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Interkulturelle Kompetenz: 4x 10 Tipps für einen besseren Austausch

Die Arbeits- und Lebenswelt vieler Menschen endet nicht an der Landesgrenze. Firmen arbeiten international, gleichzeitig leben auch in Deutschland Menschen unterschiedlichster kultureller Prägung. Das bringt jedoch nicht nur Möglichkeiten, sondern auch jede Menge Stolpersteine, schließlich sind Bräuche und Höflichkeitsformeln in unterschiedlichen Ländern sehr verschieden. Wie steht es um deine interkulturelle Kompetenz? Wir verraten dir die wichtigsten Dos & Don’ts für die USA, Frankreich, Russland, China und Japan – und für alle anderen.

Interkulturelle Kompetenz bedeutet, mit Menschen aus anderen Kulturen erfolgreich kommunizieren und zusammenarbeiten zu können. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Die Vorstellungen davon, was im geschäftlichen und privaten Umgang angemessen ist, sind nämlich sehr unterschiedlich. Weißt du zum Beispiel, wie man sich in China begrüßt, wie es die Franzosen mit Pünktlichkeit handhaben und welche Kleidung in Russland angemessen ist? Wir machen dich fit für bessere interkulturelle Kompetenz!

5 Tipps für mehr interkulturelle Kompetenz

Egal, mit welchen Nationen du zu tun hast – diese Tipps helfen dir, deine interkulturelle Kompetenz zu verbessern:

Denke bei Problemen an kulturelle Unterschiede

Denke bei Problemen an kulturelle Unterschiede

Dein Gesprächspartner ist schon wieder unpünktlich, will dir nicht die Hand geben oder ist pikiert über deine Auswahl der Speisen zum Geschäftsessen? Statt nun sauer zu werden oder ihn/sie für unhöflich zu halten, denke an mögliche kulturelle Unterschiede. Gut möglich, dass das, was du für selbstverständlich hältst, anderswo verpönt ist – und umgekehrt.

Sei offen für die Sichtweise anderer

Wie kommt das, was du tust, bei anderen an? Je mehr du dich selbst reflektierst, umso leichter fällt es dir, die Perspektive deiner internationalen Kunden oder Kollegen einzunehmen. Wenn du dich mit anderen Kulturen beschäftigst, wirst du auch mit Gewohnheiten konfrontiert werden, die dir fremd erscheinen. Zeige Interesse und sei offen für Neues!

Beharre nicht auf deinen eigenen Gepflogenheiten

Interkulturelle Kompetenz bedeutet, aufeinander zuzugehen. Das ist nicht immer leicht, weder für dich noch für dein Gegenüber. Auf den eigenen Gewohnheiten zu beharren, stört die Zusammenarbeit. Vor allem wenn du in einem anderen Land zu Gast bist, solltest du dich auf die dortigen Regeln einstellen. Aber auch Gästen gegenüber ist es sehr hilfreich, sich ein ganzes Stück weit auf ihre Vorstellungen von Höflichkeit und einem guten Miteinander einzustellen.

Beschäftige dich mit anderen Kulturen

Beschäftige dich mit anderen Kulturen

Um möglichst viele Fettnäpfchen zu umgehen, musst du etwas über die Kulturen wissen, mit denen du zu tun hast. Höflichkeit und Gewohnheiten im geschäftlichen Umgang hängen meist eng mit Traditionen, Sitten, Werten und religiösen Vorstellungen zusammen. Wissen darüber kannst du dir anlesen, mit Kollegen besprechen oder bei Auslandsaufenthalten erfahren. Häufig gibt es auch Schulungen in Firmen, bei denen es um interkulturelle Kompetenz geht. Je mehr du über andere Kulturen weißt, umso besser kannst du dich auf die dortigen Gepflogenheiten einstellen.

Sei aufmerksam

Es wird sich nicht ganz vermeiden lassen, dass du hin und wieder doch mal einen Fauxpas begehst. Das ist nicht weiter schlimm, solange du gut darauf reagierst. Sei deshalb aufmerksam für die Reaktionen deiner Geschäftspartner und frage im Zweifelsfall nach, ob du dich unpassend verhalten hast. Interesse und eine Entschuldigung beheben die meisten Probleme im interkulturellen Umgang.

