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Körpersprache: 5 typische Fehler, 4 Tipps und 3 Übungen

Das gesprochene Wort macht in einer Kommunikation nur einen kleinen Teil des Inhalts aus, auch die Körpersprache hat einen wichtigen Anteil. Wir nehmen sie bei einem Gespräch ständig wahr und interpretieren sie unterbewusst. Deine Körpersprache kann Selbstbewusstsein oder Unsicherheit, Nähe oder Distanziertheit, Wahrhaftigkeit oder Hang zum Lügen ausdrücken, und noch vieles mehr. Wir erklären dir, wie du deinen Körper bewusster einsetzt.

5 typische Fehler bei der Körpersprache

Achte einmal darauf: Machst du diese Fehler auch?

Blickkontakt vermeiden

Wenn du mit anderen Blickkontakt aufnimmst, zeigt das: Ich interessiere mich für dich, ich fühle mich sicher in der Situation. Vermeidest du dagegen Blickkontakt, wirkst du unsicher oder desinteressiert. Schau deinem Gegenüber also ruhig in die Augen. Aber Achtung: Starren ist auch unangenehm, übertreibe es nicht mit dem Blickkontakt.

Übertriebene Gesten

Ausufernde Gesten mit den Händen oder dem ganzen Körper wirken übertrieben und unehrlich. Dein Gegenüber weiß dich dann nicht mehr einzuschätzen, und das kann dir schaden. Nutze Gesten deshalb eher sparsam.

Schwacher Händedruck

Auch der Händedruck hat Aussagekraft

Aus einem Händedruck lässt sich schon viel herauslesen: Ist er zu stark oder zu lang, deutet er auf Dominanz und Aggression hin. Ist er dagegen zu schwach, zeugt das von Unsicherheit und Schwäche. Aber keine Sorge: Einen angenehmen Händedruck kann man üben.

Gebeugte Körperhaltung

Die Haltung hat besonders viel Anteil an der Körpersprache. Ein gebeugter Rücken und ein eingezogener Kopf signalisieren: Ich wäre am liebsten gar nicht hier. Eine aufrechte Haltung zeigt dagegen Selbstbewusstsein und Interesse.

Zu viel „Zappeln“

Wer ständig an den eigenen Haaren, dem Hemdkragen oder Gegenständen herumspielt, signalisiert große Unsicherheit oder Ungeduld. Auch Fußwippen oder häufiges Auf-die-Uhr-Schauen erwecken diesen Eindruck. Wer viel „zappelt“, zeigt deshalb kein angenehmes Bild von sich selbst.

4 Tipps für eine bessere Körpersprache

Die gute Nachricht: An der eigenen Körpersprache kann man arbeiten. Mit unseren Tipps gelingt es dir bestimmt bald, eine authentische Körpersprache zu entwickeln.

Eine gute Körperhaltung einnehmen

Eine gute Körperhaltung ist sowohl aufrecht als auch locker. Sowohl im Stehen als auch im Sitzen sollten beide Füße fest auf dem Boden stehen. Die Schultern sinken nicht nach vorne, sondern sind leicht nach hinten gezogen. Vor einem wichtigen Gespräch (zum Beispiel einem Meeting, Vorstellungsgespräch oder Date) kann es sich lohnen, die Schultern auszuschütteln und sie so zu lockern. Vermeide Machtdemonstrationen, zum Beispiel durch breitbeinigen Stand und in die Seiten gestemmte Hände. Zur guten Körperhaltung gehört außerdem der Kopf: Halte ihn gerade und vermeide es, auf den Boden oder zur Zimmerdecke zu blicken. Das ist natürlich viel auf einmal, aber keine Sorge: Nach und nach geht dir diese Haltung in Fleisch und Blut über.

Aufmerksamkeit signalisieren

Kaum etwas kann einen Gesprächspartner mehr verärgern als das Gefühl von Unaufmerksamkeit und Desinteresse. Achte deshalb darauf, deinem Gegenüber im Gespräch immer deine Aufmerksamkeit zu signalisieren. Ein wichtiger Aspekt ist der schon genannte Augenkontakt. Schaue deinem Gesprächspartner immer wieder in die Augen, starre ihn aber nicht an. Nicken oder kleine zustimmende Bemerkungen zeigen: Ich folge dem, was du sagst. Deine Körperhaltung sollte außerdem „offen“ und deinem Gegenüber zugewandt sein. Verschränkte Arme oder eine abgewandte Körperhaltung signalisieren Desinteresse oder Ablehnung.

