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Gehaltsverhandlung: 8 Tipps & 6 Argumente für die Gehaltserhöhung

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Viele Menschen scheuen sich vor einer Gehaltsverhandlung, da sie nicht wissen, was ihre Arbeit wert ist oder ihnen die Frage nach einer Gehaltserhöhung unangenehm ist. Dabei sind regelmäßige Gehaltsgespräche nötig, wenn du deiner Leistung entsprechend bezahlt werden möchtest. Wir zeigen dir, wie du dich optimal auf die Verhandlung vorbereitest, welche Argumente dich unterstützen und welche typischen Fehler du vermeiden solltest.

Es gibt grundsätzlich kein Recht auf eine Gehaltserhöhung. Genauso wenig gibt es ein Recht auf Lohngerechtigkeit. Das heißt es kann sein, dass eine andere Person, die den gleichen Job macht wie du und das Gleiche leistet, mehr verdient als du. Das Gehalt ist also reine Verhandlungssache. Deshalb solltest du stets wissen, was du und deine Arbeit wert sind und dafür einstehen. Wir zeigen dir, was bei der Gehaltsverhandlung zu beachten ist.

Tipps für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung

Vielen Menschen ist eine Gehaltsverhandlung unangenehm. Sie fühlen sich unwohl dabei, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen oder wissen gar nicht, dass sie mehr wert sind, als sie aktuell bekommen. Folglich sind viele Arbeitnehmer unterbezahlt und lassen Geld liegen, weil sie sich keinen Gehaltsverhandlungen stellen. Dabei hängt auch die zukünftige Gehaltsentwicklung davon ab. Mit den folgenden Tipps zeigen wir dir, wie du dich ideal auf das Gehaltsgespräch vorbereiten kannst und wie du dich in der Verhandlung verhalten solltest.

Zeitpunkt

Ein ausschlaggebender Faktor für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung ist der richtige Zeitpunkt. Zunächst solltest du überlegen, wann du das letzte Mal mit deinem Chef über dein Gehalt gesprochen hast. In der Regel sollten Gehaltsgespräche maximal alle zwölf Monate abgehalten werden. Wenn das letzte Gespräch also weniger als ein Jahr her ist, solltest du noch etwas abwarten.

Wenn bereits ein Jahr vergangen ist, solltest du dir überlegen, was ein geeigneter Anlass ist, um das Gehaltsgespräch anzusetzen. Geeignete Anlässe sind zum Beispiel, wenn du schon eine längere Zeit in dem Unternehmen tätig bist, kurz vor dem Ablauf deiner Probezeit stehst oder wenn du kurz davor bist, ein Projekt erfolgreich abzuschließen.

Der Zeitpunkt kurz vor dem Abschluss eines Projektes gilt als besonders erfolgsversprechend, da dein Chef deine Leistungen so direkt und konkret nachvollziehen kann. Ihm wird bewusst, dass du für den Erfolg dieses Projektes und somit des Unternehmens unabdingbar bist.

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Wähle den passenden Zeitpunkt für das Gehaltsgespräch

Zuletzt solltest du einen konkreten Termin für die Gehaltsverhandlung festlegen. So stellst du sicher, dass dein Chef sich gezielt Gedanken zu deinem Anliegen macht und sich Zeit dafür nimmt. Zudem kannst du dich so hinreichend auf das Gespräch vorbereiten – sowohl inhaltlich als auch mental. Auch die Wahl des konkreten Termins kann über den Erfolg der Verhandlung entscheiden. Idealerweise sollte dein Chef zum Zeitpunkt des Gespräches gut gelaunt und nicht übermäßig gestresst sein. Wenn du weißt, dass dein Chef freitags, wenn es auf das Wochenende zugeht, und vorwiegend nachmittags in besserer Laune ist, solltest du die Gemütslage nutzen.

Antrag auf Gehaltsverhandlung formulieren

Bevor du deinen Vorgesetzten auf eine Gehaltsverhandlung ansprichst, solltest du dir überlegen, wie du die Bitte formulierst. Zunächst ist es sinnvoll, gegenüber deinem Chef von einer Gehaltsanpassung, statt einer Gehaltserhöhung zu sprechen. Das Wort Anpassung impliziert, dass mit deinem aktuellen Gehalt etwas nicht stimmt und daher den Umständen, also deinen Leistungen entsprechend, angeglichen werden sollte. Das Wort Erhöhung sagt explizit aus, dass du mehr Geld forderst, ohne einen weiteren Hintergrund zu liefern.

