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Work Life Balance: 5 Tipps und Übungen für mehr Gleichgewicht

Eine gute Work Life Balance bedeutet Lebensqualität. Das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben kippt aber schneller als man denkt. Dabei gibt es effektive Strategien, wie man einen gesunden Ausgleich schaffen kann. Wir helfen mit Tipps und Übungen.

Work Life Balance: Eine Definition

Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern “work” (Arbeit), “life” (Leben) und “balance” (Gleichgewicht) zusammen. Er beschreibt ein Szenario, in dem sich Berufs- und Privatleben im Einklang befinden. Das bedeutet, dass weder persönliche Interessen noch berufliche Anforderungen im Leben zu kurz kommen.

Mit Balance ist dabei nicht unbedingt eine 50-50 Aufteilung gemeint, denn das ist fast unmöglich. Bei einem Ausgleich von Berufs- und Privatleben geht es in erster Linie darum, für sich selbst ein gesundes Maß zu finden. Was dabei als Aufopferung, Pflicht und Stress und was als kraftgebende “Quality Time” wahrgenommen wird, ist individuell.

Vorteile einer guten Work Life Balance

Wenn die Work Life Balance ab und an mal aus dem Gleichgewicht kommt, ist das leicht zu verkraften. Erst eine dauerhafte Benachteiligung eines Teils kann dissoziative Auswirkungen haben. Die wohl bekannteste Auswirkung ist das Burnout Syndrom. Diese stressbedingte Erkrankung lässt sich durch eine gute Work Life Balance vermeiden. Ihre Ursachen liegen in der Aufopferung für den Beruf. Im Privatleben werden Abstriche gemacht, etwa da vermeintlich der Job auf dem Spiel steht. Vielen Menschen ist dabei nicht bewusst, dass das private Glück und generelle Ausgeglichenheit dabei auch zu beruflichem Erfolg führen kann.

Jeder Mensch hat seine eigene Toleranzgrenze, bis zu welchem Zeitpunkt er ein Ungleichgewicht von Arbeits- und Privatleben verkraftet. Gerade perfektionistische Berufseinsteiger neigen dazu, ihr Leben ganz nach ihren neuen Jobs auszurichten. Sie stehen unter einem enormen Druck und versuchen mit den erfahrenen Mitarbeitern mitzuhalten. Was viele vergessen: Nicht nur für den Arbeitnehmer ist eine gesunde Work Life Balance von Vorteil. Unternehmen profitieren selbstverständlich auch von einem ausgeglichenen, motivierten und kreativen Mitarbeiter, der kein hohes Ausfallrisiko durch Überforderung mitbringt.

Wenn deine Work Life Balance nicht mehr im Gleichgewicht ist

Typische Zeichen für eine Unausgeglichenheit sind Vergesslichkeit und Verwirrung. Wenn das Verhältnis von Privat- und Berufsleben nicht ausgeglichen ist, nimmt man den einen Teil gedanklich mit in den anderen hinein. Im Gehirn findet keine klare Trennung mehr statt, sodass oft Dinge vergessen oder verwechselt werden. Man fühlt sich überordert und sowohl den Anforderungen auf der Arbeit als auch den Privaten und Eigenen nicht mehr gewachsen. Zudem sollte regelmäßig reflektiert werden, ob Familie, Freunde oder Hobbys regelmäßig zu kurz kommen. Hast du noch Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben oder nicht? Bist du zufrieden mit deiner Lebenssituation oder wünscht du dir Veränderung?

Die Ausnahme: Erfüllung im Beruf

Erfüllung im Job hilft der Work Life Balance

Wenn von Work Life Balance gesprochen wird, entsteht leicht der Eindruck, dass der Beruf eine Art Feindbild darstellt, das durch private Erfüllung ausgeglichen werden muss. Auf viele Menschen, die nicht in ihrem Job aufgehen, mag das auch zutreffen. Im Endeffekt muss aber jeder für sich selbst wissen, ob es Defizite in seinem Leben gibt, was Freude bereitet und was nicht. Zufriedenheit liegt nun mal immer im Auge des Betrachters. Eine gesunde Work Life Balance ist immer dann gegeben, wenn sich genug Zeit für die Dinge findet, die neue Energie spenden und Glück bringen. Das mögen für einige die Familie und Freunde sein, für andere Sport oder Hobbies.