Wohin mit den Händen?

„Merkel-Raute“: Einstudierte Körpersprache

Zu viel wedeln oder spielen sollen sie nicht, in die Seiten gestemmt sein sollen sie auch nicht (von Hosentaschen einmal ganz zu schweigen) und verschränken ist ebenfalls keine gute Idee. Wohin also mit den Händen? Im Stehen hängen die Hände idealerweise einfach seitlich nach unten. Das ist für die meisten Menschen erst einmal sehr ungewohnt, sorgt aber dafür, dass du mit deinen Händen keine unerwünschten Signale sendest. Wenn du ein Glas oder einen anderen Gegenstand in der Hand hältst, kann das hilfreich sein. Vermeide dann aber, dich mit beiden Händen daran festzuhalten oder zu viel damit herumzuspielen. Natürlich kannst (und sollst) du mit deinen Händen auch das Gesagte unterstreichen, achte aber auf kleine, dezente Gesten. Übrigens: Die „Merkel-Raute“, die typische Handhaltung von Angela Merkel, ist ein eingeübter Körperhaltungs-Trick, damit sie ihren Rücken gerade hält und die Hände sinnvoll beschäftigt sind.

Nähe und Distanz

Auch beim Thema Nähe und Distanz kommt es auf ein gutes Mittelmaß an. Wenn du zu viel Abstand zu deinem Gesprächspartner hältst, wirkt das unsicher, ängstlich oder abweisend. Kommst du ihm dagegen zu nahe, kann das leicht grenzüberschreitend wirken. Besonders vorsichtig solltest du mit Körperkontakt sein. Manche Menschen finden es zwar sympathisch, wenn sie während eines Gesprächs immer wieder leicht am Arm oder der Schulter berührt werden. Andere empfinden es dagegen als sehr unangenehm und distanzlos. Halte dich im Zweifelsfall also lieber mit Körperkontakt zurück.

3 Übungen für eine authentische Körpersprache

Wie bei den meisten anderen Dingen kommt es auch bei der Körpersprache vor allem auf Übung an. Üblicherweise sendet unser Körper fast ohne unser Zutun – unbewusst – seine Signale aus. Mit unseren Übungen holst du deine Körpersprache ins Bewusstsein und kannst sie auf diese Weise bald verbessern.

Beobachten und imitieren

Um deine Körpersprache zu verbessern, kannst du dir Vorbilder suchen, entweder in deinem Umfeld oder auch in Filmen oder anderen Medien. Achte ganz bewusst darauf, bei welchen Menschen du die Körpersprache angenehm findest. Was machen sie anders als du? Versuche, ihre Haltung einzunehmen und zu imitieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Bestandsaufnahme mit Spiegel, Gespräch und Videokamera

Wie wirkst du eigentlich auf andere? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, beinhaltet aber viele wertvolle Hinweise für deine Körpersprache. Nutze deshalb alle dir zur Verfügung stehenden Mittel, um herauszufinden, wie du dich darstellst: Schau dich kritisch im Spiegel und auf Fotos an. Bitte vertraute Personen, deine Körpersprache bewusst zu beobachten und dir dazu Rückmeldung zu geben. Wenn du die Gelegenheit dazu hast, kannst du auch mal ein Gespräch auf Video aufnehmen und hinterher deine Körpersprache analysieren. Bestimmt fallen dir dabei einige unserer genannten Fehler auf.

Den passenden Händedruck üben

Ein guter Händedruck ist vor allem deshalb wichtig, weil er gleich bei der Begrüßung einen Eindruck über den Gesprächspartner erlaubt. Wenn du hier schon ein angenehmes Bild hinterlässt, kommt dir das im Gespräch zugute. Einen schlechten Eindruck kann man dagegen nur schwer wieder ausgleichen. Übe deshalb den passenden Druck und die richtige Haltung: Strecke deinem Gegenüber die Hand nie mit der Handfläche nach oben entgegen, das signalisiert Unterwürfigkeit. Am besten übst du den Händedruck mit einer vertrauten Person. Ideal ist, wenn diese selbst schon einen guten Händedruck beherrscht, ihr könnt aber auch gemeinsam üben. Experimentiere mit verschiedenen Stärken, Handhaltungen und Längen des Händedrucks und finde die optimale Kombination für dich.

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