Verhalte dich auch bei dieser Anfrage auf ein Gehaltsgespräch bereits selbstsicher und überzeugt von deinem Anspruch auf eine Verhandlung über dein momentanes Gehalt. Begründe diesen Anspruch kurz, indem du zum Beispiel anführst, dass du nun schon einige Zeit gerne und engagiert für das Unternehmen gearbeitet hast, dass deine Probezeit bald endet oder dass du am Ende eines erfolgreich absolvierten Projektes stehst.

Angemessene Gehaltsvorstellung formulieren

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Überlege dir vorher genau, welches Gehalt deiner Leistung entspricht

Der wohl wichtigste Aspekt in einer Gehaltsverhandlung ist dein Gehaltsvorschlag. Diesen solltest du dir daher unbedingt vor dem Gespräch überlegen und festlegen. Diese Gehaltsvorstellung sollte weder zu hoch, noch zu tief angesetzt sein, damit eine faire und erfolgreiche Verhandlung folgen kann.

Deine angestrebte Lohnerhöhung basiert logischerweise auf deinem aktuellen Gehalt. In der Regel kannst du ausgehend von diesem Gehalt eine Erhöhung zwischen drei und zehn Prozent heraushandeln. Bei einem Jobwechsel können unter Umständen bis zu 20 Prozent mehr verhandelt werden.

Wichtig ist in jedem Fall, dass diese Gehaltserhöhung berechtigt ist. Du solltest deine Leistung und deinen Beitrag im Unternehmen realistisch einschätzen und nachweisen und damit die geforderte Lohnerhöhung begründen können.

Marktwert ermitteln

Um sachlich und fundiert über dein Gehalt argumentieren zu können, solltest du deinen Marktwert kennen. Dieser hängt natürlich primär von deinem Beruf und deiner Branche ab. Darüber hinaus spielen einige weitere Faktoren in deinen Marktwert hinein, die ihn schmälern oder erhöhen können:

  • Position (Berufseinsteiger verdienen weniger als erfahrene Fach- oder Führungskräfte)
  • Qualifikation (mit einer besseren Ausbildung, höheren Qualifikation und Spezialisierung verdienst du mehr)
  • Unternehmensgröße (große, internationale Konzerne zahlen höhere Gehälter als kleine und mittelständische Unternehmen)
  • Standort (in Stadt und Ballungsgebieten wird mehr gezahlt als auf dem Land und in strukturschwachen Regionen)
  • Bundesland (Nord-Süd-Gefälle: In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen wird am meisten gezahlt; in Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern am wenigsten)

Um deinen Marktwert möglichst genau zu ermitteln, solltest du also im Voraus etwas recherchieren. So merkt dein Chef, dass du dich vorbereitet hast und dein Gehaltsvorschlag berechtigt, und nicht aus der Luft gegriffen ist.

Gehalt in Relation setzen

Den ermittelten Branchendurchschnitt kannst du außerdem dazu nutzen, um deine Gehaltsvorstellung in Relation zu setzen. Nenne dazu zunächst den Branchendurchschnitt und schließe daran dein etwas tiefer angesetztes Wunschgehalt an, sofern das deinem Marktwert entspricht. So steht direkt ein fundierter Richtwert im Raum, den du sogar bereits unterbietest. Das zeigt, dass du bereits einen Kompromiss eingegangen bist und macht es deinem Arbeitgeber schwer, deinen Gehaltsvorschlag weiter zu unterbieten.

Konkreten Betrag nennen

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Gib deinen Gehaltswunsch möglichst genau an

Häufig nennen Arbeitnehmer in Gehaltsverhandlungen eine Gehaltsspanne, aus Unsicherheit und um sich nicht genau festlegen zu müssen. Doch genau das kann dazu führen, dass du dir bei der Verhandlung eher den maximalen Wert erhoffst und als Richtwert siehst, während dein Chef sich an dem minimalen Wert orientiert. Nur wenn du einen konkreten Betrag nennst, weißt du, dass ihr vom selben Wert ausgeht.

Krumme Zahl nennen

Außerdem kann es helfen, eine krumme Zahl als Wunschgehalt anzugeben. Das beweist zunächst, dass du dir genau über deinen Wert für das Unternehmen bewusst bist. Du wirkst direkt überzeugt und gut vorbereitet. Das schmälert den Verhandlungsspielraum nach unten. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass beim Feilschen wahrscheinlich eher in kleinen Schritten verhandelt wird, als wenn du mit einem glatten Betrag beginnst.