Wenn dein Job allerdings wirklich erfüllend ist und Lebensfreude schafft, schadet es nicht, wenn dein Job in deiner Work Life Balance einen größeren Part einnimmt als das Privatleben. Hier sollte nicht aus Prinzip auf den erfüllenden Job verzichtet werden, nur um sich zu zwingen, genau so viel Zeit privat zu investieren. Wenn du liebst, was du tust, verschwimmen private und berufliche Leidenschaft ineinander und wirken sich in diesem Fall nicht so drastisch aus. Natürlich sollte auch hier zwischen Job und Freizeit unterschieden werden. Die Arbeitspläne sollten beispielsweise nicht während des gemeinsamen Essens mit der Familie gemacht werden. Der Fokus auf beruflicher Ebene bewirkt hier allerdings nicht so viel Stress und Aufopferung.

Tipps und Übungen: Strategien zu einer guten Work Life Balance

Selbstanalyse

Der erste Schritt zu einem zufriedenen Leben ist die Selbstanalyse. Du solltest dich selbst am besten kennen, um zu wissen, was dich glücklich macht und was du lieber vermeiden solltest. Wie viel Belastung kannst du dir bei deinem Job zumuten und wann solltest du lieber einen Schlussstrich ziehen? Was sind deine Stärken und was deine Schwächen? Was kannst du ausbauen und was aufgeben?

Wenn du deine Werte, Bedürfnisse und Ziele im Leben kennst, führt das automatisch zu einer höheren Leistungsfähigkeit. Du bist zielgerichteter und weißt, was du zu deiner Zufriedenheit tun musst. Willenlose Anpassung kann niemals zu einer gesunden Work Life Balance führen, da man nicht für sich selbst, sondern für andere lebt. Das Berufsleben gestaltet sich wesentlich leichter und verursacht weniger Stress, wenn du magst, was du tust oder weißt, was du tun musst, um glücklich zu werden.

Zeitmanagement verbessern

Wenn dem Privatleben nicht genug Zeit gewidmet werden kann und der Beruf zu viel Zeit raubt, liegt die häufigste Ursache nicht darin, dass die Aufgaben zeitlich nicht zu bewältigen wären. Ein profitables Zeitmanagement muss gelernt sein. Durch Zeiteinsparungen gelangst auch du zu deinen wohlverdienten Ruhemomenten und kannst auf Überstunden verzichten. Schuld sind oft die sogenannten “Zeitfresser”, die sich immer wieder in die Arbeitsabläufe einschleichen.

Setze dir ein Zeitlimit

Zeit, Konzentration und Energie müssen aufgewendet werden, um Produktivität zu gewährleisten. Ein Zeitlimit hilft dir dabei, dass sich deine Aufgabe nicht ausdehnt. Wenn du vorher schon weißt, du könntest dir theoretisch drei Stunden Zeit für eine Aufgabe lassen, führt das zu einem von Grund auf verlangsamten Arbeitsprozess. Du wirst, obwohl die Aufgabe eigentlich auch in einer Stunde zu schaffen gewesen wäre, dennoch die drei Stunden dafür brauchen. Ein gewisser Druck, um Aufgaben zu erledigen, ist also eigentlich gar nicht schlecht. Diese Zeitlimits solltest du dir am besten immer selbst setzen und konsequent durchziehen. Auch wenn du weniger Stress hast, wenn du drei Stunden für die Aufgabe benötigst, ordnest du diese Zeit dennoch als “Arbeitszeit” ein. Wenn du deine Aufgabe aber in einer Stunde bewältigt hast, bleiben dir zwei Stunden mehr Zeit für dich, die deine Work Life Balance verbessern können.

Die größte Aufgabe zuerst

Die Aufgabe, vor der du dich am meisten sträubst, solltest du zuerst erledigen. Wenn du bis zum Schluss wartest und immer mehr Zeitdruck bekommst, wird sich auch der Schwierigkeitsgrad und deine Nervosität steigern. Du bekommst Angst deine Deadline nicht einhalten zu können und musst möglicherweise Überstunden machen. Dein Privatleben wird so unnötig vernachlässigt. Wenn du sie zu Beginn in Angriff nimmst, ist noch genügend Zeit und Energie vorhanden. So musst du keine Abstriche in deiner Work Life Balance machen.

Vermeide Ablenkungen

Ob privat oder beruflich, das wichtigste bei der Erledigung von Aufgaben ist es, Störfaktoren auszublenden und zu umgehen. Das heißt: Dein Smartphone sollte Teil der Freizeit sein. Allein wenn du alle 15 Minuten auf dein Handy schaust, nur kurz antwortest oder dann doch eine weile surfst, ergibt sich insgesamt eine wirklich lange Zeit, die du für deine Aufgabe gut hättest gebrauchen können. Der Schlüssel zum perfekten Zeitmanagement liegt darin, sich selbst zu analysieren und bewusst aus seiner Wohlfühlzone herauszuholen. Permanente Erreichbarkeit schadet der Work Life Balance. Wenn wichtige Arbeiten zu tun sind, hilft es seinen üblichen Kontakten Bescheid zu geben, damit innere Ruhe herrscht. Wenn du dazu neigst, doch immer mal wieder auf dein Handy zu schauen, leg es in einen anderen Raum und schaue nur in den Pausen darauf.

