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Assessment Center: 7 Tipps und 4 Fallstricke auf den letzten Metern zum neuen Job

Das Assessment Center ist der letzte Schritt im Bewerbungsprozess um einen neuen Job. Hier wird dein Können umfassend geprüft und beurteilt. Mit unseren 7 Tipps und 4 Fallstricken findest du den richtigen Weg, das Assessment Center erfolgreich abzuschließen und dir deinen Traumjob zu holen.

Der englische Ausdruck Assessment Center steht im Deutschen für Beurteilungszentrum. Das Verb to assess bedeutet etwas beurteilen, feststellen oder einschätzen. In einem Assessment Center (abgekürzt AC) sollen folglich deine Qualifikationen für einen Job geprüft werden.

Diese Beurteilung ist der letzte Schritt eines langen Bewerbungsprozesses. Zuvor hast du bereits deine Bewerbungsunterlagen erfolgreich eingereicht und häufig auch schon ein Vorstellungsgespräch geführt. Nun wirst du zum Assessment Center eingeladen. Dein zukünftiger Arbeitgeber möchte dich also besser kennenlernen.

Das Assessment Center ist ein Verfahren zur Personalauswahl. Das US-amerikanische Unternehmen IBM etablierte 1969 als erstes ein solches Beurteilungszentrum in seinem Bewerbungsprozess. Es half dabei, geeignete Personen aus der Vielzahl an Bewerbungen auszuwählen.

Übungen und Aufgaben im Assessment Center

Übungen und Aufgaben im Assessment Center

Zur Beurteilung deiner Fähigkeiten wirst du im Assessment Center verschiedene Aufgaben durchlaufen. Eine Kombination aus unterschiedlichen Übungen ermöglicht dem Arbeitgeber einen umfassenden Einblick über deine Kompetenz. Das besondere daran: Du absolvierst einige Arbeitsschritte in Zusammenarbeit mit den anderen Bewerbern.

Das Gespräch

Zum Warmwerden führst du ein Bewerbungsgespräch. Hierbei geht es um deine Selbstpräsentation. Deine persönlichen Stärken und Schwächen spielen im Gespräch eine wichtige Rolle. Es wird nach deiner Selbsteinschätzung und deinen bisherigen Erfahrungen gefragt.

Die erste Aufgabe

In der nächsten Station bewältigst du eine erste Aufgabe. Der Inhalt kann hier stark vom Beruf abhängen. Häufig wird deine Leistung zunächst durch einen Test abgefragt. Arbeitgeber verwenden zum Beispiel Intelligenz-, Logik- oder Konzentrationstests.

Entscheidungen unter Stress

An diese Aufgabe schließen sich sogenannte Postkorbübungen an. Postkorbübungen sind Testverfahren, um deine Kompetenz unter Stresssituationen einzuschätzen. In den Übungen wird dein individuelles Beurteilungsvermögen betrachtet. Hier geht es also um die richtigen Entscheidungen. Vorsicht: Viele Bewerber sind vor dieser Station sehr nervös, und neigen entsprechend häufiger zu Fehlern.

Das Rollenspiel

Neben diesen anwendungsbezogenen Übungen wird nun deine Sozialkompetenz (soft skills) getestet. In einem Rollenspiel wird zum Beispiel deine Kundenfreundlichkeit betrachtet. Auch Gruppenarbeiten sind eine beliebte Übung zum Test deiner soft skills. Hier steht die Teamfähigkeit im Vordergrund. Die Gruppe wird angeleitet, einen konkreten Fall aus dem Unternehmen gemeinsam zu lösen.

Deine Einschätzung

Im abschließenden Feedbackgespräch wird nach deiner Beurteilung zu deiner Leistung gefragt. Hier hast du die Chance deine Entscheidungen im Rollenspiel zu begründen. Außerdem erhältst du vom Prüfer Rückmeldung über deine persönliche Leistung.

Wie lange dauert das Verfahren?