Gehalt etwas höher als Wunschgehalt ansetzen

Des Weiteren solltest du ein Wunschgehalt nennen, das etwas höher ist als das, was du letztendlich mindestens erwartest. In der Regel wird dein Chef Gegenangebote machen, die unter deinem Einstiegsgebot liegen. Wenn du bereits mit deiner Schmerzgrenze beginnst, wird sie sehr wahrscheinlich unterboten.

Argumente vorbereiten

Wenn du deinen Arbeitgeber davon überzeugen möchtest, dass du mehr Geld wert bist, als du momentan verdienst, solltest du dafür Argumente anbringen. Diese Argumente sollten sich darauf stützen, welchen Mehrwert du für das Unternehmen schaffst und in Zukunft schaffen wirst. Konkret können sich die Argumente auf folgende Leistungen und Erfolge beziehen:

  1. Projekte
  2. Umsatzsteigerungen
  3. Einsparungen
  4. Überstunden
  5. Zusatzqualifikationen
  6. Weiterbildungen

Du solltest dir nicht nur Argumente überlegen, die deine Position stützen, sondern auch mögliche Gegenargumente berücksichtigen und entkräften, bevor dein Chef sie anführen kann. Überlege dir also, was aus Sicht deines Geldgebers gegen eine Lohnerhöhung sprechen könnte, wie zum Beispiel ein fehlendes Budget. Widerlege diese Gegenargumente, zum Beispiel indem du argumentierst, dass die Umsatzsteigerung, die du bewirkst, die Gehaltserhöhung bereits ausgleicht.

Leistungsmappe vorbereiten

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Eine Leistungsmappe stützt deine Argumentation

Um diese Argumente beweisen zu können, solltest du im Voraus eine Leistungsmappe anlegen. So kannst du deine bisherigen und zukünftigen konkreten Leistungen anschaulich und nachvollziehbar darstellen. So könnte deine Leistungsmappe aufgebaut sein:

  • Aufgabenbeschreibung
  • Leistungsbeschreibung (Auflistung deiner kontinuierlichen Leistungen und abgeschlossenen und zukünftigen Projekte)
  • Stundennachweis (Arbeitsaufwand für die jeweiligen Leistungen)
  • Anerkennung (Lob, Auszeichnungen)

Mithilfe der Leistungsmappe kannst du nachweisen, was du über deine eigentlichen Anforderungen hinaus leistest. Besonders die Nachweise über die Anerkennung, die du erhalten hast, sind ein überzeugendes Argument dafür, dass du eine Lohnerhöhung verdienst.

Souveränes Verhalten in der Gehaltsverhandlung

Nachdem du dich inhaltlich auf deine Gehaltsverhandlung vorbereitet hast, ist es wichtig, dass du dich auch mental darauf einstellst, um so möglichst souverän verhandeln zu können. Darüber hinaus gibt es ein paar Verhaltensregeln und Tipps die dir dabei helfen, selbstbewusst aufzutreten und deinen Gesprächspartner von einer Lohnerhöhung zu überzeugen.

Ersten Verhandlungszug machen

Da du die Gehaltsverhandlung initiiert hast, solltest du auch das Eröffnungsgebot nennen. Dieser Wert bildet die Basis der Verhandlung und steht als Richtwert im Raum. Du hast also in der Hand, bei welchem Wert die Verhandlungen beginnen und somit in welcher Spanne die Diskussion stattfindet. Außerdem machst du so direkt einen selbstsicheren Eindruck. Schließlich weißt du ja bereits, was deine Arbeit wert ist und musst es anschließend nur noch belegen.

Selbstbewusst auftreten

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Selbstsicheres Auftreten beim Gehaltsgespräch

Generell solltest du das ganze Gespräch über selbstbewusst sein – von Anfang bis Ende. Du hast Anspruch auf den Gegenwert deiner Arbeitsleistung und solltest diesen auch selbstsicher einfordern. Lass dich nicht kleinreden, schließlich hast du sogar Nachweise für deine Leistungen. Pass aber auf, dass du stets respektvoll und sachlich bleibst. Ansonsten besteht die Gefahr, dass dein Verhalten unverschämt wirkt und das Gehaltsgespräch ein schnelles und unangenehmes Ende nimmt.

