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Bewerbung auf Englisch schreiben: Aufbau, Tipps & „falsche Freunde“

Auslandserfahrungen nehmen im Berufsleben immer mehr an Bedeutung zu. Wer hier jedoch erfolgreich sein will, muss einiges beachten. Insbesondere Bewerbungen sollten gut durchdacht sein, denn der erste Eindruck zählt. Was die Formalitäten und vor allem die Unterschiede zu hiesigen Bewerbungen sind, wenn du eine Bewerbung auf englisch schreibst.

Bewerbung auf Englisch: Das Anschreiben und der Lebenslauf

Eine englischsprachige Bewerbung besteht typischerweise aus einem Anschreiben, Cover Letter genannt, und einem Lebenslauf.

Anschreiben auf Englisch: Der Aufbau eines Cover Letters

Im Cover Letter solltest du pointiert in einem Fließtext herausstellen, warum du für die entsprechende Stelle geeignet bist. Greife hierzu ein bis zwei Qualifikationen auf und setze sie im Zusammenhang zu den Anforderungen. Hier kannst du zudem auf Unklarheiten im Lebenslauf eingehen und diese näher erläutern. Hast du etwa den Job mehrmals in kurzer Zeit gewechselt oder hast ein Cap-Year eingelegt? Begründe es stichhaltig im Anschreiben. Der Cover Letter eignet sich weiterhin bestens, um deine Motivation zu verdeutlichen. Warum willst du unbedingt hier arbeiten? Formal orientiert sich der Cover Letter an den Standards für englischsprachige Geschäftsbriefe.

Lebenslauf auf Englisch: Resume und Curriculum Vitae

Während der Cover Letter damit im Wesentlichen dem deutschen Anschreiben entspricht, gibt es beim Lebenslauf verschiedene Formen. Generell wird zwischen Resume und Curriculum Vitae (CV) unterschieden.

Grundlegend differenzieren sich beide Formen in der Länge, dem, was enthalten ist und wo sie verwendet werden. Als Faustregel gilt: In den USA werden, außer im akademischen Bereich, vor allem Resumes bevorzugt. Ansonsten sind CVs die gängigere Bewerbungsform.

Resume: Der „Lebenslauf light“

Bewerbung auf Englisch: Das Resume

Vereinfacht gesagt ist ein Resume ein Lebenslauf, der sich auf die wichtigsten Eckdaten beschränkt. Personaler sollten auf einen Blick erkennen können, warum der Bewerber für eine Stelle geeignet sein könnte. Der übliche Umfang beträgt dabei eine Seite, bevorzugt werden Auflistungen – entweder chronologisch oder thematisch gegliedert. Möglich ist auch eine Kombination beider Formen.

Enthalten sein sollten relevante, vorherige Arbeitgeber, deine erzielten Abschlüsse und Qualifikationen sowie weitere Fähigkeiten, die für den potenziellen Job nützlich sein könnten. Dazu kommen deine Kontaktdaten, sprich dein Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.

Optional kannst du in einem kurzen Abschnitt deine Motivation beschreiben und herausstellen, warum gerade du den Job bekommen solltest (resume objective). Fasse in ein bis zwei Sätzen zusammen, über welche für den Job relevanten Fähigkeiten du verfügst und inwiefern du für das Unternehmen nützlich sein könntest. Ein weiterer Aspekt könnte dein Karriereziel sein. Achte hierbei auf die Anforderungen aus der Stellenausschreibung und setze deine Fähigkeiten individuell in Bezug zu dem Unternehmen. Passe diesen Abschnitt daher immer genau an die entsprechende Arbeitsstelle an.

Neben einem resume objective ist auch ein einleitendes career summary statement möglich. Analog zum resume objective kannst du in diesem Abschnitt auf deine Kompetenzen eingehen. Der Fokus liegt hier jedoch weniger auf deiner Motivation und Karriereplanung sondern stärker auf deinen Kompetenzen und Qualifikationen. Fasse hier kurz deinen beruflichen Werdegang zusammen und betone Fähigkeiten, die du als besonders nützlich für den entsprechenden Job erachtest. Diese Form der Zusammenfassung ist besonders geeignet, wenn du bereits über relevante berufliche Erfahrungen verfügst.

