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Dresscodes: Die 7 wichtigsten Kleiderordnungen und ihre Bedeutungen

„Kleider machen Leute“ – das besagt ein altes Sprichwort. In vielen Berufen und bei gesellschaftlichen Anlässen wird deshalb eine Kleiderordnung vorgeschrieben. Klassische Dresscodes sind heute nur noch wenig bekannt, auch in Unternehmen sind die Kleiderordnungen oft eher Richtlinien als Gesetz. Was du dennoch wissen musst, haben wir für dich zusammengestellt.


Was ist eigentlich eine Kleiderordnung – und wo trägt man sie?

Kleiderordnungen im Wandel – auch bei Hochzeiten

Noch vor einigen Jahrzehnten war die Kleiderordnung um einiges strenger als heutzutage. Männer trugen einen Sonntagsanzug, Frauen ausschließlich Röcke und Kleider. Diese alten Gewohnheiten sind uns so fremd, dass es beinahe unvorstellbar ist. Auch zur heutigen Zeit gibt es noch Kleiderordnungen, auch wenn diese nicht mehr unseren Alltag bestimmen. Zu besonderen Anlässen und im Berufsleben kann es durchaus noch Dresscodes geben.

Zu einer Hochzeit kommen die Gäste normalerweise in schicken Kleidern und Anzügen. Trägt eine Frau auf einer Hochzeit ein weißes Kleid, wird sie vermutlich den ganzen Tag schief angeguckt, wenn es sich nicht um die Braut handelt. Auf Beerdigungen tragen die Trauernden schwarz. Hier wäre ein buntgemustertes Blümchenkleid fehl am Platz. All dies sind ungeschriebene Gesetze, die uns ganz natürlich erscheinen.

Anders sieht es am Arbeitsplatz auf. Hier kann die Kleiderwahl vorgeschrieben oder auch nur eine allgemeine Richtlinie sein. Jeder weiß, dass man nicht in einer Jogginghose zum Vorstellungsgespräch geht. Das wirkt nicht nur unseriös, sondern kann die Erfolgsaussichten auch erheblich minimieren. Ein fester Dresscode kann je nach Branche und Unternehmen variieren. Fängst du einen neuen Job an, solltest du vorher nachfragen, ob eine Kleiderordnung existiert. Zu Beginn lohnt es sich ein bisschen schicker zur Arbeit zu kommen, um seriös und respektvoll zu wirken. Schaue dennoch darauf, was Kollegen in der gleichen Position tragen und passe dein Outfit ihrem an.

Manche Berufsgruppen haben eine festgelegte Uniform. Polizisten beispielsweise tragen Hemden, Jacken und Hosen im selben Stil. Auch zwischen Männern und Frauen wird hier selten ein Unterschied in Sachen Kleiderordnung gemacht. Viele Dresscodes sind zudem technisch bedingt. Krankenschwestern und Ärzte tragen oft einheitliche Kleidung, deren unterschiedliche Farben ihren Einsatzbereich kennzeichnen.

Die wichtigsten Dresscodes

Die wichtigsten Dresscodes

Ob privat oder beruflich – es gibt gewisse Dresscodes, die jeder kennen sollte. Sie zu kennen, wird dir dabei helfen das richtige Outfit zu finden, wenn die nächste Hochzeitseinladung ins Haus kommt oder du zu einem Geschäftsessen eingeladen wirst.

Geschäftliche Kleiderordnungen

Im Berufsleben solltest du gepflegt und gut gekleidet sein. Die Definition dieser Ausdrücke kann allerdings von Unternehmen zu Unternehmen und von Branche zu Branche verschieden sein. Im Kreativbereich werden meist Casual-Looks bevorzugt, während es im Sales-Bereich formeller zugeht. Auch deine Position spielt eine Rolle: Je höher deine berufliche Stellung, desto formeller ist die Kleidung.