Ein wirksames Mittel ist es, rhetorische Pausen bewusst zu nutzen, anstatt nervös zu versuchen, die Stille zu brechen. Setze zum Beispiel eine Pause, nachdem du einen Gehaltsvorschlag gemacht hast. Das unterstreicht deine Überzeugung und lässt deinem Chef Zeit, über deinen Vorschlag nachzudenken.

Nicht das erste Angebot akzeptieren

Wenn dein Vorgesetzter dir mit einem Gegenangebot entgegenkommt solltest du nicht direkt dem ersten Vorschlag zustimmen. Dieses Entgegenkommen bedeutet, dass er bereit ist zu verhandeln. Diesen Verhandlungsspielraum solltest du ausnutzen, um das maximale Gehalt zu erreichen, mit dem ihr beide einverstanden seid.

Allerdings solltest du nicht plump "nein" sagen, sondern dich zunächst für das Entgegenkommen erkenntlich zeigen und anschließend erläutern, warum dir das Gegenangebot noch zu niedrig ist.

Nicht nur Geld fordern

Falls dein Chef keine Bereitschaft zum Verhandeln zeigt und dir nicht mit einem Gegenangebot entgegenkommt, kannst du trotzdem versuchen, eine Verhandlung in die Wege zu leiten. Dazu kannst du statt Geld alternative Gegenleistungen vorschlagen, wie flexiblere Arbeitszeiten, die Möglichkeit der Arbeit im Home-Office, Sonderurlaub, ein Sabbatical oder ein ÖPNV-Ticket. Das zeigt, dass du bereit bist, Kompromisse einzugehen. Vermutlich wird dein Chef dir dementsprechend auch etwas entgegenkommen und dein Anliegen nochmal überdenken.

Gehaltserhöhung absichern

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Sicher die Gehaltserhöhung schriftlich ab

Wenn ihr schließlich auf einen Nenner gekommen seid, solltest du die Einigung über die mündliche Abmachung hinaus schriftlich absichern. Dazu kannst du dir die Aushandlung zum Beispiel in Form einer Notiz oder einer E-Mail bestätigen lassen. Das bedeutet nicht, dass du deinem Vorgesetzten nicht vertraust – es kann schnell passieren, dass ihr euch nach einiger Zeit nicht mehr an den genauen Betrag erinnert, vor allem wenn verschiedene Beträge zur Debatte standen. Mit einer schriftlichen Absicherung verhinderst du, dass es später zu Unklarheiten kommt.

Fehler bei einer Gehaltsverhandlung

Trotz guter Vorbereitung kann ein Gehaltsgespräch kippen und sogar unerwartet abgebrochen werden – und zwar dann, wenn du dich taktlos verhältst oder unangemessene Forderungen stellst. Folgende Verhaltensweisen und Aussagen solltest du unbedingt vermeiden, um zu verhindern, dass sich die Gehaltsverhandlung zu deinem Nachteil entwickelt.

Keine oder schlechte Argumente

Zunächst ist es schlecht, wenn du keine Argumente anführst, warum du eine Gehaltserhöhung verdienst. Das erweckt den Eindruck, dass du selbst nicht davon überzeugt bist, dass dir mehr Gehalt zusteht und dass du nur aus Prinzip mehr Geld forderst. Außerdem hast du dann keinen Nachweis und keine Rechtfertigung für deine Leistungen und damit kein Mittel, um deinen Chef zu überzeugen.

Fast genauso schlimm wie keine Argumente sind unangemessene Argumente. Sie können von Unprofessionalität zeugen, den Verhandlungspartner verärgern und sogar zu einem Abbruch des Gesprächs führen. Folgende Argumente solltest du vermeiden.

Private Kosten

Wenn du privat höhere Ausgaben hast oder größere Anschaffungen planst und deswegen mehr Geld benötigst, als du momentan bekommst, solltest du damit nicht deinen Wunsch nach einer Gehaltserhöhung begründen. Damit sagst du nämlich nur aus, dass du mehr Geld möchtest, aber nicht, warum du es verdienst. Falls du private Gründe für eine Lohnerhöhung angeben möchtest, zum Beispiel falls Familiennachwuchs ansteht, solltest du trotzdem im Anschluss deine berufliche Leistung als Rechtfertigung anführen.

Kündigung androhen

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Das Androhen einer Kündigung und Vergleiche mit Kollegen gehen oft nach hinten los

Unter keinen Umständen solltest du Druck ausüben und zum Beispiel mit einer Kündigung drohen, falls dein Chef dir nicht ausreichend entgegenkommt. Mit dieser Art von Erpressung hast du keine Aussicht auf Erfolg – im Gegenteil: Dein Chef könnte dein Verhalten als inakzeptabel ansehen und dich daraufhin entlassen beziehungsweise gerne gehen lassen, nachdem du es ja schon angekündigt hast.

