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Persönlichkeitstest: 4 Modelle + 5 Probleme

Möchtest du etwas Neues über dich erfahren oder deine Annahmen bestätigen, machst du einen Persönlichkeitstest. Hier erfährst du alles rund um solche Tests. Wir verraten, wie sie funktionieren und welche Probleme es damit gibt. Außerdem stellen wir unterschiedliche Persönlichkeitstypen vor.

Das macht deine Persönlichkeit aus

Das macht deine Persönlichkeit aus

Deine Persönlichkeit ist die Zusammensetzung unterschiedlicher Charaktereigenschaften. Welche Eigenschaften zu wie vielen Anteilen Bestandteil deiner Persönlichkeit sind, ist individuell sehr unterschiedlich. Es gibt Menschen, die ähnliche Charaktereigenschaften haben und dementsprechend einem bestimmten Persönlichkeitstypen entsprechen. Andere Menschen stimmen in ihren Charaktereigenschaften gar nicht überein und haben dementsprechend ganz unterschiedliche Persönlichkeiten.

Die Persönlichkeit prägt dich ganz individuell und macht dich zu dem, was du bist. Etwa die Hälfte der Persönlichkeitsmerkmale bekommst du bei der Geburt im Erbmaterial von deinen Eltern mitgegeben. Leidet eine Mutter während der Schwangerschaft unter anhaltendem Stress, kann das die Gene des Kindes dauerhaft modifizieren. Woran du eine Schwangerschaft erkennst, erfährst du hier.

Einen ebenso großen Anteil an Merkmalen eignest du dir im Laufe deines Lebens an Hand von Erfahrungen aus deinem sozialen Umfeld an. Dieses Umfeld ist stark von deinen Freunden und anderen außerfamiliären Einflüssen geprägt. Schon die ersten Lebensjahre spielen dabei eine entscheidende Rolle. Dein Charakter und damit deine Persönlichkeit wird davon beeinflusst, welche Bildungserfahrungen du machst und wie deine Mitmenschen mit dir umgehen. Auf Grund des Einflusses von außen verändern sich deine Charaktereigenschaften im Laufe des Lebens. Das hat natürlich direkte Auswirkungen auf deine Persönlichkeit.

Diese Persönlichkeitstypen gibt es

Diese Persönlichkeitstypen gibt es

In der Psychologie ist häufig die Rede von Persönlichkeitstypen. Diese bieten eine Orientierung und helfen dabei, die eigene Persönlichkeit und die anderer Menschen in der Gesellschaft zu verorten. Zudem geben Persönlichkeitsmodelle einen Einblick in das Denken und Handeln deiner Mitmenschen. Es gibt viele verschiedene Ansätze, die unterschiedliche Persönlichkeitstypen nahelegen. Viele Wissenschaftler sind aber der Ansicht, dass das menschliche Wesen zu komplex ist, um es einem bestimmten Typen zuzuordnen. Im Folgenden stellen wir unterschiedliche Ansätze vor. Je nachdem welchen Persönlichkeitstest du machst, bezieht er sich womöglich auf eines dieser Modelle.

Ansatz von C.G. Jung

Carl Gustav Jung hat ein Modell entwickelt, das Persönlichkeiten in verschiedene Kategorien unterteilt. Es richtet sich nach den vier Funktionen Denken, Fühlen, Intuition und Empfinden. Diese vier Funktionen hat C.G. Jung noch einmal in Unterkategorien aufgeteilt, nämlich in extravertiert (dabei steht die Beziehung zu äußeren Einflüssen im Vordergrund) und introvertiert (dabei steht die Beziehung zum eigenen Ich im Vordergrund). Beim Ansatz von C.G. Jung gibt es insgesamt also acht verschiedene Persönlichkeitstypen.

Im Grunde sind alle dieser acht Funktionen bei jedem Menschen vorhanden. Der Unterscheid liegt in der Ausprägung, die bei jedem individuell ist. Jungs Theorie ist nicht durch wissenschaftliche Befunde gestützt. Daher bezeichnen viele Psychologen sie als veraltet und halten sie für nicht mehr relevant.

