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Headhunter: 3 Dos & 3 Don’ts beim Gespräch mit dem Personalberater

Headhunter sind heutzutage kaum noch aus der Arbeitswelt wegzudenken. Sie sind sowohl für Bewerber als auch Arbeitgeber vorteilhaft, denn ähnlich wie Makler fungieren sie als Vermittler zwischen den beiden Parteien und können so die bestmögliche Option für deine Ansprüche finden. Welche Vorteile ein Headhunter genau hat und was du beachten musst, wenn du mit ihm in Kontakt trittst, erfährst du im Folgenden.

Headhunter – der englische Begriff hört sich vielleicht erst einmal bedrohlich an, denn übersetzt bedeutet das Wort “Kopfjäger“. Das beschreibt die Tätigkeit eines Headhunter zwar schon ausgesprochen gut, allerdings im positiven Sinne. Denn ein Headhunter ist ständig auf der Personalsuche und ist in diesem Bereich regelrecht ein Experte. Was ein Headhunter darüber hinaus macht und was du beim Umgang mit dem Personalberater beachten musst, erklären wir dir im Folgenden.

Was ein Headhunter ist

Was ein Headhunter ist

Ein Headhunter kann die Arbeit eines Unternehmens im Bezug auf die Personalsuche erheblich vereinfachen. Besonders bei Stellen, die mit viel Verantwortung einhergehen, sind Headhunter häufig gefragt, um einen passenden Bewerber zu finden. Während Unternehmen normalerweise Stellen ausschreiben und warten, bis sich qualifizierte Bewerber melden, kann dieser Prozess bei der Besetzung von Führungskräften schwierig werden. Oftmals bewerben sich nur wenig geeignete Bewerber und es stellt sich als sehr zeitaufwendig heraus, die Stelle zu besetzen. Hier kann ein Headhunter Abhilfe leisten.

Ein Headhunter wird im Normalfall von einem Unternehmen angeheuert und bekommt genaue Informationen zu der zu besetzenden Stelle. Dazu gehören natürlich die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, aber auch die gewünschten Charaktereigenschaften, die ein Bewerber mitbringen sollte. Diese Informationen nutzt der Headhunter dann, um einen geeigneten Kandidaten zu finden.

Dazu nutzt er verschiedene Herangehensweisen. Oftmals hat der Headhunter sich bereits eine Kartei aufgebaut und schaut erst einmal hier, ob sich passende Kandidaten finden. Darüber hinaus begibt er sich auf Personalsuche, indem er soziale Medien und Plattformen für Geschäftsnetzwerke durchforstet. Dabei scheut er auch nicht davor zurück, Mitarbeiter von anderen Unternehmen abzuwerben – auch Direct Search genannt.

Im Folgenden nimmt der Headhunter Kontakt zu diesen Bewerbern auf. Dabei muss er diskret vorgehen, da sich diese oftmals noch in einem Arbeitsverhältnis befinden. Und gerade deshalb muss ein Headhunter auch viel Überzeugungsarbeit leisten. Er muss sich ausreichend Argumente zurechtlegen, um den potentiellen Bewerbern die Stelle attraktiv zu machen. Schafft er dies, kann er die Bewerber dem Unternehmen vorstellen.

Hier endet die Arbeit des Headhunters allerdings noch nicht. Überdies steht er beiden Parteien nun beratend zur Seite. Er übernimmt organisatorische Aufgaben wie die Organisation der Vorstellungsgespräche und berät auch im Bezug auf Verträge und Vergütung.

Auf Headhunter reagieren: So geht’s

Auf Headhunter richtig reagieren

Wenn du von einem Headhunter kontaktiert wirst, ist die Überraschung wahrscheinlich groß. Vielleicht erwischt er dich auch gerade im falschen Moment, beispielsweise in einem Meeting mit deinen Kollegen. Dann heißt es Ruhe bewahren und gelassen bleiben. Zwar musst du den Personalberater erst einmal am Telefon abwürgen, doch kannst du ihn später immer noch zurückrufen. Wie du professionell auf die Kontaktaufnahme reagierst, erklären wir dir im Folgenden.

Diskretion halten

Beim ersten Kontaktversuch eines Headhunters solltest du erst einmal gelassen reagieren und nicht sofort zu interessiert wirken. Denn ein Anruf bedeutet noch nicht, dass du auch wirklich zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst. Genau wie du, muss sich der Headhunter zuerst ein Bild von deiner Person machen. Nach einem Treffen kann er dich für ungeeignet halten, also halte deine Erwartungen erst einmal niedrig.

