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Smalltalk lernen: 7 Tipps und 3 Übungen für müheloses Plaudern

Was für manche eine mühelose Selbstverständlichkeit ist, ist für andere ein Graus. Die Rede ist vom Smalltalk. Zum Glück kann man das Plaudern auch lernen.

Das Problem mit dem Smalltalk

Ein Gesprächseinstieg mit einem fremden oder nur wenig bekannten Menschen kann ganz schön schwierig sein. Wir sollen locker über unverfängliche Themen plaudern und dabei nett und sympathisch wirken. Im Smalltalk finden wir heraus: Wir wirkt der andere auf uns? Lassen wir uns auf ein tiefer gehendes Gespräch ein oder bleibt es beim oberflächlichen Geplauder? Außerdem ist der Smalltalk wichtig für die Kontaktpflege.

Ein paar Worte über den Gartenzaun oder im Büroflur sind wichtig für die soziale Bindung. Doch wie geht das „kleine Gespräch“ denn? Über was spricht man? Wie verhindert man peinliche Redepausen? Und wie kann man den Smalltalk geschickt wieder beenden? Nach dem Lesen unserer Tipps und Übungen siehst du hoffentlich schon klarer.

Tipps für gelungenen Smalltalk

Wage den Anfang

Ein peinlicher Moment entsteht in Smalltalksituationen oft schon dann, wenn sich keiner so recht traut, das Gespräch zu beginnen. Auch wenn du dich nicht für den Helden des Smalltalks hältst: Wage den ersten Schritt. Sich verlegen anzuschweigen ist in jedem Fall unangenehmer als ein vielleicht nicht ganz optimaler Satz. Habe keine Angst vor Belanglosigkeiten, dabei geht es beim „kleinen Gespräch“ ja meistens.

Lächle

Auch wenn du selbst unsicher bist: Lächle erst mal! Das macht dich sofort sympathischer und erleichtert die weitere Situation.

Diese Themen sind geeignet

Jetzt wird es ernst: Die Auswahl der Themen für einen Smalltalk ist elementar wichtig für dessen Gelingen, und hier kannst du einige Fehler machen. Gut geeignet sind zum Beispiel diese Themenfelder:

  • das Wetter (auch wenn es etwas abgedroschen klingt): „Jetzt ist es ja doch schon wieder ganz schön warm geworden“ ist ein durchaus legitimes Smalltalkthema. Du wirst staunen, wie ergiebig das Reden über das Wetter sein kann.
  • die Umgebung oder Situation: „Wie lange sind Sie schon in der Firma?“, „Fahren Sie häufig mit dem Zug?“, „Woher kennen Sie den Gastgeber?“ oder „Wie fanden Sie den Vortrag?“ sind gute Einstiegsfragen.
  • Hobbys: Über Leidenschaften und Interessen lässt es sich wunderbar plaudern. Achte nur darauf, dass du über dein Lieblingsthema nicht ins Monologisieren gerätst.
  • Sport: Wenn gerade ein großes Sportevent läuft (und du es wenigstens oberflächlich verfolgst), ist das ein lohnendes Thema, zu dem die meisten Menschen wenigstens ein paar Sätze zu sagen haben.
  • Urlaub: Über die letzten Reisen oder den geplanten Urlaub sprechen die meisten Menschen gerne. Schließlich verbinden sie ihren Urlaub ja meist mit etwas Positivem.
  • Filme, Serien oder Bücher: Über aktuelle Kinofilme, Fernsehserien oder Lieblingsbücher lässt sich prima plaudern. Klopfe aber vorher vorsichtig ab, ob ihr Überschneidungen in eurem Geschmack habt.
  • das Essen: In einer Situation, in der es etwas zu Essen gibt (zum Beispiel auf einer Party oder in der Mittagspause einer Konferenz), sind Bemerkungen darüber gut geeignete Smalltalkthemen. Achte aber darauf, dich zunächst nur positiv zu äußern (siehe nächster Tipp).

Diese Themen solltest du im Smalltalk zunächst meiden, weil sie zu persönlich oder zu kontrovers sind:

  • Politik
  • Religion
  • Beziehungen
  • persönliche Probleme
  • Kritik am Gegenüber
  • Geld
  • Gerüchte und Tratsch

Äußere dich positiv

Smalltalk sollte nur positive Themen berühren

Smalltalk soll belanglos sein, und das bezieht auch mit ein, dass du dich zunächst nur positiv äußern solltest. Wenn du über das Essen, die Kleidung des Chefs oder den miesen Vortrag lästerst, wirkst du erstens nicht gerade sympathisch. Und zweitens läufst du Gefahr, damit bei der völlig falschen Person zu landen. Die Frau des Chefs wird wohl nicht begeistert sein, wenn du über seine Kleidung lästerst (und ein missliebiger Kollege könnte es direkt zu ihm weitertragen), der Partygast hat vielleicht den geschmähten Kuchen mitgebracht oder dein Gegenüber ist vom Vortragenden restlos begeistert. Gehe dieses Risiko nicht ein, sondern lass negative Äußerungen im Smalltalk einfach weg.

