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Multitasking: 6 Nachteile & 7 Tipps für fokussiertes Arbeiten

Erwischt du dich auch manchmal dabei, wie du versuchst, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen? Wenn du eine endlose To-Do-Liste und viel zu wenig Zeit hast, neigst du vielleicht dazu, Multitasking zu betreiben. Wir erklären dir, warum Multitasking sogar gefährlich werden kann und Singletasking vielleicht die bessere Wahl ist.

Wer kennt es nicht: Die Zeit rennt, der Tag fliegt dahin und du hast einfach wieder viel zu viele Tätigkeiten auf der Agenda. Häufig kommen im Laufe des Tages noch Punkte dazu und deine To-Do-Liste wird eher länger als kürzer. Das schreit geradezu nach Multitasking. Vielleicht kommst du auf den Gedanken, dass es zeitsparender ist, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, anstatt dich nur auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Doch das kann deinen Alltag sogar noch stressiger gestalten.

Definition: Was Multitasking ist

Was Multitasking ist

Der Begriff ‘Multitasking’ sagt aus, dass mehrere Aufgaben oder Tätigkeiten zur selben Zeit erledigt werden. Wahrscheinlich ist dir das Wort ‘Multitasking’ aus deinem Alltag schon geläufig. Die meisten Menschen tun es ganz unbewusst, um in einem kurzen Zeitfenster möglichst viele Aufgaben zu erledigen.

Schlägst du das Wort ‘Multitasking’ allerdings einmal im Duden nach, findest du gleich zwei Bedeutungen. Demnach stammt der Begriff ursprünglich aus dem EDV-Bereich. In der Computertechnik spricht man von Multitasking, wenn zeitgleich verschiedene Eingaben empfangen und verarbeitet werden. Erst an zweiter Stelle wird das menschliche Multitasking genannt.

Mit Multitasking mehrere Tätigkeiten gleichzeitig abzuarbeiten und dadurch Zeit zu sparen, klingt erst einmal praktisch, doch funktioniert Multitasking wirklich? Im Folgenden räumen wir Irrtümer aus dem Weg. Außerdem blicken wir auf die Risiken und geben dir Tipps zum Thema Singletasking.

Sind Frauen wirklich die besseren Multitasker?

Sind Frauen die besseren Multitasker?

Man sagt Männer können es gar nicht, Frauen dafür umso besser. Doch was ist wirklich dran an der These, dass Frauen multitaskingfähiger sind als Männer? Damit befasste sich eine Studie, in der beide Geschlechter verschiedene Multitasking-Aufgaben lösen sollten.

Heraus kam, dass sowohl Männer als auch Frauen ähnliche Ergebnisse erzielen, wenn mehrere Aufgaben gleichzeitig bearbeitet werden. Das Geschlecht hat also keinen Einfluss darauf, ob wir multitaskingfähig sind oder nicht.

Übrigens haben junge Menschen in Sachen Multitasking keinen Vorteil. Das Alter spielt gemäß Studien bei dieser Fähigkeit ebenso wenig eine Rolle wie das Geschlecht.

Multitaskingfähigkeit ist eine Illusion

Multitaskingfähigkeit ist eine Illusion

Nicht alles, was du nebenbei tust, ist wirklich Multitasking. In dem Wort Multitasking steckt nicht umsonst das englische Wort “Task”. Ein “Task” beschreibt aus neurowissenschaftlicher Sicht immer eine komplexe Aufgabe. Also eine Aufgabe, die deine Konzentration erfordert.

Während ein Computer problemlos dazu in der Lage ist, kann sich dein Gehirn nicht auf mehr als eine komplexe Tätigkeit gleichzeitig konzentrieren. Kurz gesagt, ist echtes Multitasking in dem Sinne für dein Gehirn schlicht nicht möglich. Stattdessen wechselst du sekundenschnell zwischen den verschiedenen Aufgaben hin und her.

Du betreibst tatsächlich also sogenanntes Task Switching. Die eigentliche Idee des Multitaskings ist produktiver und effizienter zu arbeiten. Allerdings ist das eine Illusion. Das sprunghafte Wechseln führt eher dazu, dass du dich selbst unter Druck setzt, deine Konzentration ständig neu fokussieren musst und häufiger Fehler machst.

