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Probearbeiten: 4 Regeln & 7 Tipps für deinen Probearbeitstag

Beim Probearbeiten hast du die Chance, das Unternehmen und seine Arbeitsweisen besser kennenzulernen. Andersherum wirst auch du genauestens unter die Lupe genommen. Wie du dabei einen guten Eindruck hinterlässt und was du vor deinem Probetag über Rechte und Regeln wissen solltest, erfährst du hier.

Das Probearbeiten erfolgt normalerweise nach einem ersten persönlichen Kennenlernen. Du erhältst einen Einblick in das Unternehmen und wirst dabei auf deine Arbeitsweise und deine Soft Skills getestet. Der Probetag bietet also für beide Parteien einen klaren Vorteil. In seltenen Fällen kann es jedoch zu einer Ausnutzung kommen. Wie du dich davor schützen kannst und was du Grundlegendes über das Probearbeiten wissen solltest, erklären wir im Folgenden.

Wissenswertes über das Probearbeiten

Wissenswertes über das Probearbeiten

Du hast eine interessante Stellenausschreibung entdeckt und dich mit einem Bewerbungsschreiben darauf beworben. Normalerweise folgt danach ein persönliches Vorstellungsgespräch, in dem dich das Unternehmen näher kennenlernt. Wirst du anschließend zu einem Probearbeiten eingeladen, ist das ein sehr gutes Zeichen: Du gehörst zu den Top-Bewerbern, die das Unternehmen genauer unter die Lupe nehmen möchte.

Während bei einem Telefoninterview zahlreiche Bewerber getestet werden können, laden die meisten Unternehmen nur eine engere Auswahl zum Probearbeiten ein. Denn dieses ist mit einem höheren Zeitaufwand verbunden und lohnt sich meist nur, wenn der Bewerber auch wirklich für die Stelle in Frage kommt. Das Probearbeiten bietet für das Unternehmen die Chance, dich besser und unverbindlich kennenzulernen und dabei deine Arbeitsweise aber auch deinen sozialen Umgang mit Kunden, Vorgesetzten und Kollegen zu beobachten. Sie gehen dabei keine Verpflichtung ein und müssen dich für die Probearbeit auch nicht entlohnen – zumindest unter bestimmten Voraussetzungen.

Für dich als Bewerber ist der Probetag eine interessante Möglichkeit, um einen Einblick in das Unternehmen zu erhaschen und auszukundschaften, ob dich die Arbeit und das Unternehmen wirklich anspricht. Du kannst auf verschiedene Dinge achten, wie etwa den Umgang mit Kollegen, das Arbeitsklima und Aufgabenbereiche. Damit du einen guten Eindruck hinterlässt, solltest du ebenfalls auf einige Aspekte achten. Pünktlichkeit, ein gepflegtes Äußeres und Höflichkeit solltest du in jedem Fall zum Probearbeiten mitbringen.

Probearbeiten versus Probezeit
Probearbeiten und Probezeit bezeichnen zwei verschiedene Dinge. Während du beim Probearbeiten noch keinen Arbeitsvertrag unterzeichnet hast, ist dieser in der Probezeit Pflicht. Außerdem dauert das Probearbeiten normalerweise wenige Stunden bis einige Tage und erfolgt nach dem Vorstellungsgespräch. Die Probezeit beträgt je nach Unternehmen mehrere Monate (in der Regel drei bis sechs) und setzt einen Vertragsabschluss voraus. Mehr über die Probezeit erfährst du hier.

Regeln und Pflichten beim Probearbeitstag

Regeln und Pflichten beim Probearbeitstag

Wie das Probearbeiten gestaltet wird, kann jedes Unternehmen für sich entscheiden. Dennoch gibt es einige Regeln, an die es sich halten muss – zu deinem Schutz und um rechtliche Schwierigkeiten zu vermeiden. Kurz gefasst gelten folgende Regeln.