Solltest du ein Berufsanfänger sein, eignet sich eher das resume objective, da hier der Fokus auf der Karriereplanung liegt. Auch für Initiativbewerbungen solltest du eher ein resume objective verfassen, um den potenziellen Arbeitgebern zu verdeutlichen, für welchen Job du dich am meisten interessiert. Je nach Stelle ist auch eine Kombination aus beiden Formen möglich. Entscheide hier individuell, um ein bestmögliches Ergebnis erzielen zu können und dich von anderen Bewerbungen positiv hervorzuheben.

Wichtig: Insgesamt sollte das Resume auch mit den Fließtext-Abschnitten nicht länger als zwei Seiten ausfallen. Deswegen solltest du unbedingt auf einprägsame und kurze Formulierungen achten. Nicht für den Job relevante Erfahrungen im beruflichen Werdegang solltest du weglassen.

Anders als in Deutschland legen US-amerikanische Arbeitgeber stärker Wert auf berufliche Referenzen. Mindestens zwei Ansprechpartner solltest du angeben. Am besten eignen sich hier Vorgesetzte oder Ausbilder, die deine Leistungen fundiert einschätzen können.

Zudem wird in den USA häufig auf eine anonymisierte Bewerbung gesetzt. Persönliche Daten, die Rückschlüsse auf die Person zulassen, sollten dann möglichst vermieden werden. Dazu zählen etwa das Alter, Religionszugehörigkeit oder die Herkunft. Auch auf ein Foto, ebenso wie Datum und Unterschrift, solltest du in der Regel verzichten.

Curriculum Vitae – Unterschiede zum Resume

Curriculum Vitae: Der „volle“ Lebenslauf

Ein Curriculum Vitae ist die ausführlichere Form des englischsprachigen Lebenslaufs. Anders als beim Resume gibst du hier nicht nur die für den Job relevanten Erfahrungen an, sondern listest möglichst deinen kompletten beruflichen Werdegang in chronologischer Reihenfolge auf. Optional kannst du in zwei bis drei Sätzen deine Persönlichkeit kurz beschreiben, um dich von anderen Bewerbern abzuheben. Ebenso können References deine Bewerbung abrunden. Üblich sind zwei Ansprechpartner, die über deinen beruflichen Werdegang Auskunft geben können.

Der Umfang beträgt dabei maximal zwei bis drei Seiten. Auf ein Foto sowie Angaben zum Alter, Geschlecht, Familienstand oder zur Religion solltest du analog zum Resume  verzichten. Beschränke dich hier allein auf deine Kontaktdaten. Datum und Unterschrift sind zudem eher unüblich und sollten weggelassen werden.

Beliebte Fehlerquellen: False Friends und Anrede

Generell sollte deine Bewerbung natürlich möglichst fehlerfrei sein. Achte hierbei besonders auf False Friends, die zupeinlichenMissverständnissen führen können. Study bezeichnet etwa das Arbeitszimmer, während das Studium mit “studies” übersetzt wird. Auch ist beispielsweise das Wort „chef“ keineswegs deckungsgleich mit dem deutschen Chef, sondern bezeichnet einen Koch im Englischen. Manager ist hier die richtige Übersetzung.

Schreibe zudem alle Umlaute aus und achte auf die Unterschiede zwischen den USA und Großbritannien:

Angabe des Datums: Großbritannien: 20 October 2020; USA: October 20, 2020.
Anrede: Großbritannien: Mr, Mrs und Ms in ohne Punkt, am Ende Anrede ein Komma; USA: Mr., Mrs. und Ms. mit Punkt, am Ende der Anrede ein Doppelpunkt.

Um mögliche Fehlerquellen auszuschließen, sollte die Bewerbung mehrmals gründlich gegengelesen werden. Frage im Zweifel Freunde und Bekannte, ob sie deine Bewerbung Korrektur lesen können.

Wie erwähnt sind persönliche Daten, die über reine Kontaktdaten hinausgehen, aber auch ein Foto bei englischsprachigen Bewerbungen eher unüblich und sollten daher weggelassen werden. Hobbys sollten nur erwähnt werden, wenn sie im Bezug zum Job stehen. Achte auf den Umfang: Halte dich insbesondere beim Resume möglichst kurz und verwendete einprägsame Formulierungen.

Überprüfe deine Ansprechpartner und gebe hier möglichst ausführliche Kontaktdaten an, damit sich dein potenzieller neuer Arbeitgeber direkt ein Bild von deinen Fähigkeiten machen kann. Kontaktiere diese References unbedingt vorher und hole ihr Einverständnis ein.

