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Schüchtern sein: 9 Tipps & 5 Übungen gegen Schüchternheit

Fachredakteurin
Aktualisiert:

Einige Menschen stehen gerne im Mittelpunkt, andere bekommen bei der bloßen Vorstellung Herzrasen. Schüchtern sein ist keine Seltenheit und meist auch kein Problem. Hast du aber viele Hemmungen, wirst du womöglich übersehen und deine Meinung nicht gehört. Wir erklären, was du gegen die Schüchternheit tun kannst.

Schüchtern sein darfst du nicht mit Introvertiertheit verwechseln. Wer schüchtern ist, sucht nämlich durchaus den Kontakt zu Menschen und umgibt sich gerne mit Gleichgesinnten. Allerdings fällt es schüchternen Menschen häufig sehr schwer, neue Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden. Erst wenn sie andere gut kennen und ihnen vertrauen, öffnen sie sich vollständig und äußern ihre eigene Meinung.

Schüchternheit im Arbeitsalltag

Schüchternheit im Job

Die Schüchternheit bringt nicht nur im persönlichen Umfeld Probleme mit sich, sondern auch im Arbeitsalltag.

Bist du in einem Teammeeting zu zurückhaltend oder hast in einem Gespräch mit deinem Chef Hemmungen, setzt du sehr wahrscheinlich nicht durch, was du erreichen möchtest.

Je nachdem, wie ausgeprägt deine Schüchternheit ist, bereitet es dir womöglich große Angst, auf andere zugehen zu müssen.

Hast du deine eigene Scham und deine Hemmungen erkannt, ist das ein erster Schritt in die richtige Richtung. Du kannst dir nämlich ohne Probleme angewöhnen, deine Schüchternheit abzulegen und selbstbewusster zu werden.

Das erfordert allerdings ein bisschen Mut und du musst dich darauf einlassen, deine Komfortzone zu verlassen. Bist du dazu bereit, brauchst du dir schon bald keine Sorgen mehr um deine Schüchternheit zu machen. Im Folgenden geben wir Tipps und stellen verschiedene Übungen vor, die dich weniger schüchtern (englisch: "shy") machen.

Synonyme für das Wort "schüchtern" sind übrigens:

  • scheu
  • introvertiert
  • gehemmt
  • behutsam
  • zaghaft
  • befangen

Wie du Angst am besten überwindest, erfährst du hier.

Tipps zum Überwinden deiner Schüchternheit

Tipps zum Überwinden deiner Schüchternheit

Schüchternheit ist nicht per se schlecht. Mit Sicherheit hast du schon einmal festgestellt, dass du zwar schüchtern, dafür aber ein sehr guter Zuhörer bist.

So erfasst du die Emotionen deines Gegenübers und hast die Möglichkeit, gezielt nachzufragen, wenn du etwas nicht verstehst.

Zu viel Schüchternheit bringt aber auch Nachteile mit sich. Das verhinderst du mit ein bisschen Übung. Weißt du einmal, wie du gegen deine Schüchternheit ankommst, hast du sie schnell überwunden. Folgende Tipps helfen dir dabei.

Schüchtern sein: Erkenne deine Schwächen

Schüchternheit ist nicht gleich Schüchternheit. Jeder Mensch ist ein Individuum und reagiert in unterschiedlichsten Situationen auf bestimmte Art und Weise.

Womöglich bist du nur im Arbeitsumfeld schüchtern, privat aber nicht. Oder lediglich bestimmte Situationen rufen Hemmungen hervor, wie zum Beispiel ein Vorstellungsgespräch oder ein erste Date.

Je nachdem, in welcher Situation oder unter welchen Umständen du schüchtern bist, musst du unterschiedliche Strategien anwenden, um deine Hemmungen loszuwerden.

Das ist nicht immer einfach. Hast du aber einmal festgestellt, was dir besonders viel Kummer bereitet, arbeitest du intensiv daran und erreichst dein Ziel schneller.