Bei einem Assessment Center solltest du mit einer Dauer von 1 bis 3 Tagen rechnen. Die Länge und der Ablauf sind abhängig von der ausgeschriebenen Stelle. In der Einladung zum Assessment Center wirst du in der Regel detailliert über die genauen Tage informiert. Meistens ist zudem eine Anreise zur Unternehmenszentrale nötig.

Diese Berufsfelder verwenden Assessment Center

Diese Berufsfelder verwenden Assessment Center

Mit den Stationen hast du einen Überblick über den allgemeinen Ablauf eines Assessment Centers erhalten. Einige Branchen verwenden diese Form von Test häufiger als andere. In den folgenden Berufszweigen solltest du mit einem Assessment Center rechnen:

  • Vertrieb: Deine Kundenfreundlichkeit lässt sich vor allem durch Rollenspiele ermitteln.
  • IT: Deine Kompetenz wird in praktischen Tests beurteilt.
  • Marketing: Mit deiner Kreativität musst du deine Kunden überzeugen können.
  • Ingenieurwesen: Vor allem deine Logikkompetenzen werden geprüft.
  • Unternehmensberatung: Deine Empathie lässt sich durch Gruppendiskussionen ermitteln.
  • Politik: Du musst deine rhetorischen und diplomatischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.
  • Recruiting: Wer andere beurteilen soll, muss auch sich selbst einschätzen können.

7 Tipps für ein erfolgreiches Assessment Center

Du hast es bis zum Assessment Center geschafft und möchtest hier jetzt richtig glänzen? Mit unseren 7 Tipps sollte das Auswahlverfahren keine Hürde für dich darstellen.

3 Wörter, die deinen Job beschreiben

Mach dir bewusst, für welche Position du dich beworben hast. Jede Branche stellt andere Anforderungen an ihre Mitarbeiter. Daher wird besonders im Auswahlverfahren auf berufliche Qualifikationen geachtet. Stell dir die folgende Frage: Welche 3 Wörter würden den neuen Job beschreiben? Das können sowohl Begriffe als auch Eigenschaften sein. Seriosität, Kundenkontakt oder technische Fähigkeiten sind mögliche Beispiele.

Mit diesen Eigenschaften vor Augen solltest du auch in das Assessment Center starten. Mach dir bewusst, wofür das Unternehmen steht und was von dir erwartet wird. So verlierst du das Ziel nicht aus den Augen.

Der erste Eindruck zählt

Der erste Eindruck zählt

In einem Assessment Center ist eine angemessene Kleidung Pflicht. Das äußere Erscheinungsbild trägt wesentlich zum ersten Eindruck deiner Person teil. Überprüfe daher dein gewähltes Outfit. Entscheide, ob dieses zum Unternehmen und zum Rahmen der Veranstaltung passt. Zudem ist es ratsam das Outfit schon zu Hause anzuprobieren. So vermeidest du Peinlichkeiten wie eine zu enge Hose oder einen fehlenden Hemdenknopf.

Wirke kompetent

Du solltest versuchen, in Gesprächen du selbst zu bleiben. Jeder Bewerber kennzeichnet sich durch seine Persönlichkeit aus. Du wurdest aufgrund deiner Kompetenz und deinen Qualifikationen zum Assessment Center eingeladen. Darauf solltest du dein Selbstvertrauen stützen. Erinnere dich daran, dass du motiviert und qualifiziert bist.

Sei ausgeglichen

Bisher hat sich ein natürliches Auftreten im Bewerbungsgespräch immer bewährt. Leider ist man jedoch nicht jeden Tag mit sich im Einklang. Bei Nervosität können dir einige Atemübungen als erste Hilfe dienen.

Zudem ist die goldene Mitte der Schlüssel zum Erfolg. Jeder spricht immer vom richtigen Maß an Einsatz und Zurückhaltung. Neben deiner Präsentation kannst du dich auch in deinen Aufgaben ausgeglichen präsentieren. Eine Kombination aus Schnelligkeit und Sorgfalt ist ebenso wichtig wie Teamfähigkeit und Ehrgeiz.