Casual

Gilt ein Casual Dresscode, trägst du lockere und legere Kleidung. Bedenke bei deiner Kleiderwahl allerdings, dass es sich um einen geschäftlichen Kontext handelt. Schlabbershirt und Jogginghose sind  unangebracht. Manche Unternehmen verstehen unter einem Casual Dresscode noch immer ein Hemd bei Männern und eine schicke Bluse bei Frauen. Andere Unternehmen akzeptieren auch einen schicken Pullover. In der Regel tragen Frauen eine lange Hose oder einen Rock zu einem schicken Oberteil. Auch Kleider mit wenig Ausschnitt kommen gut an. Bei Schuhen haben Frauen mehr Auswahl. Sie können sowohl hohe als auch flache, offene und geschlossene Schuhe tragen. Männer tragen eine gebügelte Baumwollhose, in manchen Fällen ist auch eine Jeans oder eine Chinohose angemessen. Dazu können sie ein schickes Shirt, ein Hemd oder ein Sakko tragen. Geschlossene Schuhe sind bei Männern Pflicht.

Smart Casual

Smart Casual

Smart Casual bezeichnet das legere Business-Outfit. Die Kleidung sollte sportlich-elegant, schick und lässig zugleich und ordentlich zusammengestellt sein. Oft wird Smart Casual zu Geschäftsessen getragen, beispielsweise wenn nicht genug Zeit für einen Outfitwechsel bleibt. In diesem Fall können Männer ihre Anzughose anlassen, aber das Sakko und die Krawatte ablegen. Allgemein sind auch Stoff- und Cordhosen und sogar dunkle Jeans erlaubt. Als Oberteil ist ein Poloshirt und ein Hemd angemessen. Frauen können sowohl Rock als auch Hose mit schicken T-Shirts, Tops und Blusen kombinieren. Auch ein gut geschnittenes Sommerkleid ist noch zulässig. Bei der Länge des Kleides oder des Rocks sollte allerdings darauf geachtet werden, dass diese nicht kürzer als eine Handbreit über dem Knie sind. Angemessene Handtaschen sind beispielsweise Clutchbags und schmale Schultertaschen.

Business Casual

Business Casual kann sehr breit interpretiert werden. Während in manchen Unternehmen die Definition eher an den Smart-Casual-Dresscode angelehnt ist, definieren andere diesen Dresscode schon als ein ganzheitliches Businessoutfit. Auch hier ist wieder das richtige Maß zwischen leger und elegant zu finden. Anlässe sind beispielsweise Geschäftsessen und Afterwork. In manchen Branchen kann auch auf Geschäftsreisen eine lockere Kleiderordnung zulässig sein. Jeans sollten vermieden werden, während elegante Stoffhosen, Hemden und Poloshirts angemessen sind. Mit einer Krawatte bist du hier meist overdressed. Ein schlichter dunkler Anzug kann dagegen getragen werden. Das Schuhwerk sollte zu dem jeweiligen Outfit passen. Bei einer lockeren Definition des Business Casual sind sogar Slipper erlaubt. Frauen haben etwas mehr Spielraum. Sie können schicke Blusen, Pullover, Tops und T-Shirts zu Röcken und Baumwollhosen kombinieren. Neben schlichten Pumps können auch Sandaletten getragen werden.

Business Attire

Business Attire

Dieser Dresscode strahlt Seriosität und Eleganz aus, daher wird er oft von Führungskräften getragen. Der Anzug ist ein Muss, ebenso wie die Krawatte, das Uni-Hemd, farblich passende Socken und ein schlichtes Schuhwerk. Im Sommer kann bei hohen Temperaturen das Sakko abgelegt werden, während nackte Haut am Bein ein absolutes No-Go ist. Deshalb sollte darauf geachtet werden, dass die Socken auch beim Sitzen lang genug sind, um das Bein zu verdecken. An Mustern sollte ebenfalls gespart werden. Ist die Krawatte gestreift, sollten der Anzug und das Hemd schlicht gehalten werden. Frauen sollten Kombinationen wie Hosenanzüge oder Kostüme tragen. Geschlossene Schuhe und Feinstrumpfhosen sind Pflicht. Die Absätze sollten nicht höher als sechs Zentimeter sein.

Seit den 1950ern wird in Nordamerika der Casual Friday praktiziert. In großen Unternehmen mit vorgegebenen und formellen Dresscodes werden freitags die Kleidervorschriften gelockert und auch legere und sportliche Kleidung darf im Büro getragen werden. So können sich die Angestellten auf das anstehende Wochenende einstimmen. Die Unternehmen versprechen sich von dieser Lockerung eine erhöhte Arbeitsmoral. Mittlerweile ist der Casual Friday auch in Europa und Asien verbreitet.