Vergleiche mit Kollegen

Auch wenn es manchmal unfair erscheint und vielleicht Anlass für dich war, dein aktuelles Gehalt zu hinterfragen, solltest du das Gehalt von Kollegen niemals als Referenzwert anführen. Diese Argumente lassen sich leicht entkräften, da es in der Regel einen Grund für diesen Gehaltsunterschied gibt – vielleicht arbeitet die Person schon länger in der Position, hat bessere Qualifizierungen oder leistet einfach bessere Arbeit. Bei der Gehaltsverhandlung geht es ausschließlich um deinen Mehrwert, deine Leistung im Unternehmen. Vergleiche mit anderen lassen dich unsicher dastehen und wirken unprofessionell.

Unangemessene Gehaltsvorstellung

Auch die Höhe deines Einstiegsgebotes ist entscheidend für den Verlauf und Ausgang der Gehaltsverhandlung. Dabei solltest du dein Wunschgehalt weder zu hoch noch zu niedrig oder zu vage ansetzen.

Zu viel verlangen

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Wenn zu viel Geld verlangst, könnte die Verhandlung kippen

Der Versuch, ein unverhältnismäßig hohes Wunschgehalt zu nennen, um mehr Handlungsspielraum nach oben zu haben und so womöglich ein höheres Endgehalt auszuhandeln, kann nach hinten losgehen. Unter Umständen wird dein Vorschlag direkt ausgeschlagen und die Verhandlung erst gar nicht begonnen. Darüber hinaus kann dein Chef die Aussage als unverschämt wahrnehmen und dauerhaft einen schlechten Eindruck von dir haben. Verlange also nur so viel, wie du auch fundiert durch deine Leistungen belegen kannst.

Zu wenig verlangen

Genauso solltest du aber auch nicht zu bescheiden sein. Wenn du mit einem Gehaltsvorschlag startest, der unter deinem Wert liegt oder wenn du zu schnell nachgibst und einem niedrigen Gegenangebot zusagst, bekommst du nicht nur weniger, als deine Leistung wert ist, sondern wirst auch in Zukunft nicht mehr ernst genommen. Du verlierst gegenüber deinem Vorgesetzten an Respekt und wirst bei jeder weiteren Gehaltsverhandlung im Nachteil sein.

Keine konkrete Gehaltsvorstellung

Ein weiterer zu vermeidender Fehler ist es, keine oder nur eine vage Vorstellung von deinem Wunschgehalt zu haben. Wenn du zum Beispiel sagst, dass du gerne eine Gehaltserhöhung von fünf Prozent hättest, ohne dabei das konkrete Gehalt anzuführen, kannst du diese Gehaltsvorstellung nicht hinreichend mit deinem Mehrwert begründen.

Noch schlimmer ist es, wenn du gar keine Zahlen nennst. So gibt es keinen Richtwert, von dem die Verhandlung ausgehen kann. Es wirkt, als würdest du aus Prinzip mehr Geld haben wollen, ohne dir darüber bewusst zu sein, wie viel deine Leistung eigentlich wert ist.

Falsches Timing

Wenn du einen schlechten Zeitpunkt wählst, um dein Gehalt zu verhandeln, kann das das Ergebnis der Verhandlung verschlechtern und auch langfristig einen schlechten Eindruck von dir übermitteln. Wenn du zu früh oder zu häufig nach einer Gehaltserhöhung fragst, kann es passieren, dass du als habsüchtig wahrgenommen wirst und deine Forderungen nicht mehr ernst genommen werden.

Auch wenn du das Gehaltsgespräch flüchtig, ohne vorherige Ankündigung oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt beginnst, kann das zu deinem Nachteil sein. Dein Chef könnte sich überrumpelt fühlen und dementsprechend negativ auf deine Argumente reagieren. Vielleicht wirst du trotzdem eine Gehaltserhöhung aushandeln können, diese wird aber vermutlich nicht das volle Potential ausschöpfen.

Unsachlichkeit

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Unprofessionelles Verhalten ist im Gehaltsgespräch zu vermeiden

Generell solltest zu keinem Zeitpunkt laut oder beleidigend werden oder deinem Vorgesetzten Vorwürfe oder ein schlechtes Gewissen machen. Das wirkt unprofessionell, respektlos oder auch unsicher. Das schmälert nicht nur im Gehaltsgespräch deine Erfolgschancen, sondern macht auch darüber hinaus dauerhaft einen schlechten Eindruck.

