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Schlagfertigkeit: 8 Strategien + 4 Tipps für den richtigen Konter

Schlagfertigkeit ist eine erstrebenswerte Eigenschaft. So manch peinliche und unangenehme Situation kann mit einer schlagfertigen Antwort gelockert werden – doch nur den Wenigsten fällt spontan eine passende Antwort ein. Mit unseren Tipps kannst auch du richtig kontern und schlagfertig antworten.


Was Schlagfertigkeit ist

Winston Churchill, Thomas Gottschalk und Harald Schmidt – sie alle haben eins gemeinsam: Sie gelten als schlagfertig. Wegen dieser Fähigkeit werden sie vielfach beneidet, denn der richtige Konter fällt nur den Wenigsten spontan ein. Die Meisten grübeln stundenlang über die passende Antwort und ärgern sich später über ihre fehlende Schlagfertigkeit.

Schlagfertigkeit ist vor allem dann nützlich, wenn man verbal angegriffen wird. Diesen „Angriff“ können sich schlagfertige Menschen zunutze machen. indem sie spontan, treffend und meist witzig darauf antworten. So kann so manch unangenehme Situation aufgelockert werden. Während der Angreifer kein gutes Bild mehr abgibt, kann der Kontergeber von sich überzeugen. Er wirkt souverän, intelligent und selbstbewusst.

Wer schlagfertig ist, kommt bei vielen Menschen gut an, denn er gilt als authentisch. Schlagfertige Menschen scheuen sich nicht davor, ihre eigene Meinung zu vertreten und können meist besonders gut argumentieren. Dazu kommt oft noch eine Prise Humor, die ihre Antworten und Argumente noch einmal interessanter macht. Mit diesen Eigenschaften können sie sowohl privat als auch im Berufsleben punkten, denn Schlagfertigkeit verschafft Respekt.

Schlagfertigkeit kann man lernen

Schlagfertigkeit kann man lernen

Wenn du von Natur aus nicht zu den Glücklichen zählst, die diese Eigenschaft besitzen, musst du dich nicht damit abfinden. Nahezu jeder kann Schlagfertigkeit lernen. Es gibt verschiedene Strategien, denen die sogenannten Naturtalente meist intuitiv folgen. Eignest du dir diese Strategien an und behältst sie im Hinterkopf, steht deinem nächsten Konter nichts mehr im Wege. Dennoch gibt es einige Voraussetzungen, die vorteilhaft sind, um Schlagfertigkeit zu lernen. Dazu zählen:

Wenn du einige der genannten Eigenschaften erfüllst, solltest du keine Probleme haben, Schlagfertigkeit zu lernen. Doch auch wenn nur ein oder zwei Eigenschaften auf dich zutreffen, kannst du mit ein wenig Übung schlagfertig sein. Die folgenden Strategien können dir als Leitfäden dienen.

Übertreibung

Die maßlose Übertreibung wird gerne für schlagfertige Antworten genutzt. Anstatt wütend oder deprimiert auf eine Beleidigung zu reagieren, stimmst du dieser erst einmal zu, doch betonst durch eine absurde Übertreibung, dass du diese Bemerkung als eigentlich sinnlos erachtest und mehr als einen Witz betrachtest. Deine Bemerkung sollte fernab jeglicher Realität sein.

Du zeigst, dass du über dich selbst lachen kannst und dich nicht allzu ernst nimmst. Das macht dich gelassener und sorgt dafür, dass du dich nicht grundlos über jede kleine Bemerkung aufregst.

Beispiel: „Du siehst aus wie drei Tage Regenwetter“
-> „Ich sollte eine neue Karriere einschlagen: als Wetterfrosch im Fernsehen.“

Nonsens

Eine Steigerung der Übertreibung ist die Nonsens-Strategie. Auch hier geht es um absurde Antworten, allerdings steht die Antwort in keinem Kontext zu der gestellten Frage und macht daher erst einmal keinen Sinn. Besonders gut eignen sich Sprichwörter, die deinem Angreifer vermitteln, dass du keine ernstgemeinte Antwort auf deine Frage geben willst. Du irritierst ihn mit deiner Antwort und kannst das Thema so abhaken.

Beispiel: „Was macht dir am meisten Angst?“
-> „Dass an meinem Kirschbaum Bananen wachsen.“

Rückfrage

Auch eine gezielte Rückfrage kann dein Gegenüber in Verlegenheit bringen. Dazu nimmst du seine Aussage und verwendest deren Inhalt gegen ihn oder legst ihm eine sinnlose Alternative zu seinen Anschuldigungen dar. Nun kann der Angreifer entweder nur noch schweigen, seine Aussage zurücknehmen oder deiner absurden Alternative zustimmen. Damit hast du ihn bloßgestellt und dich wieder ins rechte Licht gerückt.