Darum solltest du auch nicht zu aufgeregt auf den Anruf reagieren. Das wirkt unprofessionell. Statt deinen Wechselwunsch, falls vorhanden, zu offenkundig durchklingen zu lassen, solltest du anfangs dein allgemeines Interesse bekunden, beispielsweise indem du betonst, dass du offen für neue Herausforderungen bist. Keinesfalls solltest du dem Headhunter direkt deine Bewerbungsunterlagen zusenden. Prüfe zuerst, ob es sich um ein seriöses Angebot handelt, ansonsten könnte dies sogar negative Auswirkungen für dich haben. Verabrede dich lieber zu einem physischen Treffen mit dem Personalberater, bei dem ihr weitere Einzelheiten klärt.

Rückfragen stellen

Bei einem persönlichen Treffen hast du dann auch die Möglichkeit, detaillierte Rückfragen zu dem unterbreiteten Angebot zu stellen. Während du am Telefon wahrscheinlich nur kurz die Kontaktdaten des Headhunters und grobe Informationen zu der betreffenden Stelle erhältst, kannst du in einem physischen Gespräch mehr ins Detail gehen und den Namen des suchenden Unternehmens erfahren. Am Telefon wird dir ein seriöser Headhunter dieses nämlich nicht verraten.

Im Gespräch wird dir der Headhunter viele Fragen zu deiner beruflichen Laufbahn stellen, ähnlich wie in einem Vorstellungsgespräch (11 Fragen im Vorstellungsgespräch). Darauf solltest du dich gut vorbereiten, wenn du interessiert bist. Andererseits solltest auch du viele Rückfragen stellen, um dein Interesse an dem Angebot zu äußern. Mögliche Fragen sind beispielsweise:

  • Gibt es einen Vorgänger zu der betreffenden Stelle? Warum wird die Stelle neu besetzt?
  • Aus welcher Branche kommt das Unternehmen?
  • Wie groß ist es?
  • Welche Anforderungen werden an mich gestellt?
  • Wie geht es weiter? Wie läuft der Auswahlprozess von statten?

Seriosität prüfen

Seriosität des Headhunters prüfen

Bevor es jedoch zu solch einem Erstgespräch kommt, solltest du die Seriosität des Headhunters prüfen. Immer wieder gibt es schwarze Schafe, die mit deinen Bewerbungsunterlagen hausieren gehen. So kann es vorkommen, dass sie in der Personalabteilung deines jetzigen Arbeitgebers landen. Diskretion sieht anders aus und du gerätst in Erklärungsnot. Um das zu vermeiden, solltest du den Personalberater genauestens unter die Lupe nehmen. Er sollte dir seinen vollen Namen und die Personalberatung nennen, für die er tätig ist. Tut er dies nicht, ist das ein Zeichen dafür, dass mit seinem Angebot etwas nicht stimmt. Zudem sollte er am Telefon nicht zu viele detaillierte Fragen stellen. Das ist unangemessen und zeigt nur, dass er sein Handwerk nicht ausreichend beherrscht.

Auch wenn er dir seine genannten Kontaktdaten nennen kann und am Telefon diskret vorgeht, solltest du mit deiner Prüfung nicht aufhören. Im Vieraugengespräch kannst du noch viel über den Personalberater und seine Kompetenzen erfahren, beispielsweise ob er ausreichend informiert ist. Viele Informationen sind heutzutage öffentlich in den sozialen Medien einsehbar. Besitzt du ein Profil auf einer Plattform für Geschäftsnetzwerke, kann der Headhunter sogar deinen Lebenslauf einsehen. Fragt er dennoch nach groben Informationen zu deinem Lebenslauf, hat sich der Personalberater wahrscheinlich nicht gut genug vorbereitet und sollte dich stutzig machen.

Genau das könnte auch der Grund sein, warum dir eine minderwertige Stelle angeboten wird, die für dich keinen weiteren Karriereschritt bedeutet, sondern vielleicht sogar einen Rückschritt. Dann hat der Headhunter deinen Lebenslauf nicht aufmerksam genug gelesen und du solltest Abstand von ihm nehmen. Will er dich dennoch von der Stelle überzeugen, auch wenn sie nicht deinen Vorstellungen entspricht, ist das ebenfalls ein schlechtes Zeichen. Ein Headhunter sollte nicht nur die Interessen des Unternehmens vertreten, sondern auch deine. Vielmehr sollte er als Vermittler dienen und für beide Parteien das bestmögliche Ergebnis arrangieren. Auch wenn diese Stelle nicht deinen Vorstellungen entspricht, sollte es sein Ziel sein, dich weiter in seiner Kartei zu behalten, bis er eine passendere Stelle für dich findet. Redet er ein für dich schlechtes Angebot jedoch schön, zeugt das von unprofessionellem Verhalten.

Gespräch mit Headhunter: Das solltest du vermeiden

Gespräch mit dem Headhunter: Das solltest du vermeiden

Empfindest du den Headhunter als seriös und bist an seinem Angebot interessiert, gibt es einige Fallstricke, die du vermeiden solltest, um nicht unprofessionell zu wirken. Sie vermindern die Chance erheblich, dass der Personalberater dich letztendlich für den Job in Betracht zieht und du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst.