Versuchst du beispielsweise während eines Meetings noch eine Textnachricht zu tippen, tust du weder das Eine noch das Andere mit voller Aufmerksamkeit. Das Ergebnis ist ernüchternd: Das Schreiben der Textnachricht hat wahrscheinlich länger gedauert als üblich und beim Meeting sind dir vielleicht wichtige Informationen entgangen. Es passiert also das Gegenteil davon, was du dir vom Multitasking erhoffst.

Multitasking ist nicht gleich Multitasking

Multitasking ist nicht gleich Multitasking

Dein Fokus kann also nicht gleichzeitig auf mehreren komplexen Aufgaben liegen. Anders sieht es bei Tätigkeiten aus, die dir vertraut sind und die du beherrschst. Eine routinierte Tätigkeit lässt sich problemlos nebenher erledigen. Beispielsweise kannst du durchaus beim Autofahren nebenbei Radio hören, wenn du ein routinierter Fahrer bist oder beim wöchentlichen Hausputz ein Telefonat führen.

Wer häufig dieselbe Mahlzeit kocht und die Abläufe schon automatisiert hat, dem fällt es wahrscheinlich auch nicht schwer, zusätzlich noch ein Gespräch zu führen. Die Prozesse in deinem Gehirn kommen sich dabei nämlich nicht in die Quere. Während automatisierte Bewegungen vom Kleinhirn übernommen werden, ist das Großhirn für die aufwendigen Tätigkeiten zuständig.

Auch die Schwierigkeit der jeweiligen Aufgaben ist entscheidend. Du wirst zwei Aufgaben zur selben Zeit tendenziell eher schlechter lösen, je anspruchsvoller die einzelnen Aufgaben sind. Empfindest du also eine Einzelaufgabe schon als schwierig, wird es nicht besser, wenn du nebenbei noch eine zweite anfängst.

Nachteile beim Multitasking

Da beim sogenannten Multitasking dein Gehirn immer wieder zwischen unterschiedlichen Tätigkeiten wechseln muss, bist du allgemein unkonzentrierter. Welche Nachteile das Multitasking mit sich bringt, siehst du hier auf einen Blick.

Keine Zeitersparnis

Multitasking ist keine Zeitersparnis

Wenn du glaubst mit Multitasking Zeit zu gewinnen, liegst du falsch. Schlussendlich kostet dich das dauerhafte Springen zwischen den Aufgaben mehr Zeit, da du deine aktuelle Tätigkeit bei jedem Wechsel unterbrichst und dich später neu einfinden musst. Tipps für besseres Zeitmanagement findest du hier.

Steigende Fehlerquote

Der ständige Fokuswechsel ist anstrengend für dein Gehirn und zerrt Energie. Dich auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren, wird dir wahrscheinlich nicht schwerfallen. Die Schwierigkeit liegt eher darin, dich genau an deine vorherige Aufgabe zu erinnern. Du kannst schnell wichtige Details vergessen, wenn du in der Zwischenzeit mit etwas Anderem beschäftigt warst. So können sich auch schnell Fehler einschleichen.

Größeres Unfallrisiko

Es gibt Situationen, die deine volle Aufmerksamkeit erfordern. Bist du dann abgelenkt, kann das ernsthafte Konsequenzen haben und du kannst dich und Andere gefährden.

Mehr Stress

Multitasking führt zu mehr Stress

Mehrere Aufgaben zeitgleich abzuarbeiten, führt zu mehr Stress. Anfangs mag es noch eine Herausforderung sein, wird die Zeit aber knapper und schließt du keine Aufgabe vollständig ab, steigt auch die psychische Belastung. Du fühlst dich überfordert und auch deine Konzentrationsfähigkeit nimmt ab.

Kurzzeitiger Stress ist für deinen Körper verkraftbar. Länger andauernde Stressphasen solltest du aber tunlichst vermeiden. Chronischer Stress kann auch zu einer Vielzahl körperlicher Symptome wie beispielsweise Bluthochdruck, Nackenverspannungen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen führen.

Qualitätsverlust

Bearbeitest du mehrere Tätigkeiten zur selben Zeit, mindert das die Qualität deiner Ergebnisse. Du bist nur kurzzeitig auf eine Aufgabe konzentriert und musst bei jedem Wechsel wieder umdenken. Legst du deinen Fokus dagegen nur auf eine Aufgabe, schneidest du sehr wahrscheinlich besser ab.

