus jedoch auf amerikanisches Englisch legt, fragt der IELTS sowohl amerikanisches als auch britisches Englisch ab. Darum wird er in England, Australien und Neuseeland oft bevorzugt. Die Niveaustufen reichen von B1 bis C2. Insgesamt gibt es drei Versionen des IELTS-Test: General Training, Academic (beide unterscheiden sich nur marginal) und Life Skills (nur Hörverständnis und Sprachfertigkeit).

GMAT

Mit dem GMAT-Test (Graduate Management Admission Test) wollen Universitäten und Fachhochschulen deine Eignung für einen Masterstudiengang prüfen. Neben deinen Englisch-Sprachkenntnissen kommt es hier auch auf dein logisches Denken und eine wissenschaftliche Arbeitsweise an. Ein Stipendium im Zuge eines Master- oder MBA-Programmes bekommst du meist nur mit einem überdurchschnittlichen GMAT-Score (ab 700 Punkte).

TOEIC

Der TOEIC-Test prüft vor allem dein berufsbezogenes Englisch und ist besonders bei internationalen Unternehmen gefragt. Je nach erreichter Punktzahl erhältst du ein Zertifikat in den Niveaustufen A bis C1.

TELC

Den Telc-Test kannst du in den Niveaustufen von A1 bis C2 in den Sprachen Englisch, Spanisch, Französisch, Türkisch, Italienisch, Portugiesisch und Tschechisch absolvieren. Als Test des deutschen Volkshochschul-Verbandes sind die Zertifikate international anerkannt. Darüber hinaus gibt es noch den DELF– (A1 bis B2) sowie den DALF-Test (C1 und C2) für den Nachweis von Französischkenntnissen und das DELE-Diplom für den Nachweis von Spanischkenntnissen (A1 bis C2).

Sprachkenntnisse im Lebenslauf angeben: 7 Fallstricke

Wie bei jedem Aspekt von Bewerbungen, kannst du auch beim Angeben deiner Sprachkenntnisse viel falsch machen. Wir zeigen dir, welchen Fallstricken du bei der Beschreibung deiner Sprachkenntnisse im Lebenslauf aus dem Weg gehen solltest.

Nicht auf die Anforderung achten

Nicht auf die Anforderung achten

Solltest du dich auf eine Stellenbeschreibung bewerben, lese sie dir genau durch. Achte auf Formulierungen, die bestimmte Sprachkenntnisse als Voraussetzung für die Stelle nennen. Beispiele wären hier: "Ihre guten Französischkenntnisse haben Sie bereits erfolgreich unter Beweis gestellt", oder "Sie verfügen über verhandlungssichere Englischkenntnisse". In diesen Fällen solltest du auch in deinem Anschreiben auf deine Sprachkenntnisse eingehen und erklären, wie du sie dir angeeignet hast. In manchen Fällen kannst du auch deine Bewerbung auf Englisch schreiben.

Ist das Kompetenzniveau etwas vage gehalten, frage dich nach dem Nutzen deiner Sprachkenntnisse für das Unternehmen. Im Lebenslauf angeben kannst du Fremdsprachen (sollten sie über Grundkenntnisse hinaus gehen) allerdings immer.

Latein im Lebenslauf

Mit alten Sprachen, die heute niemand mehr spricht, solltest du vorsichtig sein. Verzichte auf Formulierungen wie “Latein fließend in Wort und Schrift“ oder “Grundkenntnisse in Altgriechisch“. Stattdessen solltest du diese Sprachen nur mit den entsprechenden Examensbezeichnungen erwähnen, also: Latein (Latinum), Altgriechisch (Greacum) oder Hebräisch (Hebraicum).