Beispiel: „Mit Ihrer Bluse liegen Sie ja nicht besonders im Trend.“
-> „Das kann schon sein. Und wie steht es mit Ihnen? Sie scheinen sich auch schon lange nichts mehr Neues gegönnt zu haben.“

Dolmetschen

Mit dieser Strategie kannst du alle Angriffe zu deinem Vorteil nutzen. Jede Beleidigung kannst du in ein Kompliment umwandeln, wenn du sie nur umdeutest. Andererseits kannst du die Beleidigung auch noch einmal verstärken, so dass du deinem Gegenüber ein schlechtes Gewissen machst. Damit nimmst du deinem Angreifer den Wind aus den Segeln, denn du entscheidest, was das Gesagte für dich bedeutet. In beiden Fällen erreichst du, dass die Beleidigung nicht so bei dir ankommt, wie es dein Gegenüber beabsichtigt hat und schaffst seine Aussage somit aus der Welt.

Beispiel: „Du siehst heute aber nicht gut aus.“
-> „Das heißt wohl, dass ich heute einfach umwerfend bin.“

Zustimmen

Mit einer Zustimmung kannst du eine unnötige Diskussion vermeiden. Anstatt dich zu verteidigen, zeigst du mit einer zustimmenden, aber humorvollen Antwort, dass du eine Diskussion zu diesem Thema als Zeitverschwendung erachtest. Du zeigst deinem Angreifer, dass er mit seiner beleidigenden Art nicht zu dir durch dringt. Wenn du zu dir stehst, zeugt das von einem starken Selbstwertgefühl.

Dein Angreifer macht dich mit seiner Aussage zur Zielscheibe. Stimmst du ihm in seiner Aussage zu und stellst seine als Beleidigung gedachte Aussage plötzlich als etwas Positives dar, nimmst du ihm die Angriffsfläche weg und seine Bemerkung fällt ins Bodenlose.

Beispiel: „Du müsstest aber auch so langsam mal wieder zum Frisur.“
-> „Das hast du gut beobachtet. Ich dachte schon, es wäre niemandem aufgefallen.“

Kompliment

Diese Strategie beruht darauf, dass du erst gar nicht auf die Aussage deines Gegenübers eingehst, sondern ihn ironischerweise für seine unerwünschte Bemerkung lobst. Mit solch einem Kompliment kann dieser in den meisten Fällen nichts anfangen und wird nichts weiter erwidern.

Beispiel: „Das Hemd kannst du zu dieser Hose nicht anziehen.“
-> „Vielen Dank für den Tipp. So ein Modeverständnis hätte ich dir gar nicht zugetraut.“

Retourkutsche

Die Retourkutsche hat wohl den größten Unterhaltungswert. Auf diese Weise drehst du den Spieß um und verwendest das gegen dich gerichtete Argument gegen deinen Angreifer. Dazu braucht es oft besonders viel Übung, denn das ist gar nicht so leicht. Die Retourkutsche kann sehr beleidigend sein, deshalb ist sie in vielen Situationen nicht angemessen.

Beispiel: „Wenn ich so aussehen würde wie du, würde ich mit diesem Outfit nicht in die Öffentlichkeit gehen.“
-> „Wenn ich so aussehen würde wie du, würde ich mich gar nicht erst in die Öffentlichkeit trauen.“

Standardspruch

Standardsprüche kannst du nahezu bei jeder Beleidigung und jedem negativen Kommentar anwenden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie fast immer passen. Wenn du dir ein paar von ihnen im Hinterkopf behältst, hast du immer den passenden Konter parat und hakst das Thema damit für dich ab.

Beispiele: „Das kann ja jeder sagen“
„Das haben Sie gut beobachtet.“
„Ich glaube, das hast du dir eingebildet.“
„Das ist Ihre Meinung. Für Sie scheint sie gut genug zu sein.“
„Ach wirklich?“

So gelingt der richtige Konter

Schlagfertigkeit kann man zwar lernen, doch brauchst es oft ein wenig Übung, damit dir der passende Konter in der richtigen Situation einfällt. Es gibt einige Übungen, mit denen du deine Schlagfertigkeit trainieren kannst, aber auch einige Dinge, die du beachten solltest, bevor du einen Konter von dir gibst.