Im Büro ist es nicht selten, dass quer durch den Raum Gespräche geführt werden. Um in deinem Zeitplan zu bleiben und hinterher keine Überstunden machen zu müssen, geh nicht auf jedes einzelne Gespräch ein. Es ist wichtig, sich auch mit seinen Arbeitskollegen gut zu verstehen, höchste Priorität hat auf der Arbeit aber immer noch die Arbeit. Damit sie sich nicht in dein Privatleben einschleicht, sollte sie zum Ende der offiziellen Arbeitszeit erledigt sein. Gespräche lassen sich schließlich auch auf die Pausen verschieben.

Ein gutes Verhältnis zu Arbeitskollegen aufbauen

Für viele Berufstätige liegt die Belastung durch den Beruf nicht nur in den zu erledigenden Aufgaben. Ein angespanntes Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten steigert die psychische Belastung enorm. Das reicht von Konkurrenzkampf und dem gegenseitigen unter Druck setzen bis hin zu Mobbing am Arbeitsplatz und Vereinsamung. Deshalb ist es wichtig Konflikte intern zu lösen, in Teams zu arbeiten, Rücksicht zu nehmen und die Pausen gemeinsam zu verbringen. Wenn du bisher versäumt hast, dich um deine Kollegen zu bemühen oder den Zusammenhalt zu stärken, fang doch einfach jetzt damit an und bring eine Kleinigkeit zu Essen für alle mit. Schlage vor, dass ihr nach der Arbeit mal ein Bier trinken geht und tauscht euch über euren Job aus. Den habt ihr schließlich alle gemeinsam.

Wenn du die Beziehungen zu deinen Arbeitskollegen pflegst, wird dir die Arbeit gar nicht mehr so vorkommen wie Arbeit. In einem Umfeld, in dem eine positive Grundstimmung herrscht, bist du deutlich produktiver. Nach dem Aufstehen am Morgen machen sich keine negativen Gefühle breit, sondern du freust dich deine Kollegen zu sehen. Wenn die Arbeit an sich für dich nicht so erfüllend ist, kann ein gutes Verhältnis zu Kollegen den Ausgleich bieten, den du für eine gute Work Life Balance brauchst.

Private und berufliche Termine gleichsetzen

Natürlich lassen sich private “Termine” leichter verschieben als berufliche. Freunde und Familie haben schließlich mehr Verständnis als der Arbeitgeber und man braucht ja auch mal seine Ruhe. Doch Vorsicht ist besser als Nachsicht. Für eine gesunde Work Life Balance sollten die privaten Pläne genauso ernst genommen werden wie Arbeitstermine. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Leben auf Dauer nur noch aus Arbeit und Ausruhen besteht. Dieser eintönige Wechsel stellt für die wenigsten Menschen eine befriedigende Lebensgrundlage dar. Das dauerhafte Fehlen sozialer Kontakte kann zu Vereinsamung und Depressionen führen. Private Termine und Kontakte sollten also nicht unterschätzt werden. Ihre Vernachlässigung gefährdet eine gesunde Work Life Balance und schränkt deine Lebensqualität ein.

Gesundheit und Bewegung

Im Einklang mit sich selbst zu stehen, bedeutet nicht nur private und berufliche Erfolgserlebnisse zu erlangen. Zur psychischen Gesundheit, die durch ein stabiles Umfeld gefestigt und gestärkt wird, gehört auch die körperliche Gesundheit. Für eine gute Work Life Balance brauchen viele Menschen ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung. Gerade wenn du im Büro arbeitest, den ganzen Tag sitzt und in deiner kurzen Pause nur schnell etwas zu Essen warm machst, sorge privat dafür, dass du einen Ausgleich schaffst. Mache ab und an einen langen Spaziergang, geh ins Fitnessstudio oder Joggen. Freunde und Familie können dabei mit eingebunden werden. Sport setzt Endorphine frei und hilft dir dabei den Arbeitsstress abzubauen. Sorge dafür, dass du am Wochenende frisch kochst, am besten zusammen mit anderen. So sorgst du dafür, dass Sozialleben, Job und körperliche Gesundheit in einer guten Balance stehen.

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