Zudem solltest du den grundlegenden Aufbau beherzigen, damit Personaler deine Bewerbung schnell sichten können. Im folgenden Abschnitt stellen wir dir den typischen Aufbau noch einmal zusammenfassend vor.

Der Aufbau einer englischsprachigen Bewerbung im Überblick

Resume und Curriculum Vitae

Je nach Ort oder Einsatzgebiete entweder Resume (USA) oder Curriculum Vitae (englischsprachiges Ausland oder akademischer Bereich in den USA) als Lebenslauf auswählen. Das Curriculum Vitae ist mit zwei bis drei Seiten ausführlicher als ein Resume mit maximal zwei Seiten. Beide Formen enthalten:

Personal Details

Hier gibt du deine Kontaktdaten an. Dazu zählen Name, Adresse, Telefonnummer und die E-Mail-Adresse.

resume objective

Optional arbeitest du hier in Kürze deine Motivation heraus. Warum willst du gerade diesen Job ausüben? Dieser Abschnitt eignet sich insbesondere für Berufsanfänger und Initiativbewerbungen.

career summary statement

In zwei bis drei Sätzen kannst du hier optional deine Qualifikationen zusammenfassen, um herauszustellen, warum gerade du für den Job gut geeignet bist.

Professional/Work Experience

In diesem Abschnitt solltest du auf deinen bisherige beruflichen Werdegang eingehen. Bei einem Resume kannst du dich hier auf die zwei oder drei wichtigsten Jobs beschränken. Möglich ist eine umgekehrt chronologische oder eine thematische Gliederung.

Education

Gib hier deinen Bildungsweg an. Fort- und Weiterbildungen solltest du separat auflisten.

Activities

Unter diesem Punkt kannst du Hobbys erwähnen, die in Bezug zu dem Job stehen und die dein Profil abrunden könnten.

References

Hier listest du Ansprechpartner auf, die Auskunft über bisherigen beruflichen Werdegang geben können. Falls vorhanden gibst du die kompletten Kontaktdaten an.

Nach der Bewerbung: Das Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräch: Kenne deinen Wert!

Vorstellungsgespräche in den USA sind in der Regel sehr systematisch aufgebaut. Anhand der Anforderungen der spezifischen Stelle werden dir der Reihe nach Fragen gestellt. Mögliche Themenfelder sind neben der inhaltlichen Kompetenz die Teamfähigkeit, Arbeitsdisziplin und Motivation. Auch Fangfragen wie „Was sind Ihre Schwächen?“, aber auch auf den ersten Blick unsinnige Fragen wie „Mit wem würden Sie gerne mal essen?“ gehören zum Fragekanon des Interviews. So soll deine Kreativität und Stressfähigkeit getestet werden.

Zur Vorbereitung empfiehlt es sich daher, sich bereits beim Schreiben der Bewerbung auf die potenzielle Fragen vorbereiten, um selbstsicher auftreten zu können. Selbstbewusstsein wird von US-amerikanischen Arbeitgebern als wichtige Charakterstärke geschätzt. Schrecke daher auch nicht davor zurück, nach Gehalt oder Urlaub zu fragen. Fragen zum Unternehmen werden ebenso gerne gesehen, da sie zeigen, dass du dich intensiv mit der Stelle auseinandergesetzt hast.

Generell ist das Gespräch locker gehalten. Smalltalk ist üblich. Dennoch solltest du nie zu überheblich auftreten. Auch wenn es bereits so scheint, als hättest du den Job sicher, kann dies auch nur ein Test sein, um deine Persönlichkeit beurteilen zu können. Achte auf Abschiedsfloskeln wie „Thank you very much for your time. I really appreciate this opportunity“, um deinen Willen, unbedingt diesen Job zu erhalten, noch einmal zu betonen.

Wichtig: Eigeninitiative wird geschätzt. Bedanke dich spätestens am nächsten Tag für das Gespräch per E-Mail. Fasse hier noch einmal die wichtigsten Argumente zusammen, warum gerade du die Anforderungen für den Job erfüllen kannst. Dränge jedoch nie auf eine schnelle Entscheidung oder frage nach einer Einschätzung. Dies wird als unangemessen erachtet.

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