Nutze die Pausen

Natürlich sollen die Pausen einen kurzen Moment der Erholung bieten. Statt dich jedoch zurückzuziehen, kannst du ebenso gut ein Gespräch mit einem Mitbewerber führen. So signalisierst du Freundlichkeit und Toleranz. Natürlich seid ihr Konkurrenten im Bewerbungsprozess. Früher oder später werdet ihr jedoch eine Gruppenaufgabe gemeinsam lösen müssen. Ein erster Kontakt kann dann hilfreich sein.

Merke dir die Namen

Merke dir die Namen deiner Mitbewerber. Das kann dir bei ihnen und auch bei den Prüfern einige Pluspunkte bringen. Denn viele haben die Namen nach der ersten Begrüßung bereits wieder vergessen. Du hebst dich so von der Gruppe ab und hast in Teamarbeiten direkte Ansprechpartner. Außerdem beweist du damit eine schnelle Auffassungsgabe und legst Wert auf Details.

Treffe Entscheidungen

Treffe Entscheidungen

In einer Postkorb-Fallstudie wird deine Stressresistenz beurteilt. Meistens musst du einen branchenüblichen Fall innerhalb einer bestimmten Zeit lösen. Währenddessen werden einige Ablenkungsmöglichkeiten um dich herum platziert. Zum Beispiel eine laute Diskussion deiner Kollegen oder ein immer wieder klingelndes Telefon.

Viele entscheiden sich in solchen Übungen für die Lösung des eigentlichen Falls. Eine andere Strategie kann allerdings auch hilfreich sein. Du könntest deine Aufmerksamkeit für 2 Minuten auf das Gespräch deiner Kollegen lenken und den Streit schlichten. Oder du bittest den Anrufer am Telefon freundlich um etwas Geduld. Erst danach widmest du dich dem Fall.

Im anschließenden Feedbackgespräch kannst du deine Entscheidung dann ausführlich begründen. Mit dem Schlichten des Streits zeigst du deine Qualifikationen als Führungskraft.

Fallstricke und Beachtenswertes beim Assessment Center

Um es unter der Vielzahl von Bewerbern erfolgreich durch ein Assessment Center zu schaffen, gibt es einige Fallstricke zu beachten.

Informationen vorab sammeln

Du solltest dich vorab über die Kernziele und Zahlen des Unternehmens informieren. Diese Infos sind wie kleine Hilfsmittel im Bewerbungsprozess. Mit ihnen zeigst du dein Interesse an der Firma und dein Engagement in der Vorbereitung. Einige Branchen erwarten sogar Verbesserungsvorschläge zur Strategie des Unternehmens. Hast du dich vorab informiert, kannst du hier punkten.

Medien aktiv nutzen

In der Hektik werden die Medien in einer Präsentation oftmals vergessen. Du solltest aus den gegebenen Möglichkeiten schöpfen. Ob Flipchart, Whiteboard oder Power Point – mit einer visuellen Präsentation unterstützt du dein Auftreten.

Sprachkenntnisse integrieren

Wenn der neue Job verschiedene Sprachkenntnisse erfordert, solltest du auf diese vorbereitet sein. Dein eingestaubtes Französisch könnte im Bewerbungsprozess geprüft werden. Im Idealfall kommst du deinem Arbeitgeber sogar zuvor und integrierst eine Sprachalternative in deine Präsentation.

Fehler zugeben

Fehler sind in Drucksituationen wie einem Assessment Center normal. Jeder hat Verständnis für ein wenig Unsicherheit. Wenn du schon nach einer Station einen Fehler bemerkst, dann notiere ihn. So fällt dir die Selbstreflexion anschließend leichter. Achte auch darauf, diese Fehler dem Prüfer mitzuteilen.

Training fürs Assessment Center

Training fürs Assessment Center

Eine gute Vorbereitung ist im Assessment Center schon die halbe Miete. Viele Übungen kannst du problemlos zu Hause trainieren. So verbesserst du dein sicheres Auftreten im Bewerbungsprozess.