Schüchtern sein: Mach dir nicht so viele Gedanken

Mach dir nicht so viele Gedanken

Schüchterne Menschen neigen dazu, alles, was sie tun oder vorhaben, erst einmal zu überdenken.

Vielleicht malst auch du dir häufig aus, wie dein Gegenüber reagieren könnte, wenn du eine gegenteilige Meinung äußerst.

Von diesen Spekulationen bist du dann so eingeschüchtert, dass du dich nicht mehr traust, deinen Mund aufzumachen. Versuche dir vorab nicht allzu viele Gedanken zu machen. Dann geht vielleicht einmal etwas schief, ein andermal hast du aber Erfolg.

Wichtig ist, dass du deine eigene Wahrnehmung nicht zensierst und dir Gedanken darüber machst, wie sie bei anderen ankommt. Natürlich solltest du andere Menschen stets mit Respekt behandeln und ihnen zuhören.

Dennoch hast du das Recht, deine Meinung zu äußern, genau wie alle anderen auch. Machst du dir vorab zu viele Gedanken, verstrickst du dich immer tiefer in ein Netz aus Zweifeln und es fällt dir immer schwerer, dich daraus zu lösen.

Trotzdem solltest du auch in Zukunft nicht einfach anfangen zu sprechen, bevor du darüber nachgedacht hast, was du eigentlich sagen möchtest.

Es ist durchaus eine positive Eigenschaft, reflektierte Wortbeiträge zu leisten, gerade im Arbeitsumfeld. Zu lange nachdenken darfst du aber nicht, sonst ergreifen andere Menschen die Chance.

Hier lernst du, mit Tipps und Übungen deine Selbstzweifel zu überwinden.

Schüchtern sein: Lass andere reden

Hast du beim Kennenlernen neuer Leute Angst vor dem ersten Gespräch, überlässt du den anderen einfach das Reden. Begrüße sie mit einem netten "Hallo" und warte ab, was passiert.

Mit Sicherheit stellt dir jemand eine Frage, auf die du reagieren kannst. Vieles ergibt sich im Moment und bedarf keiner allzu großen Vorbereitung. Je nachdem worüber ihr euch unterhaltet, fallen dir schon nach kurzer Zeit spontan Fragen ein. Du wirst schon sehen.

Schüchtern sein: Sei ehrlich

Dieser Punkt ist sehr wichtig und zwar in Bezug auf andere Menschen, aber auch in Bezug auf dich selbst. Es bringt nichts, dir und anderen etwas vorzumachen und dich selbst anders darzustellen, als du eigentlich bist.

Stehe von Anfang an zu deinen Fehlern und Makeln. So erleben Freunde und Arbeitskollegen keine bösen Überraschungen und du musst dich nicht verstellen. Das ist auf Dauer nämlich ganz schön anstrengend.

Schüchtern sein: Hab Geduld

Geduld lässt sich üben

Übe dich in Geduld und erwarte nicht, dass du dich von einem auf den anderen Tag änderst.

Es ist eine gute Idee, wenn du dir Ziele setzt, die du an einem bestimmten Tag erreichen willst.

Arbeitest du regelmäßig an dir, erreichst du schnell immer mehr und wirst schon bald eine Verbesserung feststellen.

Wichtig ist auch, dass du dich nicht entmutigen lässt, wenn einmal etwas nicht so klappt, wie geplant. Versuche professionell mit Kritik von anderen Menschen dir gegenüber umzugehen und lasse dich davon nicht verunsichern.

Schüchtern sein: Stehe zu deinen Fehlern

Machst du einmal etwas falsch, darfst du dich davon nicht aus dem Konzept bringen lassen. Es bringt aber auch nichts, wenn du deine Fehler überspielst und versuchst, dein Verhalten zu rechtfertigen.

Stehe zu deinen Fehlern. Das macht dich glaubwürdig und sympathisch. Ist dir etwas unangenehm, sprichst du die betroffene Person am besten direkt an und entschuldigst dich.

Schüchtern sein: Lass dich von anderen inspirieren

Hast du eine beste Freundin, die mit Schüchternheit nichts am Hut hat, solltest du dich ihr unbedingt anvertrauen und um Hilfe bitten. Vielleicht kann sie dir Tipps geben.