Beim Sprachniveau flunkern

Beim Sprachniveau flunkern

Es mag verlockend sein, seine Sprachkenntnisse in der Hoffnung auf einen besseren Eindruck etwas aufzuhübschen. Doch du solltest es nicht übertreiben und dich selbst realistisch einschätzen. Wenn du "Englisch fließend in Wort und Schrift" angibst, musst du bei deinem Vorstellungsgespräch damit rechnen, dass der Personaler spontan ins Englische wechselt. Und dann fällt die Lüge schneller auf, als dir lieb ist.

Sich zu realistisch einstufen

Zwar solltest du deinen vielleicht zukünftigen Arbeitgeber auf keinen Fall über deine Sprachkenntnisse belügen. Das bedeutet aber nicht, dass du dich unter Wert verkaufen solltest. Denn deine Mitbewerber werden dies wahrscheinlich auch nicht tun. Schwankst du also zwischen zwei Sprachleveln, hast du zwei Optionen. Entweder du prüfst mit einem Sprachtest, welche Niveaustufe du genau erreichen kannst, oder gibst eine subjektive Einschätzung im Lebenslauf an. Bei Letzterem solltest du dich tendenziell etwas besser einstufen. Das gilt allerdings nur, wenn dir die Entscheidung zwischen zwei Stufen schwer fällt.

Sich nur auf gute Schulnoten verlassen

Sich bei Sprachkenntnissen nur auf gute Schulnoten verlassen

Im Spanisch-Unterricht warst du immer ein Einser-Kandidat? Das ist zwar lobenswert, es sollte bei der Einordnung deiner Sprachkenntnisse allerdings keine große Rolle spielen. Du könntest beispielsweise in den zehn Jahren nach der Schule kein Wort Spanisch mehr gesprochen haben. Dann ist es mehr als unwahrscheinlich, dass du die Sprache noch auf einem hohen Niveau sprichst. Überprüfe dein Sprachniveau jedes Mal aufs Neue, wenn du deinen Lebenslauf aktualisierst. Bemerkst du erst im Bewerbungsgespräch oder im Assessment Center, dass deine Sprachkenntnisse eingerostet sind, ist es meist zu spät.

Zu viele Auslandsaufenthalte oder Sprachreisen angeben

Zu viele Auslandsaufenthalte oder Sprachreisen angeben

Sprachreisen und viele Auslandsaufenthalte sind für deinen Lebenslauf prinzipiell nichts Schlechtes. Doch solltest du ihn nicht mit unzähligen Stationen überfrachten. Idealerweise kannst du Sprachkurse mit einem Zertifikat belegen und deine Auslandsaufenthalte mit einem Praktikum oder einer anderen Beschäftigung im Ausland verbinden (Wahl des richtigen Praktikums). Letzteres gibst du wiederum besser unter Abschnitten wie "Ausbildung" oder "Berufserfahrung" an. Bei zu vielen Beschäftigungen solltest du auch hier nach Relevanz aussortieren.

Generell gilt: Je mehr interkulturelle Kompetenz in einem Job gefragt ist, desto mehr Auslandserfahrungen kannst du nennen. Verzichte allerdings auf Dopplungen und auf das Angeben reiner Urlaubsreisen.

Sprachkenntnisse im Lebenslauf ohne Erläuterung

Sollten deine Sprachkenntnisse besonders wichtig für deinen angestrebten Job sein, solltest du sie nicht nur im Lebenslauf erwähnen. Im Anschreiben, beziehungsweise Bewerbungsschreiben, kannst du zusätzlich erläutern, wie du dir deine Sprachkenntnisse angeeignet hast. Gehe außerdem darauf ein, wo du deine Fähigkeiten in der jeweiligen Fremdsprache bereits unter Beweis stellen konntest. Vielleicht hast du ja eine besondere Verbindung zu einem Land oder hast schon mal ein größeres Projekt im Ausland oder in Zusammenarbeit mit Muttersprachlern durchgeführt (Tipps für Projektmanagement). Dies solltest du in deinem Bewerbungsschreiben unbedingt erwähnen, wenn Sprachkenntnisse gefordert sind.

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