Interkulturelle Kompetenz – 10 Dos & Don’ts für die USA

Interkulturelle Kompetenz für die USA

  1. Deine Ausstrahlung im Umgang mit US-Amerikanern ist idealerweise selbstbewusst, optimistisch und freundlich.
  2. Geschäftliche Abendtermine werden gar nicht gerne gesehen. Versuche, sie zu vermeiden oder lade am Abend zu einem lockeren Treffen mit der Familie ein.
  3. „How are you“ ist keine ernst gemeinte Frage, sondern eine Höflichkeitsfloskel. Antworte darauf deshalb immer mit „I’m fine, thank you“ oder einer anderen positiven Reaktion.
  4.  Komplimente über das Aussehen deiner Gesprächspartner solltest du vermeiden, vor allem dem anderen Geschlecht gegenüber. Sie können leicht als sexuelle Belästigung missverstanden werden. Beim Büro, der Ausstattung oder dem Ausblick sind dagegen Komplimente angebracht.
  5. Kritik oder Gejammer sind nicht gerne gesehen, Lob darf dagegen überschwänglich verteilt werden.
  6. Alkohol ist bei Geschäftstreffen verpönt, vor allem zum Mittagessen.
  7. Man nennt sich in den USA üblicherweise beim Vornamen. Das ist aber nicht mit Vertrautheit gleichzusetzen!
  8. Zu früh zu einem Treffen zu erscheinen, gilt als grob unhöflich. Pünktlich solltest du jedoch schon sein, selbst wenn es deine amerikanischen Geschäftspartner vielleicht nicht sind.
  9. Networking ist in den USA besonders wichtig. Smalltalk mit Kollegen und Kunden, das gegenseitige Vorstellen interessanter Personen und Einladungen zum Essen sind üblich und notwendig.
  10. Missverständnisse kann es bei der Weitergabe von Daten oder Maßeinheiten geben: Die Kalenderwoche kann sich durch eine andere Zählweise um eine Woche von unserer unterscheiden, das Datum wird im Format Monat/Tag/Jahr angegeben und die Maßeinheiten unterscheiden sich deutlich von unserem metrischen System. Sei hier also genau und frage im Zweifel nach.

Interkulturelle Kompetenz – 10 Dos & Don’ts für Frankreich

Interkulturelle Kompetenz für Frankreich

  1. Essen und geschäftliche Korrespondenz hängen in Frankreich oft eng zusammen. Eine Einladung zum Essen abzulehnen wäre sehr unhöflich. Sprich allerdings nicht zu früh über das Geschäft: Die Zeit während des Essens ist dem Smalltalk vorbehalten, beruflich wird es frühestens beim Dessert.
  2. Getrennte Rechnungen sind verpönt: Wer einlädt, zahlt die gesamte Essensrechnung.
  3. Kritik am anderen gilt als unhöflich. Man achtet darauf, das Gesicht des anderen zu wahren und deutet Kritikpunkte allenfalls vorsichtig an. Es gilt also, zwischen den Zeilen zu lesen.
  4. Auf die eigenen Fehler darfst du hingegen ruhig mal zu sprechen kommen. Das sieht man in Frankreich lieber als ständiges Prahlen mit den eigenen Fähigkeiten und Leistungen.
  5. Natürlich sprechen in Frankreich viele Menschen sehr gutes Englisch. Die französische Sprache ist aber dennoch von großer Bedeutung. Ideal wäre, wenn du verhandlungssicheres Französisch sprichst. Aber auch schon ein paar Grundkenntnisse zeigen guten Willen und kommen gut an.
  6. Während Deutsche gerne Beruf und Privates trennen, gehören beide Bereiche für Franzosen unbedingt zusammen. Eine freundschaftliche Beziehung ist die optimale Grundlage für ein Geschäft. Das bedeutet auch: Es dauert deutlich länger, bis ein Geschäft tatsächlich zustande kommt.
  7. Informationen gelten als Holschuld und werden oft informell weitergegeben. In der Kaffeeküche oder am Kopierer finden häufig die wirklich wichtigen Gespräche statt. Ein gut gepflegtes Netzwerk ist von zentraler Bedeutung.
  8. Man begrüßt sich im Geschäftsumfeld herzlich, aber nicht zu ausschweifend. Ein nicht zu fester Händedruck ist völlig ausreichend, der Wangenkuss zwischen Männern und Frauen gehört eher ins private Umfeld.
  9. In Frankreich unterhält man sich gerne über Kultur, über kulinarische Themen und über die Familie. Fragen nach den Kindern und Partnern der Geschäftspartner sind deshalb üblich. Politische Themen sollten eher vermieden werden.
  10. Korrekte und stilvolle Kleidung inklusive Krawatte ist bei Geschäftskontakten Pflicht.