Schlagfertigkeit kommt nicht immer gut an

Schlagfertigkeit kommt nicht immer gut an

Manche Menschen können mit Schlagfertigkeit nicht gut umgehen, deine Aussage falsch interpretieren und als sehr beleidigend empfinden. Das ist vor allem problematisch, wenn es sich bei dieser Person beispielsweise um deinen Chef handelt. In diesem Fall solltest du einen Konter besser unterlassen. Es kann vorkommen, dass Schlagfertigkeit als Frechheit oder sogar als Dreistigkeit empfunden wird.

In manchen Fällen ist eine Bemerkung, die du als unangebracht und beleidigend empfindest, gar nicht als solche gemeint. Ein schlagfertiger und fieser Konter kann dazu führen, dass dein Gegenüber ihn persönlich nimmt. Deshalb solltest du dir vorher überlegen, ob es in bestimmten Situationen nicht angebrachter ist zu schweigen. Versuche die Situation vorher richtig einzuschätzen. Mache vor deiner Antwort ruhig eine kurze Pause und reflektiere deine Möglichkeiten.

Schlagfertigkeit ≠ Beleidigung

Wenn du dich mit Schlagfertigkeit befasst, solltest du eines im Hinterkopf behalten: Schlagfertigkeit bedeutet nicht beleidigend zu antworten. Es bedeutet, dass du eine für dich nachteilige Situation zu deinem Vorteil nutzt. Damit zeigst du Intelligenz, Witz und Souveränität, aber in keinem Fall Aggression. Du solltest einen Konter als ein Augenzwinkern betrachten, eine kleine Randbemerkung, die dein Gegenüber auf den Boden der Tatsachen zurückholen soll. Schlagfertigkeit wird oft mit Ironie verbunden. Ein Konter sollte deshalb niemals ernst genommen werden. Nicht ohne Grund sind schlagfertige Antworten oft absurd. Deshalb gilt auch für dich: Nimm einen Konter nie persönlich, sondern versuche ihm mit einem Schmunzeln zu begegnen.

Schlagfertigkeit als Selbstverteidigung

Ein Konter ist eine hervorragende Möglichkeit, sich bei einem verbalen Angriff zu verteidigen. Anstatt beleidigt zu sein oder dir die Worte deines Gegenübers zu Herzen zu nehmen, kannst du mit einem Konter den Vorwurf von dir weisen und deine eigene Meinung auf humorvolle Weise bestärken. Schlagfertige Menschen gelten nicht ohne Grund als selbstbewusst.

Übungen

Mit verschiedenen Übungen kannst du deine Schlagfertigkeit trainieren. So kannst du alleine zuhause oder mit deiner Familie und Freunden an deiner Schlagfertigkeit arbeiten. Schlagfertigkeit ist eine Gewöhnungssache und braucht anfangs vielleicht ein bisschen Mut. Du weißt schließlich nicht, ob andere deinen Konter ebenso humorvoll empfinden. Wichtig ist, dass du dich traust und dich nicht von deiner Unsicherheit leiten lässt. Hole dir Feedback von deinen Freunden und Bekannten oder lege einfach los. Mit ein paar einfachen Übungen kannst du bereits einige Ideen sammeln.

Nachbereitung

Die einfachste und effektivste Übung ist wohl die Nachbereitung. Wenn du das nächste Mal in eine Situation kommst, in der dir der richtige Konter fehlt, setzt du dich nachher an den Schreibtisch und überlegst dir mehrere passende Antworten. Nimm dir bewusst Zeit und denke dir mehrere mögliche Antworten aus. Versuche dir die Antworten zu merken. Kommst du nun in eine ähnliche Situation, hast du bereits ein paar Antworten parat.

Wortspiele

Hilfreich ist auch, wenn du dir zum Spaß ein paar lustige Wortspiele ausdenkst. Welche Begriffe assoziierst du beispielsweise mit dem Wort „Rot“? Bestimmt fallen dir viele Begriffe dazu ein: Ampel, Liebe, Wut, Herz, Feuer. Wenn dir nächstes Mal jemand einen Satz mit diesen Begriffen zuruft, kannst du ganz einfach kontern: „Da sehe ich rot.“

An fiktiven Diskussionen teilnehmen

Wenn du an deiner Spontanität arbeiten willst, hilft es bereits den Fernseher einzuschalten. Du kannst beispielsweise bei einem Film oder einer Talkshow mitreden. Denke dir dazu passende Antworten auf die Aussagen der Teilnehmenden aus. Tue so, als wärest du gefragt worden und behalte dir deine guten Konter im Hinterkopf.

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