Wenn du dich hinreichend vorbereitet hast und Argumente und Belege deiner Leistung hast, die deine geforderte Gehaltserhöhung legitimieren, brauchst du auch gar nicht versuchen, mit irgendwelchen Tricks deinen Chef zum einknicken zu bringen. Ein selbstsicheres und ehrliches Auftreten ist hier der beste Weg zum Erfolg.

Gehaltsverhandlung über Einstiegsgehalt

Eine Gehaltsverhandlung findet nicht nur statt, wenn du innerhalb eines Unternehmens eine Gehaltserhöhung möchtest, sondern kann auch schon vor der Einstellung geführt werden – zum Beispiel in einem Bewerbungsgespräch oder bereits im Anschluss an deine Gehaltsvorstellung im Anschreiben.

Du solltest die Bedeutung des Einstiegsgehaltes nicht unterschätzen. Es ist die Basis für jede weitere Gehaltsverhandlung und daher für deine Gehaltsentwicklung. Fordere also ein, was dir zusteht. Natürlich solltest du du dein Wunschgehalt nicht zu hoch ansetzen, da das ein Kriterium für dein Ausscheiden im Bewerbungsprozess sein könnte.

Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch

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Gehaltsverhandlungen im Vorstellungsgespräch souverän meistern

Meistens wird im ersten Bewerbungsgespräch noch nicht direkt über Geld gesprochen, sondern erst später, häufig im zweiten Gespräch. Trotzdem solltest du schon beim ersten Vorstellungsgespräch bereit sein, dein Wunschgehalt nennen und begründen zu können.

Zunächst solltest du das Thema Gehaltsvorstellungen nie von selbst ansprechen, sondern erst darauf eingehen, wenn es von deinem Gesprächspartner angesprochen wurde.

Dein Wunschgehalt solltest du immer als Jahres-Bruttogehalt angeben. Ansonsten solltest du die oben genannten Tipps für eine angemessene Gehaltsvorstellung beachten. Du solltest also vorher deinen Marktwert ermitteln, den Branchendurchschnitt recherchieren und dir einen konkreten, krummen Betrag überlegen.

Natürlich musst du auch diese Gehaltsvorstellung begründen, zum Beispiel durch deine umfangreiche Erfahrung in der ausgeschriebenen Position, deine Qualifikation und deine Leistung.

Fragen nach deinem bisherigen Gehalt gehören eigentlich nicht ins Vorstellungsgespräch, können jedoch vorkommen. Du kannst die Antwort zwar verweigern, es kommt jedoch besser, wenn du ehrlich auf die Frage antwortest. Du kannst diese Zahl aber kommentieren beziehungsweise selbstbewusst erläutern, falls dein vorheriges Gehalt deutlich unter dem liegt, was du jetzt erwartest. Vielleicht hast du in einer anderen Position gearbeitet, in einem kleineren Unternehmen, in einer anderen Region oder du hattest zu dem Zeitpunkt noch weniger Erfahrung. Die Gehaltserhöhung kannst du also dadurch begründen, dass du mittlerweile mehr Erfahrung gesammelt hast, über eine höhere Qualifikation verfügst und vielleicht in der neuen Position mehr Verantwortung übernimmst.

Wenn dein Gesprächspartner dir im Bewerbungsgespräch ein viel zu niedriges Angebot nennt, solltest du zunächst Ruhe bewahren. Dahinter könnte ein Stresstest stecken, um schon im Vorstellungsgespräch zu sehen, wie professionell du mit solchen Situationen umgehst. Bleib gelassen und greife auf deine vorbereiteten Argumente zurück. Wenn diese gut recherchiert und berechtigt sind, wird dein Vorgesetzter dir entgegenkommen.

Gehaltsverhandlung im Anschreiben

Häufig wird bereits in der Stellenausschreibung darum gebeten, den Bewerbungsunterlagen eine Gehaltsvorstellung beizufügen. Dem solltest du dann auch unbedingt nachgehen, da deine Bewerbung sonst als unvollständig angesehen wird. Idealerweise nennst du dein Wunschgehalt im letzten Satz deiner E-Mail, der du deine Bewerbung anhängst. So signalisiert du, dass es für dich keinen übergeordneten Stellenwert hat, hast es aber trotzdem genannt.

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