Interkulturelle Kompetenz – 10 Dos & Don’ts für Russland

Interkulturelle Kompetenz für Russland

  1. Persönliche Bindungen sind in Russland enorm wichtig und öffnen Türen, die sonst lange geschlossen bleiben würden. Für eine gute Zusammenarbeit ist es deshalb unabdingbar, intensive freundschaftliche Beziehungen zu den russischen Geschäftspartnern aufzubauen.
  2. Da Statussymbole in Russland eine gewisse Rolle spielen, solltest du deine Kleidung sorgfältig auswählen. Markenkleidung und wertvolle Accessoires dürfen gerne gezeigt werden, Sparsamkeit oder Geiz sind verpönt.
  3. Vorsicht bei der Körpersprache: Der Daumen nach oben signalisiert in Russland nicht Zustimmung, sondern ist eine grobe Beleidigung.
  4.  Direkt geäußerte Kritik wird leicht als Beleidigung empfunden und sollte deshalb vermieden werden.
  5. Entscheidungen werden in russischen Firmen meist von oben her getroffen, selbst mittlere Führungskräfte treffen ungern Entscheidungen, weil sie für Fehler mit Schuldzuweisungen und Strafen rechnen müssen.
  6. Generell ist die Hierarchiestruktur sehr streng. Der Chef hat recht, selbst wenn andere Mitarbeiter kompetenter wären. Man orientiert sich in Diskussionen stark an der Meinung des Vorgesetzten, was meist zu einer Übereinstimmung aller Teilnehmer führt. Diskussionen sollten in einem solchen Umfeld vermieden werden, sie würden als Affront gegen den Chef verstanden werden.
  7. Gastfreundschaft ist in Russland sehr wichtig. Man lädt sich gegenseitig zum Essen ein, auch nach Hause, und bringt großzügige Geschenke mit.
  8. Die körperliche Distanz, die in Deutschland üblich ist, ist in Russland deutlich geringer. Gesprächspartner rücken sich manchmal sehr nahe, was von Deutschen oft als unangenehm empfunden wird, aber nicht distanzlos gemeint ist.
  9. Nonverbale Kommunikation spielt in Russland eine sehr große Rolle. Was gesagt wird, ist längst nicht so bedeutend, wie die Art und Weise des Gesagten. Mimik und Gestik zu lesen ist eine ganz eigene Kunst, besonders für die eher nüchtern kommunizierenden Deutschen.
  10. In Russland lächelt man sparsam. Lächeln in der Öffentlichkeit ist unüblich, der direkte Blickkontakt ebenso. Beides ist vor allem dem persönlichen Kontakt vorbehalten, der mit der Geschäftswelt aber verquickt sein kann.