Big-Five-Modell

Big-Five-Modell

Big-Five, auf deutsch auch unter dem Namen Fünf-Faktoren-Modell oder FFM bekannt, bezeichnet ein spezielles Modell der Persönlichkeitspsychologie. Das Big-Five-Modell musst du von der Typenlehre abgrenzen, denn es beschäftigt sich mit der Ausprägung von bestimmten Merkmalen. Die Annahme des Modells basiert darauf, dass sich jede Persönlichkeit in fünf Hauptdimensionen einteilen lässt. Dazu gehören folgende Kategorien:

  • Aufgeschlossen sein: Wie offen bist du für neue Erfahrungen und wie gehst du damit um?
  • Perfektionismus: Wie gewissenhaft und verantwortungsvoll erledigst du Aufgaben?
  • Gesellig sein: Wie verhältst du dich in der Gegenwart von anderen Menschen?
  • Kooperationsbereit sein: Nimmst du Rücksicht auf deine Mitmenschen und zeigst Empathie?
  • Verletzlichkeit: Bist du emotional belastbar, beziehungsweise wie gehst du mit deinen Emotionen um? Tipps für den richtigen Umgang mit deinen Emotionen gibt es hier.

Es gibt Forscher, die ausgehend von diesem Modell unterschiedliche Persönlichkeitstypen abgeleitet haben. Heraus kamen folgende Kategorien:

  • der durchschnittliche Typ: Dieser Typ ist sehr empfänglich für Einflüsse von außen und lässt sich leicht beeinflussen. Allerdings ist er nicht besonders offen, sondern eher schüchtern, gehemmt und emotional labil.
  • der reservierte Typ: Im Gegensatz zum durchschnittlichen Typ ist der reservierte Typ emotional stabil. Besonders offen ist er aber auch nicht.
  • der egozentrische Typ: Dieser Persönlichkeitstyp knüpft schnell Kontakte und kann sich in andere Menschen hineinfühlen. Zudem ist er sehr kreativ und inspiriert Andere.
  • der vorbildliche Typ: Dieser Typ wird von seinen Mitmenschen oft als ablehnend, ignorant und überheblich wahrgenommen, da er äußerst extrovertiert ist.

Mehr über das Big-Five-Modell erfährst du hier.

Enneagramm

Das Enneagramm-Symbol stellt Beziehungen zwischen den einzelnen Typen her

Der Begriff Enneagramm steht für ein esoterisches Symbol, das neun verschiedene menschliche Qualitäten ordnet, in eine Struktur bringt und miteinander in Beziehung setzt. Wann genau das Symbol und die damit zusammenhängende Lehre entstanden ist, steht nicht fest. Einige Menschen gehen davon aus, dass der Ursprung in der Antike liegt.

Das Enneagramm legt nahe, dass es neun verschiedene Persönlichkeitstypen gibt. Einer dieser Typen lässt sich auf jeden Menschen übertragen und bleibt das ganze Leben über bestehen. Es gibt also keine grundlegenden Veränderungen der Persönlichkeit im Laufe eines Lebens. Die einzelnen Typen sind von eins bis neun durchnummeriert. Häufig werden ausschließlich die Zahlen genannt, da es keine einheitlichen Namen für die Typen gibt. Zudem sind die Zahlen wertneutraler als die Bezeichnungen.

Im Laufe deines Lebens kannst du zwar keinem neuen Typ zugeordnet werden, es ist aber möglich, verschiedene Entwicklungsstufen zu erreichen. Diese erstrecken sich von der sogenannten unreifen Persönlichkeit zur reifen Persönlichkeit. Zwischen diesen beiden Eckpunkten gibt es zahlreiche Zwischenpositionen.

Myers-Briggs-Typenindikator/ MBTI

Der Myers-Briggs-Typenindikator, kurz MBTI, wurde von Katharine Cook Briggs und Isabel Myers entwickelt. Im Vordergrund steht die Erfassung der von Carl Gustav Jung entwickelten Persönlichkeitstypen. Beim Coaching ist die Methode besonders beliebt. Wie du selbst Coach wirst, erfährst du hier. Absolvierst du einen Persönlichkeitstest mit dieser Methode, kann dir ein Coach basierend auf den Ergebnissen zum Beispiel Tipps zu passenden Berufswegen geben.