Stelle offene Fragen

„Das war doch ein interessanter Vortrag, oder?“ Auf diese Frage kann man nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten und schon ist das Thema wieder beendet und das Gespräch kommt zum Erliegen. Besser sind offene Fragen, auf die man mit wenigstens einem Satz antworten muss. In diesem Fall wäre das: „Wie fanden Sie den Vortrag?“ Falls hier nur ein einsilbiges „Gut“ folgt, kannst du nachhaken: „Was hat Ihnen besonders gefallen?“

Interpretiere die Reaktionen

Achte beim Smalltalk gut auf die Reaktionen deines Gesprächspartners. Wenn er oder sie sich wegdreht, unaufmerksam wirkt oder ständig auf die Uhr schaut, läuft etwas nicht gut. Vielleicht redest du zu viel über dich selbst oder du hast ein uninteressantes Thema gewählt? Versuche es mit einem Themenwechsel. Wenn auch das nichts bringt, solltest du das Gespräch vielleicht geschickt beenden.

Beende den Smalltalk geschickt

Manche Smalltalk-Situationen gehen ganz automatisch in ein spannendes Gespräch über, in anderen Fällen bleibt es bei ein paar belanglosen Sätzen oder dein Smalltalkpartner erweist sich sogar als fürchterliche Nervensäge. Wenn du gerade nicht den perfekten Gesprächspartner erwischt hast, kannst du dich mit unterschiedlichen Ausstiegen retten:

  • einen anderen Gesprächspartner vorstellen: Diese Taktik ist besonders geschickt, aber leider nicht immer möglich. Stelle deinem Gegenüber einen anderen Anwesenden vor und mache beide bekannt. Idealerweise sollte es jemand sein, der deiner Meinung nach besser mit deinem Gesprächspartner harmoniert.
  • entschuldigen: „Entschuldigen Sie bitte, ich habe noch einen Termin/möchte auch noch mit anderen Partygästen plaudern/möchte mir noch etwas zu essen holen.“ Schon bist du aus der Situation verschwunden.
  • langweiliges Thema beginnen: Wenn gar nichts hilft, dann kannst du das Thema wechseln und von etwas sprechen, das dein Gegenüber langweilt. Mit ein wenig Glück beendet er oder sie dann das Gespräch bald.
  • Notfall-Ausstieg: Hierfür ist ein wenig schauspielerisches Talent gefragt. Schaue plötzlich überrascht auf und stelle fest, dass gerade ein Gast gekommen sei, mit dem du etwas ganz Dringendes zu bereden hättest. Und dann verschwinde schnell.

Übungen für gelungenen Smalltalk

Nutze jede Gelegenheit zum Üben

Viele Gelegenheiten für Smalltalk

Wenn Smalltalk dir schwerfällt, bist du wahrscheinlich für jede Situation dankbar, in der du nicht plaudern musst. Leider ist es hier genauso wie bei den meisten anderen Themen: Nur Übung macht den Meister. Nutze deshalb jede Gelegenheit für ein paar belanglose Worte und trainiere so deine Smalltalkfähigkeiten im Alltag. Günstige Gelegenheiten sind zum Beispiel:

  • bei einer zufälligen Begegnung mit den Nachbarn
  • im Zug oder Bus (oder an der Haltestelle)
  • an der Kasse
  • beim Friseur oder der Massage
  • im Wartezimmer
  • in der Kantine

Sammle passende Einstiege und Themen

Wenn du Angst vor peinlichem Schweigen hast oder dich immer wieder mit den Themen vergreifst, mache dir doch mal eine Liste mit möglichen Gesprächseinstiegen, Fragen und Themengebieten. Natürlich kannst du im Gespräch nicht in der Liste nachschauen, aber auf diese Weise erhöhst du die Chance, dass dir sofort etwas Passendes einfällt. Noch konkreter wird es, wenn du dir vor einer Party, einer Konferenz oder einem Vorstellungsgespräch überlegst, welche Themen sich genau für diese Situation eignen.

Beobachte andere beim Smalltalk

Es gibt wahre Meister des Plauderns, von denen du sehr viel lernen kannst. Beobachte doch mal ganz bewusst, wie andere mit dieser Situation umgehen. Welche Themen verwenden sie? Wie ist ihre Körperhaltung? Wie vermeiden sie peinliche Pausen und wie entkommen sie der Situation wieder? Und vor allem: Was machen sie anders als du? Beim „Lernen am Objekt“ wirst du sicher viele Ideen bekommen, die du in der nächsten Situation ausprobieren kannst.

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