Private Kleiderordnungen

Auch zu privaten Anlässen kann es Dresscodes geben, beispielsweise auf Hochzeiten oder zu gesellschaftlichen Events. Meist wird hier zwischen Abendveranstaltungen und Tagesevents unterschieden. Abends geht es oft formeller zu und ein Frack, ein Smoking oder ein langes Abendkleid ist angemessen, während tagsüber ein Cocktailkleid oder ein einfacher Herrenanzug ausreichend ist.

Black Tie

Zu einem festlichen Anlass in den Abendstunden wie beispielsweise zu einem Dinner ist ein Black-Tie-Dresscode angemessen. Der halbformelle Dresscode bedeutet für Männer ein dunkler Smoking und für Frauen ein langes einfarbiges Abendkleid, das gerne auch schulterfrei sein darf. Dazu passt eine dezente Handtasche. Männer tragen zum Smoking ein weißes Smokinghemd mit der symbolischen schwarzen Fliege dieses Dresscodes und dem passenden Schuhwerk.

White Tie

Dieser Dresscode ist sehr formell und daher heutzutage nur noch selten zu festlichen Abendveranstaltungen vorgeschrieben. Männer tragen einen Frack, ein weißes Frackhemd mit einer weißen Fliege und eventuell einer weit ausgeschnittenen weißen Weste. Frauen tragen ein bodenlanges Abend- oder Ballkleid in gedeckten Farben. Die Schultern sollten bei der Ankunft am Veranstaltungsort verdeckt sein und auch die Schuhe sollten geschlossen sein. Hohes Schuhwerk ist für Frauen ein Muss.

Informell

Aufpassen solltest du, wenn der Dresscode als informell bezeichnet wird. Anders als man vermutlich zuerst annehmen würde, bezeichnet diese Kleiderordnung keinesfalls Alltagskleidung. Besonders zu Abendveranstaltungen aber auch zu festlichen Tagesevents wird ein informeller Dresscode gerne gewählt. Männer tragen dunkle Anzüge, während Frauen in eleganten, halb langen Kleidern mit Feinstrumpfhosen erscheinen. Der informelle Dresscode orientiert sich an dem geschäftlichen Dresscode Business Attire, aber kann auch zu privaten Anlässen getragen werden.

Was darf der Arbeitgeber vorschreiben?

Was für Kleiderordnungen und Dresscodes der Arbeitgeber vorschreiben darf

In der Vergangenheit sorgten die Kleidervorschriften verschiedener Unternehmen immer wieder für Aufruhr. Während in manchen Fällen nur die Länge der Fingernägel vorgeschrieben war, schrieben manche Arbeitgeber ihren Angestellten sogar die Farbe ihrer Unterwäsche vor. Manche Arbeitgeber führten gar eine BH-Pflicht für Frauen ein.

Was die Arbeitgeber ihren Angestellten nun alles in Sachen Kleiderordnung anweisen dürfen, hängt von der Branche und Tätigkeit ab. Oft spielen Sicherheitsfaktoren und Hygienemaßnahmen eine Rolle, beispielsweise wenn der Bauarbeiter einen Helm und die Küchenhilfe ein Haarnetz tragen muss. Schwieriger wird es, wenn die Kleidervorschriften nur grobe Richtlinien sind. In Branchen mit viel Kundenkontakt wird oft ein gut gekleidetes und gepflegtes Äußeres erwartet. Ob dafür ein Anzug oder ein Kostüm notwendig ist, kann unterschiedlich aufgefasst werden. Auch die Höhe der Absätze, die Tiefe des Ausschnitts und die Farbe der Kleidung kann zu Kontroversen führen. In den meisten Fällen empfiehlt es sich jedoch, sich den Kleiderordnungen des Arbeitgebers anzupassen. Eine Nichteinhaltung der Vorschriften kann sogar ein Kündigungsgrund sein.

Nichtsdestotrotz sind zu viele Einschränkungen von Seiten des Arbeitgebers oft nicht zulässig. Mit einer Einschränkung der Kleiderwahl ist der Arbeitnehmer auch in seinen Persönlichkeitsrechten eingeschränkt. Die Gründe für eine Kleiderordnung können vielseitig sein. Wichtig ist, dass zuvor abgewägt wird, ob diese Gründe eine Einschränkung der Arbeitnehmerrechte rechtfertigen.

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