Deine Präsentation

Deine Präsentation ist im Assessment Center das A und O. Die Übung hierzu kannst du zu Hause jederzeit trainieren. Du brauchst dazu

  • circa 20 Minuten Zeit
  • Deinen Lebenslauf und dein Bewerbungsschreiben
  • Geduldige Freunde oder Familienmitglieder, die dir zuhören

Für die Vorstellung deiner Person hast du im Assessment Center in etwa 5 Minuten Zeit. Schreibe dir die relevantesten Erfolge im Leben aus deinem Lebenslauf heraus. Ergänze sie um deine persönliche Erfahrung. Nette Anekdoten lockern deine Präsentation auf. Gestalte den Inhalt leicht, aber strukturiert.

Übe deine Vorstellung anschließend vor Freunden oder der Familie. Hab ein Auge auf die Zeit und lass dir danach Feedback geben. Führe diesen Ablauf immer mal wieder durch. So steigerst du deine rhetorischen Fähigkeiten.

Außerdem verbesserst du durch die Übung dein Auftreten. Deine Körperhaltung ist für eine Präsentation sehr wichtig. Zeige dich aufgeschlossen. Versuche dich aus einer verklemmten Haltung zu lösen. Stelle dich gerade hin und öffne deine Arme. Nutze sie zur verbalen Unterstützung deines Vortrags.

Dein Umgang mit Stress

Viele Fehler ereignen sich durch hektische Situationen im Alltag. Du solltest daher auch deinen Umgang mit Stress trainieren. Benötigt wird:

  • Ein Zeitfenster von 30 bis 60 Minuten
  • Ein Online-Programm
  • Eine Wichtigkeits-Skala

Stresssituationen künstlich hervorzurufen verfehlt meistens den Zweck der Übung. Zur Vorbereitung gibt es Online-Tools zur Simulation eines Assessment Center, die teilweise auch kostenlos nutzbar sind, etwa bei career-test.de. Während der Übung solltest du dir dann zuerst einen Überblick verschaffen. Mit einer Wichtigkeits-Skala kannst du entscheiden, was sofort erledigt werden muss. Andere Aufgaben können einen Moment warten.

Intelligenz- und Persönlichkeitstests

Einige Einstellungsverfahren integrieren bewusst Intelligenz- und Persönlichkeitstests. Das Bestehen dieser Tests ist die Grundvoraussetzung, um an weiteren Übungen teilzunehmen. Zur Übung findest du eine Reihe von IQ- und EQ-Tests online, etwa bei sueddeutsche.de. Du solltest dabei:

  • Circa 45 bis 60 Minuten Zeit einplanen
  • Tests regelmäßig wiederholen
  • Ergebnisse ansehen

Viele Online-Tests geben dir am Ende eine genaue Auskunft über dein Ergebnis. So erkennst du klar deine Stärken und Schwächen. Auch das Logikverständnis lässt sich online gut trainieren. Bei häufigem Wiederholen wirst du dich schnell verbessern.

Rollenspiel und Reflexion

Ein Rollenspiel mit Freunden durchzuführen kann schwierig sein. Ihr seid einander vertraut und unterstützt euch gegenseitig. Die Rolle des Prüfers lässt sich so nur schwer einnehmen. Wähle für das Rollenspiel stattdessen eine Person aus deinem Bekanntenkreis aus. Damit gewährleistest du die nötige Distanz. Du brauchst:

  • Circa 15 bis 25 Minuten
  • Ein Fallbeispiel
  • Einen Gesprächspartner

Rollenspiele eignen sich vor allem für ein fiktives Kundengespräch. Hier kannst du dein freundliches Wesen unter Beweis stellen. Aber auch für Führungspositionen nützen diese Übungen. Sie stärken einen ruhigen Umgang mit anderen Mitarbeitern.

Professionelle Ansprechpartner

Für einige Berufe ist eine professionelle Unterstützung zu empfehlen. So kannst du dich optimal auf das Assessment Center vorbereiten. Professionelle Vorbereitungskurse sind nicht billig, der Kostenaufwand relativiert sich allerdings, wenn du damit tatsächlich deinen Traumjob ergatterst.

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