Dauer

Das Probearbeiten sollte maximal wenige Tage dauern, besser jedoch nur einige Stunden am Vormittag oder Nachmittag. Möglich wären auch mehrere Probetage (zwischen drei und fünf). Damit kann das Unternehmen beispielsweise Bewerber gegeneinander testen. Das Unternehmen ist mit einem kurzen Probearbeitstag auf der sicheren Seite, denn ansonsten könnte unbeabsichtigt ein Arbeitsverhältnis entstehen.

Aufgaben

Der Bewerber sollte an seinem Probearbeitstag keine Aufgaben übernehmen, die normalerweise entlohnt werden. Er kann sich maximal an Teilaufgaben beteiligen, allerdings darf das Unternehmen daraus keinen Profit schlagen. Am besten läufst du sogar nur mit, schaust dir das Unternehmen an und wirst in Aufgabenbereiche eingeführt. Am Ende kann dir das Unternehmen einen Lohn zahlen, jedoch erfolgt dies in Form einer Aufwandsentschädigung, nicht als Lohn für geleistete Arbeit.

Vertragsabschluss

Es kann von Vorteil sein, vor dem Probearbeitstag eine schriftliche Vereinbarung zu treffen. Gibt es im Nachhinein Unsicherheiten, sind beide Parteien abgesichert. In dieser Vereinbarung können folgende Punkte festgehalten werden:

  • Name des Unternehmens und des Bewerbers
  • Ansprechpartner
  • Angabe zum Ort und der voraussichtlichen Zeitspanne
  • Vermerk, dass der Bewerber nicht zu einer Arbeitsleistung verpflichtet ist, deshalb auch nicht vergütet werden muss
  • Vermerk, dass das Probearbeiten zu jeder Zeit mündlich von beiden Parteien beendet werden kann

Bei Arbeitslosigkeit

Beziehst du Hartz IV und bist auf Jobsuche, musst du wohlmöglich das Probearbeiten dem Arbeitsamt melden. Informiere dich hierzu bei deinem Jobcenter und sichere dich vorher lieber ab. In den meisten Fällen muss dies nicht gemeldet werden, wenn es sich um ein kurzes Probearbeiten von zwei oder drei Stunden handelt.

Probearbeiten: Chance oder Ausnutzung?

Probearbeiten – Chance oder Ausnutzung?

In den letzten Jahren gab es vermehrt Berichte über eine Ausnutzung der Probearbeiter. Das ging sogar so weit, dass manche Stellen nur ausgeschrieben wurden, um Probearbeiter anzulocken, ohne dass diese Stelle wirklich besetzt werden sollte. Dabei nutzen die Unternehmen ihre Probearbeiter als kostenlose und unverbindliche Aushilfen für kleinere Tätigkeiten aus. Du kannst dich selbst vor unseriösen Angeboten schützen, indem du auf folgende Aspekte achtest:

  • Wirst du nach einem Bewerbungsschreiben direkt zu einem Probearbeiten eingeladen, sollte dich das hellhörig machen. In der Regel wirst du nämlich erst zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch oder einem Telefoninterview eingeladen, ehe dich das Unternehmen für einige Stunden bei sich arbeiten lässt.
  • Seriös ist ein Unternehmen auch dann, wenn das Probearbeiten vor- und nachbereitet wird. Du wirst demnach zunächst in die (Teil-)Aufgaben eingeführt und im Anschluss bespricht dein Ansprechpartner die erbrachte Leistung mit dir. Das ist aber nicht in jedem Unternehmen der Fall.
  • Ein Angebot ist vermutlich auch dann unseriös, wenn dich das Unternehmen für mehrere Tage (mehr als drei oder fünf) zur Probearbeit einlädt. Vor allem dann, wenn die Tätigkeiten einfach und schnell zu erlernen sind.
  • Es sollte dich außerdem stutzig machen, wenn du bereits voll in die Arbeit eingeführt wirst und Tätigkeiten ausübst, die normalerweise entlohnt werden: du also kostenlos Profit für das Unternehmen schlägst.
Wann du vergütet werden solltest

Auch wenn das Angebot seriös ist und du Freude an dem Unternehmen oder der Tätigkeit hast, hast du in bestimmten Fällen ein Recht auf Vergütung. Juristen unterscheiden hierbei in zwei Fällen:

1. Weisungsabhängige Arbeit: Sobald das Unternehmen mit deinen Tätigkeiten als Probearbeiter Gewinn erwirtschaftet, ist es verpflichtet, dir eine für die Arbeit übliche Vergütung zu zahlen.