Alternativ beobachtest du einfach, wie sie sich in bestimmten Situationen verhält. Versuche nachzuahmen, was gut funktioniert. Stehe dabei aber immer zu dir selbst und mache nichts, was überhaupt nicht deinem Charakter entspricht. Verstellst du dich zu sehr, geht die Übung nach hinten los.

Hier findest du Formen der Inspiration und Tipps zum Anregen deiner Sinne.

Schüchtern sein: Lerne online Menschen kennen

Knüpfe online Kontakte

Hast du ein Problem damit, im realen Leben auf andere Menschen zuzugehen, fällt es dir online womöglich leichter.

Es gibt unterschiedliche Plattformen, auf denen du dich registrieren und Kontakte knüpfen kannst.

Hast du dein virtuelles Gegenüber ein wenig kennengelernt, steht einem Treffen außerhalb des Internets nichts mehr im Wege.

Durch die Gespräche im Netz hast du bestimmt das Gefühl, die andere Person schon etwas zu kennen. Zumindest habt ihr euch schon unterhalten und wisst einige Dinge übereinander. So fällt es leichter, ein Gespräch zu beginnen.

Schüchtern sein: Geh nach draußen

Auch wenn es dir einfacher fällt, online Kontakte zu knüpfen, solltest du es auch in der realen Welt versuchen. Verkriechst du dich nur bei dir zu Hause, womöglich sogar im Bett, wird deine Schüchternheit immer schlimmer und es fällt dir alles andere als leicht, sie zu überwinden. Je mehr Unterhaltungen du führst, desto besser wirst du darin.

Bist du draußen unterwegs, warten immer wieder neue Herausforderungen auf dich. Hast du sie erfolgreich gemeistert, steigert das dein Selbstbewusstsein und du fühlst dich insgesamt besser. Begib dich bewusst in Situationen, in denen du mit anderen Menschen sprechen musst.

Das kann zum Beispiel ein Sportkurs sein, wie Yoga oder du probierst Voltigieren aus. Auch ein Sprachkurs bietet sich an. So überwindest du nicht nur deine Hemmungen, sondern findest womöglich auch neue Freunde.

Tipps zum Sprachen lernen gibt es hier.

Übungen gegen deine Hemmungen

Übungen, mit denen du deine Schüchternheit überwindest

Am besten legst du deine Schüchternheit ab, indem du mit einfachen Übungen etwas dagegen unternimmst.

So lernst du mit deinen Gefühlen umzugehen und steuerst gezielt dagegen an. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die du ausprobieren kannst.

Idealerweise forderst du dich dabei immer wieder selbst heraus und steigerst die Intensität der Aufgabenmit der Zeit. Wir haben ein paar einfache Übungen für dich zusammengestellt, die dir bei der Überwindung deiner Schüchternheit helfen.

Frage Fremde nach der Uhrzeit

Hast du besonders große Probleme damit, auf fremde Menschen zuzugehen, ist es eine gute Idee, einfach einmal jemanden auf der Straße nach der Uhrzeit zu fragen. Das kostet dich zu Beginn mit Sicherheit einiges an Überwindung. Hast du dich getraut, wirst du aber sehr glücklich sein.

Diese Übung ermöglicht es dir, in einem ungezwungen Rahmen Kontakt mit anderen aufzunehmen. Gedanken machen brauchst du dir dabei nicht. Sehr wahrscheinlich siehst du die angesprochenen Personen so bald nicht wieder. Zudem stellst du weder eine unangenehme Frage, noch bereitest du ihnen Umstände.

Lächle mehr

Wer lächelt, fühlt sich besser

Das ist eine sehr einfache Übung, die du zu jeder Tages- und Nachtzeit und in jeder beliebigen Situation umsetzen kannst.

Wer lächelt, verbreitet gute Laune und fühlt sich selbst gut.

Trittst du mit einem Lächeln auf dem Gesicht an neue Menschen heran, werden sie dich sympathisch finden und gerne mit dir ins Gespräch kommen.