Der Myers-Briggs-Typenindikator beinhaltet Persönlichkeitstypen, die nach folgenden Kriterien klassifiziert sind:

  • Aufmerksamkeit: Dieser Punkt bezieht sich auf deine Wahrnehmung der Außenwelt. Es kommt darauf an, ob du auf Details achtest und im Augenblick lebst oder ob du deine Eindrücke interpretierst und sie in einen Gesamtzusammenhang setzt. Eventuell fällt es dir auch sehr schwer, im Hier und Jetzt zu leben.
  • Entscheidung: Entscheidungen sind eine komplexe Angelegenheit. Es gibt einige Menschen, bei denen das Bauchgefühl dabei im Vordergrund steht. Andere überdenken jede einzelne Entscheidung ganz genau und behalten die Logik im Blick.
  • Antrieb: Dieser Bereich beschreibt die Quelle deiner Motivation. Das können zum Beispiel Menschen aus deinem sozialen Umfeld sein oder aber ruhige Rückzugsorte.
  • Lebensstil: Dieser Indikator bezieht sich auf das Erstellen von Plänen beziehungsweise auf impulsives Handeln. Es kommt darauf an, ob du gut mit spontanen Situationen umgehen kannst oder nicht. Welche Vorteile Spontanität mit sich bringt, erfährst du hier.

So funktionieren Persönlichkeitstests

Persönlichkeitstest bei einem Psychologen machen

Möchtest du herausfinden welcher Persönlichkeitstyp du bist, bietet sich ein Persönlichkeitstest an. Dazu gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Das Ergebnis ist abhängig davon, auf welches Modell von Persönlichkeitstypen sich ein bestimmter Test bezieht. Außerdem musst du die Fragen natürlich gewissenhaft beantworten und nicht so, wie du es gerne hättest. Im Folgenden stellen wir dir eine Auswahl an möglichen Persönlichkeitstests vor.

Test bei einem Psychologen

Möchtest du einen professionellen Test machen, solltest du unbedingt einen Termin mit einem Psychologen vereinbaren. Dieser berät dich im persönlichen Austausch und stellt dir Fragen zu deinen Interessen, deinen Hobbys und deinem allgemeinen Lebensstil. Es kann auch sein, dass dir verschiedene Situationen geschildert werden und der Psychologe wissen möchte, wie du dich zu einem bestimmten Zeitpunkt verhalten würdest. Basierend auf deinen Antworten ordnet dich der Psychologe im Anschluss an das Gespräch einem bestimmten Persönlichkeitstyp zu. Welcher das ist, hängt davon ab, auf welches Modell sich der Psychologe bezieht.

Enneagramm-Test

Möchtest du herausfinden, welcher Persönlichkeit du entsprechend des Enneagramms zugeordnet wirst, kannst du das entweder online tun oder dir ein Buch besorgen, in dem das Modell genau erklärt ist. Egal für welche Version du dich entscheidest, in der Regel ist jeder Typ genau beschrieben. Liest du dir die Texte durch, erkennst du dich gegebenenfalls wieder. Das ist aber häufig gar nicht so einfach, da nicht alle Eigenschaften eines beschriebenen Typs positiv sind. Vielleicht möchtest du dir bestimmte Fehler nicht eingestehen und ordnest dich aus diesem Grund einem anderen Typ zu. Es empfiehlt sich, aus diesem Grund die Beschreibungen mehrmals zu lesen und zu reflektieren. Nur wenn du ganz ehrlich zu dir selbst bist, kommst du zu einem passenden Ergebnis.

Kostenlose Personality-Tests im Internet

Im Internet gibt es kostenlose Personality-Tests

Das Angebot an Persönlichkeitstests im Internet ist sehr groß. In der Regel sind diese Tests kostenlos und nehmen nicht viel Zeit in Anspruch. Wichtig ist, dass du dich immer von der Seriosität der angebotenen Tests überzeugst. Da das Angebot so groß ist, kannst du schnell den Überblick verlieren. Erkundige dich also unbedingt danach, wer einen Test konzipiert hat und auf welchen Grundlagen er basiert.