Schlechte Informationsaufnahme

Medien-Multitasking wirkt sich negativ auf deine Konzentrationsfähigkeit aus

Dein Gehirn kann sich nebenbei erlernte Tätigkeiten schlechter merken. Versuchst du beispielsweise neben dem Fernsehen zu lernen, ist der Lerneffekt deutlich geringer.

Wissenschaftler der Stanford Universität fanden heraus, dass Medien-Multitasking negative Auswirkungen auf deine Konzentrationsfähigkeit hat. In einer Studie durchliefen hundert Studenten drei verschiedene Konzentrationstests. Ergebnis: Die regelmäßigen Multitasker schnitten deutlich schlechter ab. Sie hatten Schwierigkeiten, sich auf eine Sache zu konzentrieren und ließen sich schneller ablenken.

Teilnehmer, die dagegen weniger Medien-Multitasking betrieben, also eher selten mehrere Medien zeitgleich nutzten, konnten die Aufgaben besser lösen. Achte also auf dein Verhalten. Schaust du beispielsweise regelmäßig auf dein Smartphone, während der Fernseher läuft? Dann solltest du dringend an dir arbeiten. Hier findest du Tipps, wie du deinen digitalen Konsum einschränkst.

Multitasking im Straßenverkehr

Multitasking im Straßenverkehr kann gefährlich werden

Multitasking wirkt sich also negativ auf deine Leistungsfähigkeit aus. Unter Umständen kann es aber auch richtig gefährlich werden.

Im Straßenverkehr solltest du jederzeit voll konzentriert sein, um bei Bedarf schnell reagieren zu können. Bist du abgelenkt, kann das zu Unfällen führen.

Als Autofahrer kennst du wahrscheinlich die folgende Situation: Du wartest an der Ampel darauf, dass sie grün wird. Die Ampel springt um, doch das Auto vor dir fährt einfach nicht los. In den meisten Fällen ist der Fahrer einfach durch andere Tätigkeiten abgelenkt und nur mit halber Aufmerksamkeit bei der Sache. Oder du bist selbst abgelenkt und bekommst gar nicht mit, dass die Ampel schon umgeschaltet hat.

Die Universität in Utah hat dazu eine interessante Studie durchgeführt. In einem PKW-Simulator sollten Studienteilnehmer während des Autofahrens eine Textnachricht verfassen. Das führte bei allen Teilnehmern zu einem erhöhten Stresspegel und einem erheblichen Leistungsabfall um mindestens 40 Prozent.

Singletasking statt Multitasking

Die Vorteile des Singletaskings liegen auf der Hand. Du kannst jede Aufgabe präziser erledigen und unnötige Fehler vermeiden. Wie es das Wort schon sagt, konzentrierst du dich dabei zeitgleich immer nur auf eine Sache.

Du springst also nicht zwischen verschiedenen Tätigkeiten hin und her, sondern schließt erst eine Aufgabe ab, bevor du mit der nächsten beginnst. Aller Anfang ist schwer. Vor allem wenn du Multitasking gewohnt bist, erfordert das Singletasking zunächst etwas Übung. Wir haben ein paar Tipps, die dir das Singletasking erleichtern.

Vermeide Ablenkung

Vermeide Ablenkung

Im Alltag lassen wir uns allzu schnell ablenken – besonders dann, wenn uns eine Tätigkeit schwerfällt und langweilt. Versuche in diesem Fall für möglichst wenig Ablenkung zu sorgen und lenke deinen Fokus auf die Tätigkeit, die gerade ansteht. Arbeitest du etwa im Homeoffice, schaffe dir einen ruhigen Arbeitsplatz, an dem dich möglichst wenig ablenkt.

Bitte auch Familienmitglieder oder Mitbewohner Rücksicht auf dich zu nehmen und dir ein bisschen Ruhe zu gönnen. Auch dein Smartphone kann dich unnötig ablenken. Leg es möglichst weit weg, dann kommst du erst gar nicht erst in Versuchung, ständig deine Nachrichten zu checken. Dass deine Gedanken manchmal abschweifen ist ganz natürlich, du kannst aber an deinem Fokus arbeiten. Tipps für besseres Fokussieren gibt es hier.