Unsicherheit

Auch wenn du überrascht von dem Angebot bist, solltest du keinesfalls mit Unsicherheit reagieren. Darum solltest du auch nicht nachfragen, wie der Headhunter gerade auf dich gekommen ist. Siehe es eher als Bestätigung, dass du dir in deinem Berufsfeld einen Namen gemacht hast und deine Kompetenzen gut ankommen. Versuche möglichst kompetent zu antworten und zögere nicht, wenn es gilt, Interesse zu bekunden. Bis es soweit ist, solltest du allerdings diskret, aber dennoch selbstbewusst auftreten.

Aktuellen Arbeitgeber informieren

Vermeide unbedingt, deinen aktuellen Arbeitgeber darüber zu informieren, dass du momentan mit einer Personalberatung in Kontakt stehst. Das könnte von diesem als illoyal aufgefasst werden, da du dich wegbewerben möchtest. Klappt es dann doch nicht mit der Stelle, bleibt dieser Eindruck möglicherweise bestehen. Darüber hinaus stehen auch deine Fähigkeiten infrage, da deine Kenntnisse für eine Stelle in einem anderen Unternehmen scheinbar nicht ausreichen. Auch dies macht einen schlechten Eindruck bei deinem aktuellen Arbeitgeber. Du wirkst überheblich und musst diesen erst noch einmal neu von dir überzeugen.

Falsche Motivation

Fragt dich der Headhunter, ob du interessiert an seinem Angebot bist, kannst du durchaus dein Interesse zeigen. Allerdings solltest du nicht durchscheinen lassen, dass du in deinem aktuellen Job vielleicht unzufrieden bist. Das wirkt nicht nur verzweifelt, sondern zeugt auch von einer falschen Motivation. Der Personalberater könnte dieses Verhalten so werten, dass du bei Problemen eher flüchtest, statt das Problem anzugehen. Besser ist es, den Jobwechsel als Suche nach neuen Herausforderungen zu begründen. Du willst noch etwas erreichen und deine Karriere weiterentwickeln. Das kommt wiederum durchaus positiv rüber.

Es kommt zudem immer schlecht, wenn du negativ über deinen aktuellen Arbeitgeber redest, denn so vermittelst du das Gefühl, dass du Lästereien begünstigst. Dein potentiell neuer Arbeitgeber könnte so das Gefühl bekommen, dass du in Zukunft ähnlich über ihn sprichst. Auch das könnte deine Chancen auf die Stelle und ein Vorstellungsgespräch zunichte machen.

Initiativbewerbung beim Headhunter?

Initiativbewerbung beim Headhunter?

Normalerweise kommen Headhunter auf dich zu, wenn sie dich als potentiellen Bewerber auf eine entsprechende Stelle wahrnehmen. Ist dies nicht der Fall, fragst du dich womöglich, woran dies liegt und wie du selbst mit einem Headhunter in Kontakt kommen kannst. Und tatsächlich ist das möglich. Allerdings solltest du dabei einige wichtige Aspekte beachten, damit du nicht wirkst, als würdest du dich anbiedern.

Versende keinesfalls unzählige Initiativbewerbungen an verschiedene Headhunter. Damit bettelst du regelrecht darum, in eine Kartei aufgenommen zu werden. Mittlerweile ist es zwar durchaus möglich, dich eigenständig bei einem Personalberater zu bewerben, allerdings solltest du vorher gründlich recherchieren und dich dann schließlich nur für eine Personalberatung entscheiden, die dir am meisten zusagt. Schicke deine Kurzbewerbung dann am besten per Email. Tipps für leichteres Entscheiden findest du hier.

Besser ist es jedoch, zu netzwerken und deinen Online-Auftritt auszubauen. Vor allem als Berufsanfänger solltest du dich auf verschiedenen Internet-Portalen anmelden, bei denen du Geschäftskontakte knüpfen kannst. Darüber können Headhunter dann mit dir in Kontakt treten. Zudem solltest du verschiedene Veranstaltungen besuchen, die es dir ermöglichen, dich in deiner Branche zu vernetzen und Kontakte zu knüpfen. Hier erscheinen nicht nur Personalberater, sondern auch potentielle Arbeitgeber und Geschäftspartner. Über Smalltalk kannst du hier mit ihnen ins Gespräch kommen und mitunter weiter Kontakt halten.

Am besten wirkt jedoch eine persönliche Empfehlung. Wirst du einer Personalberatung empfohlen, hast du mit geeigneten Referenzen gute Chancen, in die Kartei aufgenommen zu werden. Darum ist es wichtig, all deine Geschäftskontakte gut zu pflegen. Schaffst du es dann in die Kartei eines Headhunters, kommt es wiederum gut, wenn du andere Kollegen empfiehlst. Das wirkt sympathisch und du machst einmal mehr auf dich aufmerksam.

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