Gerade bei Onlinetests darfst du dich nicht uneingeschränkt auf das Ergebnis verlassen. Das liegt einerseits an den Tests selbst, andererseits an den von dir gegebenen Antworten. Viele Menschen kennen sich selbst nicht richtig und beantworten die gestellten Fragen aus diesem Grund nicht wahrheitsgemäß. In einigen Fällen ist das keine bewusste Entscheidung. Du hast ein bestimmtes Bild von dir selbst, das im Grunde aber nicht der Wahrheit entspricht. Machst du den Test bei einem Psychologen und nicht im Internet, stellt er gezielte Fragen, die in vielerlei Hinsicht zu einem klareren Ergebnis führen.

Probleme eines Persönlichkeitstests

Lügen bringt dich nicht weiter

Je nachdem wann und wie du einen Persönlichkeitstest durchführst, bringt das einige Probleme mit sich. So kommt es immer wieder vor, dass das Ergebnis auf Grund von bewussten oder unbewussten Entscheidungen manipuliert wird. Selbst wenn du es nicht darauf anlegst, kann es zu Problemen kommen. Im Folgenden erklären wir, welche Herausforderungen bei der Durchführung eines Persönlichkeitstests auf dich zukommen.

Du machst einen unseriösen Test

Das Angebot im Internet ist so groß, dass du schnell auf einen unseriösen Test hereinfallen kannst. Um das zu vermeiden, solltest du dich vorab unbedingt erkundigen, wer den Test konzipiert hat. Es ist auch wichtig zu wissen, auf welchen Grundlagen der Test basiert.

Du beantwortest die Fragen nicht wahrheitsgemäß

Ein Persönlichkeitstest beschäftigt sich natürlich nicht nur mit den positiven Seiten einer Persönlichkeit, sondern auch mit den negativen. Aus diesem Grund bereitet es dir mit Sicherheit nicht immer Vergnügen, die Fragen zu beantworten. Es ist aber sehr wichtig, alle Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Hältst du dich nicht daran, verfälschst du das Ergebnis. Bei einem Test geht es schließlich darum, mehr über dein wahres Ich zu erfahren und nicht über dein Traum-Ich.

Es ist eine gute Idee, den Test alleine durchzuführen. Gucken deine Freunde dabei zu, schämst du dich womöglich für bestimmte Antworten und verfälschst sie. Sei ehrlich zu dir selbst und verstecke dich nicht. Nur so hast du die Möglichkeit herauszufinden, welchem Persönlichkeitstyp du wirklich entsprichst.

Du arbeitest auf einen bestimmten Persönlichkeitstyp hin

Je nachdem wie die Fragen eines Tests formuliert sind, kannst du schon bei der Beantwortung erkennen, auf welchen Persönlichkeitstyp sie hindeuten. Möchtest du einen offiziellen Test machen, gehst du also am besten zum Psychologen. Dort besteht nicht die Möglichkeit einer Manipulation. Entscheidest du dich dennoch für ein Angebot im Internet, ist es keine gute Idee, dir vorab die möglichen Ergebnisse durchzulesen. Das bestärkt nämlich dein Bestreben, auf einen bestimmten Persönlichkeitstyp hinzuarbeiten.

Du kennst dich selbst nicht gut genug

Du kennst dich selbst nicht gut genug

Ein Persönlichkeitstest dient dazu, dich selbst besser kennenzulernen. Dennoch brauchst du Basiswissen über dich und deine Charaktereigenschaften, um den Test durchzuführen. Kennst du dich selbst nicht gut genug, hast du nicht die Möglichkeit, alle Fragen entsprechend deiner Persönlichkeit zu beantworten.

Machst du einen Test im Internet und bist dir in vielen Punkten unsicher, solltest du einen Termin beim Psychologen buchen. Er berät dich umfassend in Bezug auf passende Tests und stellt Fragen, die dich auf den richtigen Weg leiten. Zudem hat ein Psychologe in einem persönlichen Gespräch die Möglichkeit, auf dich und deine Reaktionen einzugehen. Bei einem Onlinetest besteht diese Option nicht. Die Fragen sind vorgegeben und können nicht abgewandelt werden.

Du hast mit sprachlichen Problemen zu kämpfen

Damit du alle Fragen wahrheitsgemäß beantworten kannst, musst du diese natürlich zunächst einmal verstehen. Gleiches gilt für die möglichen Antworten. Ist ein Test besonders kompliziert formuliert, schaust du dich am besten nach einer Alternative um. Es bringt nichts, wenn du das Ergebnis auf Grund inhaltlicher Verständnisschwierigkeiten verfälschst.

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