Bleib konzentriert

Hast du eine Aufgabe begonnen, versuch eine Weile konzentriert dabei zu bleiben und lass deine Gedanken nicht abschweifen. Setz dir selbst ein Zeitfenster, in dem du dich nur auf deine Aufgabe fokussierst. Es kann helfen, wenn du dir den Wecker stellst. Fang klein an und beginne mit kurzen Zeitabschnitten von etwa 15 Minuten. Fällt dir das leicht, kannst du die Zeitspannen erhöhen.

Plane deinen Tag

Plane deinen Tag, um Multitasking zu vermeiden

Dein Tag hat gerade erst begonnen, doch bevor du dich versiehst, stehst du schon wieder unter Zeitdruck? Vielleicht fehlt dir einfach etwas Struktur. Schreib dir für jeden Tag eine To-Do-Liste. So hast du einen genauen Plan, was noch zu erledigen ist und vergisst nichts.

Ordne die Aufgaben nach Priorität und erledige die wichtigen zuerst. Takte deine Zeit nicht zu eng, sondern plane auch Leerläufe mit ein. Verplane nur rund 70 Prozent deiner Zeit, so hast du immer noch Luft für Unvorhergesehenes. Tipps für eine bessere Selbstorganisation findest du hier.

Nimm dir Zeit für Entspannung

Ruhephasen sind wichtig. Gönn deinem Geist zwischendurch ein paar Minuten Auszeit. Du wirst merken, dass dir das gut tut und du dich danach besser konzentrieren kannst. Beruhigende Atemübungen oder Meditation können dir dabei helfen dich zu entspannen. Achte auf eine gleichmäßige Atmung und zähle deine Atemzüge, so kannst du auch deine Konzentration trainieren. Wirksame Atemübungen findest du hier. 

Nimm einen Notizblock zur Hand

Nimm einen Notizblock zur Hand

Während du eine E-Mail schreibst, fällt dir plötzlich ein, dass du noch dringend jemanden anrufen musst. Gut, dass es dir eingefallen ist, aber noch besser, wenn du einen Notizblock zur Hand hast. Eine Notizen-App auf deinem Smartphone oder ein PC-Texteditor erfüllen die gleiche Funktion. Darin notierst du dir Stichworte und unterbrichst deine Tätigkeit nur kurzzeitig.

In der Folge hat deine eigentliche Aufgabe wieder deinen ganzen Fokus. Den Anruf kannst du so nicht vergessen und später ganz in Ruhe nachholen. Denk daran, du kannst mehr erreichen, wenn du die Aufgaben nacheinander abarbeitest.

Lehn Aufgaben ab und nimm Hilfe an

Nimm keine Herausforderungen an, die du zeitlich nicht mehr bewerkstelligen kannst. Sag also nicht sofort zu, sondern mach dir zuerst einmal Gedanken, ob du dir noch eine weitere Aufgabe zutraust. Bedenke auch, dass die Aufgabe vielleicht mehr Zeit in Anspruch nimmt, als du auf den ersten Blick denkst.

Schau dir deine To-Dos an und prüfe ob dein Zeitplan zusätzliche Arbeit zulässt. Du solltest dabei nicht in Stress geraten. Es bringt dir nichts, wenn du aus Zeitmangel unnötige Fehler einbaust und die Aufgabe später noch einmal überarbeiten musst. Umgekehrt kannst du auch Aufgaben abgeben, wenn du mit deinem Zeitplan hinterher hängst. Bitte um Hilfe, wenn du alleine nicht alles schaffst.

Hake Punkte ab

Hake Punkte ab, die du erledigt hast

Sobald du eine Aufgabe erledigt hast, kannst du sie auf deiner To-Do-Liste abhaken. So hast du gleich wieder mehr Platz für neue Gedanken. Zu sehen, dass die Liste kürzer und die To-Dos weniger werden, motiviert auch. Dann kannst du dich wieder voll und ganz auf eine neue Aufgabe fokussieren. Besonders bei längeren Aufgaben, kann es auch hilfreich sein, dir Zwischenziele zu setzen. So hast du schneller das Gefühl, etwas erreicht zu haben.

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