2. Weisungsunabhängige Arbeit: Lernt dich das Unternehmen beim Probearbeiten lediglich näher kennen und beteiligst du dich höchstens an kurzen Teilaufgaben (das Unternehmen erwirtschaftet keinen Gewinn durch dich), muss es dich auch nicht vergüten. Es kann dir allerdings gegebenenfalls eine Aufwandsentschädigung zahlen.

Tipps für ein erfolgreiches Probearbeiten

Tipps für ein erfolgreiches Probearbeiten

Ein Probearbeiten solltest du aus zwei Perspektiven betrachten: Einerseits hast du die Möglichkeit, von dir zu überzeugen und dich von deiner besten Seite zu zeigen. Dabei stellst du deine Soft und Hard Skills unter Beweis und überzeugst das Unternehmen, dass du die richtige Person für diese Stelle bist. Andererseits bietet dir der Probearbeitstag die Chance, das Unternehmen und seine Strukturen besser kennenzulernen. Am Ende entscheidest schließlich auch du, ob dir die Arbeit in diesem Unternehmen gefällt und du ein Teil von ihm werden möchtest. Im Folgenden haben wir einige Tipps für dich zusammengestellt, die beide Perspektiven miteinbeziehen.

Auf den Probearbeitstag vorbereiten

Dein potenzieller Arbeitgeber wird dich beim Probearbeiten genau unter die Lupe nehmen. Du kannst dich darauf einstellen, dass er unter anderem folgende Aspekte überprüfen wird:

  • Teamfähigkeit und gegebenenfalls Konfliktmanagement
  • Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden
  • Hard Skills (dein Know-How)
  • Lernfähigkeit und -bereitschaft
  • Aufnahmefähigkeit
  • Allgemeine Soft Skills (Empathie, Respekt, methodische Kompetenzen und vieles mehr)
  • Durchsetzungsfähigkeit
Auch du kannst das Unternehmen auf bestimmte Aspekte überprüfen, die dir wichtig sind. Überlege dir im Vorhinein, worauf du genauer achten möchtest. Es kann sich dabei beispielsweise um folgende Bereiche handeln: Hierarchien, Kommunikation im Team, Arbeitsklima (z.B. zwischen Kollegen oder Vorgesetzten), Arbeitsleistungsdruck und generelle Zufriedenheit im Team.

Lege Erwartungen fest und reflektiere

Lege Erwartungen fest und reflektiere nach deinem Probearbeitstag

Eine gute Vorbereitung auf den Probearbeitstag kann nicht schaden. Indem du Erwartungen festlegst, kannst du dich während des Probearbeitens besser auf diese Bereiche fokussieren und später entscheiden, ob die Arbeit für dich in Frage kommt. Sammle während des Probearbeitens so viele Eindrücke wie möglich und schreibe diese im Anschluss auf. So reflektierst du deinen Arbeitstag und kannst dir Vor- und Nachteile über die Arbeit in diesem Unternehmen überlegen. Dafür kannst du dir beispielsweise folgende Fragen stellen:

  • Was fand ich gut, was eher schlecht?
  • Was sagt mein Bauchgefühl?
  • Gab es Probleme im Unternehmen oder bei der Arbeit?
  • Wie zufrieden waren die Mitarbeiter?
  • Sind mir Kollegen und Vorgesetzte sympathisch? Kann ich mir vorstellen, mit ihnen zu arbeiten?
  • Habe ich mich während des Probearbeitens wohl gefühlt?