Bist du dagegen mürrisch und verbreitest schlechte Laune, brauchst du dich nicht zu wundern, wenn sich niemand mit dir unterhält.

Ein Lächeln lädt andere zur Kommunikation ein und ermutigt sie, dich anzusprechen. Das gilt nicht nur für den privaten Bereich, sondern auch für Firmen-Events und andere öffentliche Veranstaltungen.

Entspannungsübungen machen

Progressive Muskelentspannung hilft, um Stress abzubauen.

Meditation zur Entspannung

Entspannst du dich regelmäßig zu Hause, ist das die beste Vorbereitung auf stressige Situationen, in denen deine Schüchternheit überwiegt.

Schaffst du es, dich in extremen Situationen zu entspannen, bist du weniger schüchtern.

Am besten probierst du unterschiedliche Entspannungsübungen aus und entscheidest danach selbst, welche am besten zu dir passt. Wichtig ist, dass du dir dafür ausreichend Zeit nimmst und dich bewusst entspannst.

Trainierst du regelmäßig, gewöhnt sich dein Körper an die Entspannungseinheiten und kann sich auch in außergewöhnlichen Situationen darauf einlassen. Schon wenige Minuten am Tag können etwas verändern.

Eine Möglichkeit ist die progressive Muskelentspannung. Diese lässt sich besonders leicht in deinen Alltag integrieren. Du brauchst dazu keine Hilfsmittel und kannst sie nach Belieben durchführen. Das funktioniert auch, wenn du gerade im Gespräch mit einer anderen Person bist.

Eine Alternative ist Atemmeditation. Diese eignet sich sehr gut, wenn du schüchtern bist. Dabei lenkst du den Fokus nämlich davon weg.

Die Entspannungsmethode ist ganz einfach durchzuführen. Nimm dazu eine passende Meditationshaltung ein und schließe die Augen. In einem nächsten Schritt konzentrierst du dich ganz auf deinen Atem. Verändere ihn nicht, sondern nimm das wahr, was gerade da ist und spüre deinem Atem nach.

Hier erfährst du noch mehr über das Meditieren.

Schlimme Szenarien ausmalen

Schlimme Szenarien ausmalen

Viele schüchterne Menschen machen sich unglaublich viele Gedanken darüber, was womöglich passieren könnte und welche Konsequenzen das für sie hat.

Gehörst du dazu, solltest du das einmal mit dem schlimmsten möglichen Szenario durchspielen. In den meisten Fällen ist nämlich nicht einmal das besonders schlimm.

Natürlich sind gewisse Situationen erst einmal unangenehm, dennoch trägst du in der Regel keinen bleibenden Schaden davon.

Sprichst du beispielsweise einen Unbekannten in einer Bar an, weist er dich im schlimmsten Fall ab. Alternativ reagiert er gar nicht auf deine Anmachsprüche.

Das ist zwar im ersten Moment unangenehm, die Welt geht davon aber nicht unter. Gleiches gilt für eine Präsentation, die dir nicht so gelingt, wie geplant, oder einen Arbeitsauftrag, den du nicht zufriedenstellend erledigst.

Machst du dir also das nächste Mal Gedanken darüber, was alles passieren könnte, solltest du dir überlegen, ob das schlimmste mögliche Szenario nicht doch zu verkraften ist. Kannst du diese Frage mit "ja" beantworten, brauchst du dir keine Gedanken zu machen. In der Regel tritt dies nämlich sowieso nicht ein.

Vor dem Spiegel üben

Kommen dir immer wieder negative Gedanken oder hast du das Gefühl eine innere Stimme hält dich davon ab, mutig zu sein, kannst du in einem Zwiegespräch mit dir selbst dagegen ankämpfen.

Das funktioniert am besten, indem du dich vor dem Spiegel positionierst und deinen inneren Kritiker zur Rede stellst. Achte dabei darauf, deine innere Stimme insofern zu beeinflussen, dass sie nicht mehr gegen dich arbeitet, sondern dich unterstützt.

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