Interkulturelle Kompetenz – 10 Dos & Don’ts für China

Interkulturelle Kompetenz für China

  1. In China hält man zueinander höfliche Distanz, auch bei der Begrüßung: Ein Handschlag ist nicht besonders üblich, auf der sicheren Seite bist du mit einer leichten Verbeugung. Achte darauf, dich ähnlich tief zu verbeugen wie dein Gegenüber, um darzustellen, dass ihr auf der gleichen Stufe steht.
  2. Legere Kleidung ist im Geschäftsumfeld tabu, hochwertige und teure Kleidung gilt als Wertschätzung gegenüber dem Geschäftspartner. Verzichte auf weiße Hemden, Weiß wird in China auf Beerdigungen getragen. Setze deshalb auf dunkle Farbtöne.
  3. Essen wird in China kaum zelebriert, sondern eher schnell verzehrt, meist ohne viel zu sprechen. Smalltalk und Geschäftsgespräche beginnen erst nach dem Essen.
  4. Es ist üblich und höflich, den Eingeladenen mehrfach aufzufordern, beim Essen zuzugreifen, und auch erst nach mehrmaliger Aufforderung richtig loszulegen.
  5. In China erkundigt man sich nach der Familie des Gegenübers, nach dem Hotel (deshalb ruhig ein edleres wählen) und nach dem Gehalt. Privates gehört zum Smalltalk dazu.
  6. Blumen als Geschenke sind tabu! Sie gelten als Unglücksbringer und werden deshalb als Beleidigung empfunden. Bringe stattdessen lieber hochwertige Süßigkeiten mit.
  7. Ausschweifende Gesten und hektisches Herumfuchteln sind unüblich und werden als unhöflich angesehen. Achte auf eine ruhige Körpersprache.
  8. Es gibt eine klare Verhandlungskultur in China, die beinhaltet, dass beide Seiten noch deutlich Spielraum haben. Chinesische Geschäftspartner werden deshalb ganz selbstverständlich versuchen, im Gespräch noch die Bedingungen zu verbessern.
  9. Gruppenzugehörigkeit ist in China wichtiger als individuelle Interessen. Deshalb ist eigenverantwortliches und proaktives Handeln weniger üblich als in Deutschland. Du solltest also, wenn möglich, frühzeitig auf höherer Ebene mit den Hauptverantwortlichen Kontakte pflegen.
  10. Es ist nicht unüblich, Ausländer ein wenig zu provozieren und zu testen. Wer dann barsch reagiert, disqualifiziert sich schnell. Statt einer offenen Konfrontation sind subtile Verhaltensweisen zielführender.

Interkulturelle Kompetenz – 10 Dos & Don’ts für Japan

Interkulturelle Kompetenz für Japan

  1. Auch in Japan sind körperliche Berührungen bei der Begrüßung unüblich. Man wahrt Distanz und verbeugt sich oder nickt sich zu.
  2. Hierarchien sind in Japan sehr wichtig. Eine hohe Position sollte beachtet und gewürdigt werden, begegne deshalb ranghohen Personen mit größtem Respekt.
  3. Auch beim Essen spielt die Hierarchie eine wichtige Rolle: Je höher der Rang ist, desto weiter weg von der Tür wird der Sitzplatz gewählt. Beachte das, wenn du für ein Geschäftsessen mit japanischen Partnern die Sitzordnung festlegst. Dein eigener Platz sagt dir etwas über deine geschäftliche Position aus.
  4. In traditionellen Restaurants sitzt man auf Matten auf dem Boden, und zwar im Schneidersitz. Da man hierzu die Schuhe ausziehen muss, sind hochwertige Socken und saubere, geruchlose Füße sehr wichtig. Auch in anderen Situationen werden die Schuhe ausgezogen, zum Beispiel in Sehenswürdigkeiten, in Tempeln und privaten Haushalten.
  5. Hochwertige, teure Markenkleidung gilt in Japan als Zeichen des Respekts, legere Kleidung kommt im Geschäftsumfeld gar nicht in Frage. Auch Reisegepäck, Schuhe und Accessoires sollten erkennbare Markenware sein.
  6. Konflikte werden in Japan niemals offen geäußert oder direkt ausgetragen. Ein Japaner wird deshalb nicht direkt äußern, wenn er verärgert oder enttäuscht ist, und das solltest du auch nicht tun.
  7. Komplimente werden als plump wahrgenommen und im schlimmsten Fall als Kritik umgedeutet. Du wertest dein Gegenüber dagegen auf, indem du um Rat fragst oder deine eigenen Schwächen betonst.
  8. Visitenkarten spielen in Japan eine große Rolle. Sie werden immer aus einem hochwertigen Etui gezückt, und zwar aus der Jackentasche (nicht aus der Hosentasche!). Stecke die Karte nicht sofort weg, sondern sprich noch kurz über den Aufdruck. Als Faustregel gilt: Je weniger auf der Visitenkarte steht, umso höher ist der Rang des Besitzers.
  9. Geschenke müssen wertvoll sein, werden aber mit der Floskel „Bitte nehmen Sie es an, obwohl es wertlos ist“ überreicht. Und: Wer ein Geschenk sofort öffnet, gilt leicht als habgierig.
  10. Tätowierungen sind in Japan nicht gesellschaftsfähig und sollten unbedingt abgedeckt werden.
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