Sammle Informationen

Wenn das nicht bereits zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch geschehen ist, solltest du spätestens vor dem Probearbeitstag Informationen über das Unternehmen sammeln. Du solltest grob wissen, wie viele Mitarbeiter in dem Unternehmen arbeiten, welche Arbeitsbereiche es gibt, die Standorte und Produkte kennen. Je besser du informiert bist, desto besser bist du auf das, was dich erwartet, vorbereitet. Außerdem kannst du dir so Fragen überlegen, um Interesse und Engagement zu zeigen.

Informationen über das Unternehmen findest du in erster Linie auf deren Homepage. Außerdem kannst du dich in sozialen Netzwerken und auf tagesaktuellen Nachrichten umschauen oder Interviews mit der Geschäftsleitung anschauen.

Erscheine ausgeschlafen und pünktlich

Erscheine fit und ausgeschlafen zum Probearbeiten

Ein absolutes No-Go beim Probearbeiten ist, unpünktlich zu erscheinen. Das vermittelt einen schlechten Eindruck von dir und der Arbeitgeber zweifelt vielleicht daran, sich auf dich verlassen zu können. Rechne deshalb auch mit möglichen Verspätungen von Bahn oder Zug und plane auch Stau mit ein. Erscheine lieber zu früh als zu spät. Hast du noch ein wenig Zeit, kannst du dich zum Beispiel mit einem Kaffee auf das kommende Probearbeiten einstellen.

Checke auch im Vorhinein genau, welchen Weg du nehmen musst und wo sich das Gebäude befindet. Speichere auch die Telefonnummer des Unternehmens oder die deines Ansprechpartners. Findest du den Eingang nicht oder kommst nicht in das Gebäude rein, kannst du diesen anrufen.

Wichtig ist außerdem, dass du fit und ausgeschlafen zum Termin erscheinst. Stelle dir vielleicht einen Wecker mehr als üblich und geh früh schlafen. Verzichte auf Alkohol am Abend und frühstücke vor dem Probearbeitstag, sodass du die bevorstehenden Arbeitsstunden gut durchhältst. Bist du nervös und kannst nicht schlafen, haben wir hier einige Tipps für dich, die dir beim Einschlafen helfen können.

Achte auf ein gepflegtes Aussehen

Manche Unternehmen schreiben einen speziellen Dresscode für ihre Mitarbeiter vor. Normalerweise wird dich dein Ansprechpartner vor dem Probearbeiten darüber informieren. Du kannst aber auch nachfragen, wenn du dir unsicher bist. Wichtig ist aber vor allem, dass du gepflegt erscheinst. Das bedeutet: geputzte Zähne, frisch geduscht (vermeide unangenehme Gerüche), gewaschenes Gesicht, ordentliche Haare und saubere Kleidung.

Sei respektvoll und höflich

Sei höflich und respektvoll

Während des Probearbeitens solltest du dich von deiner besten Seite zeigen. Das bedeutet vor allem, dass du dich respektvoll und höflich zeigst. Das Unternehmen wird dich dabei beobachten, wie du mit den Kollegen, Vorgesetzten und Kunden umgehst. Je nach Branche kann der soziale Umgang entscheidend für eine Einstellung sein. Setze dich deshalb nicht schon in deiner Probearbeitszeit mit anderen Personen auseinander und behalte Verbesserungsvorschläge zunächst für dich. Diese kannst du in der Nachbereitung anbringen. Bleib aber auch dabei bescheiden.

Zeig Engagement und Motivation

Vermutlich wirst du beim Probearbeiten nicht alles perfekt meisten können. Das wird auch gar nicht von dir erwartet – dafür ist schließlich später die Einarbeitung und Probezeit da. Dennoch solltest du dich engagiert und motiviert zeigen. Dein potenzieller Arbeitgeber möchte sehen, ob du Spaß an der Arbeit hast und das Unternehmen wohlmöglich auch weiterbringen kannst. Engagement zeigst du, indem du aufmerksam und fleißig bist und Interesse an dem Unternehmen zeigst. Stelle dafür Fragen oder bring konstruktive Vorschläge ein. Das wird sich dein potenzieller Arbeitgeber merken und dich vielleicht trotz anfänglicher Schwierigkeiten in der Tätigkeit als Kandidat bevorzugen.

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