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Deprivation: 3 Formen & 5 Tipps zur Deprivationsprophylaxe

Deprivation bezeichnet einen Mangel beziehungsweise eine Entbehrung, aufgrund derer du dich benachteiligt fühlst. Dabei gibt es verschiedene Ausprägungen, in denen sich ein solcher Zustand äußern kann. Was Deprivation genau ist und wie du sie vermeidest, erklären wir dir im Folgenden.

Bestimmt hast du auch schon einmal die Folgen von Schlafentzug gespürt, oder bei einer Diät die Auswirkungen der mangelnden Kalorienzufuhr. Solch einen Mangel an bedürfnisbefriedigenden Reizen nennt man Deprivation. Wie sie sich noch äußern kann und wie du eine solche Entbehrung vermeiden kannst, erfährst du im Folgenden.

Deprivation und ihre Formen

Deprivation und ihre Formen

Deprivation bezeichnet ein bestimmtes psychologisches Phänomen, das durch Mangel und Entbehrung gekennzeichnet ist. Ein bestimmtes Objekt oder auch nur ein Reiz fehlt, um wichtige Bedürfnisse zu erfüllen. Liegt solch ein Mangel nur kurzzeitig vor, hat dies meist nur wenig Auswirkungen auf die Befindlichkeit des Betroffenen. Eine langfristige Entbehrung kann jedoch immense Folgen haben. Allgemein lässt sich Deprivation grob in drei Unterfelder einteilen:

Soziale Deprivation: Soziale Ausgrenzung
Sensorische Deprivation: Ausschaltung von Außenreizen
Emotionale Deprivation: Emotionale Vernachlässigung von Menschen insbesondere Kleinkindern

Damit du dir ein genaueres Bild von den verschiedenen Formen der Deprivation machen kannst, haben wir diese im Folgenden noch einmal näher ausgeführt. Auf diese Weise kannst du diese besser einschätzen und voneinander unterscheiden.

Soziale Deprivation

Soziale Deprivation ist wohl die häufigste Variante der Entbehrung. Dabei herrscht eine soziale Isolation beziehungsweise ein Entzug von sozialen Kontakten vor. Solch ein Mangel kann mit erheblichen Folgen auf dein Wohlbefinden und die Persönlichkeitsentwicklung einhergehen. Heutzutage findet sich soziale Entbehrung vor allem bei älteren Menschen, die beispielsweise in einem Pflegeheim untergebracht sind.

Sensorische Deprivation

Obwohl eine Deprivation nachgewiesenermaßen enorm belastend sein kann, wird die sensorische Art beispielsweise in Form von Fixierung (zum Beispiel mit Gurten) noch immer in psychiatrischen Einrichtungen durchgeführt, vor allem wenn die Patienten sich selbst oder andere gefährden könnten. Auch in Gefängnissen kommt sie in Form einer Isolationshaft zum Einsatz. Allerdings kann eine sensorische Deprivation – im richtigen Maß – auch der Entspannung dienen beispielsweise beim Floating, bei dem der Patient von Außenreizen abgeschottet und schwerelos an der Oberfläche von konzentriertem Salzwasser treibt.

Emotionale Deprivation

Emotionale Deprivation bezieht sich vor allem auf die Vernachlässigung von Babys und Kleinkindern, kann aber auch als Begleitfolge von Heimaufenthalten oder Inhaftierungen auftreten. Bezeichnet wird diese Form der Entbehrung auch als Hospitalismus. Dabei bekommen die Betroffenen über einen längeren Zeitraum nicht genügend Zuwendung. Dieser Mangel an Zuwendung reicht hin bis zur Verwahrlosung und kann erhebliche psychische Störungen verursachen. Solche sind vor allem bei Kleinkindern, Jugendlichen, aber auch bei Erwachsenen in Krankenhäusern, Seniorenheimen und der Psychiatrie festzustellen. Auch Tiere in Zoos weisen häufig Störungen auf, die aus einer Deprivation (beispielsweise Bewegungsmangel) hervorgehen.

Folgen von Deprivation

Folgen von Deprivation

Eine Deprivation kann mit erheblichen Folgen einhergehen, zu denen es zahlreiche Studien gibt. So konnte eine Studie aus dem Jahr 2020 feststellen, dass eine Vernachlässigung im Kindesalter erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns hat. Kinder, die jahrelang unter großer Vernachlässigung im Heim lebten, wiesen dabei eine geringere Gehirngröße als eine Kontrollgruppe auf. Dieses veränderte Gehirnwachstum erklärte beispielsweise ADHS-Symptome eben jener Kinder, die viele Jahre vernachlässigt wurden. Konnten die Kinder schon sehr früh adoptiert werden, waren dagegen keine Auffälligkeiten vorhanden.

Allgemein können die Folgen der unterschiedlichen Formen vielseitig sein. So kann vor allem emotionale Deprivation verschiedene psychische Störungen auslösen – von Antriebslosigkeit über Angst– und Lernstörungen bis hin zu Resignation. Dazwischen gibt es zahlreiche Symptome, die auftreten können und stark fallabhängig sind. Bewiesen ist jedoch, dass eine starke Vernachlässigung die Entwicklung der Kinder negativ beeinflusst.

Auch soziale Deprivation kann die Psyche stark belasten, allerdings äußert sich diese eher in Form von Depressionen und Suchtproblemen. Sensorische Deprivationen können Depressionen ebenfalls begünstigen. Daneben können auch Konzentrationsprobleme und Halluzinationen als Folge einer sensorischen Deprivation auftreten.

Deprivationsstudien werden vor allem an Tieren durchgeführt, da diese aus ethischen Gründen an Menschen nicht durchführbar sind. Untersucht wird in solchen Studien unter anderem die Auswirkung von Schlafmangel und Hunger. Eine Deprivation am Menschen kann ausschließlich durch nachträgliche Erkenntnisse aus bereits vorhandenen Deprivationen untersucht werden, beispielsweise bei Menschen, die von Geburt an blind oder taub sind.

Deprivation vermeiden: So geht’s

Deprivation vermeiden: So geht’s

Nicht jede Deprivation kannst du als Betroffener vermeiden, denn häufig sind äußere Faktoren maßgeblich zur Ausbildung des Mangels. Einer emotionalen Deprivation kann der Betroffene nur schwer selbst entgegenwirken, natürlich auch weil hier vor allem Kinder betroffen sind. In diesen Fällen ist Hilfe von außen unerlässlich, um die Kinder vor Langzeitfolgen zu schützen. Auch eine angeborene sensorische Deprivation wie Blindheit kannst du natürlich nicht vermeiden. Gut vorzubeugen ist dagegen die soziale Form, die vor allem Senioren betrifft.

Eine soziale Deprivation kann verschiedene Ursachen haben. Bei älteren Menschen treffen oft viele Faktoren aufeinander. So ziehen viele Menschen im Alter in ein Seniorenheim und werden aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen. Vor allem Senioren fällt es jedoch schwer, sich an die neuen Lebensgewohnheiten zu gewöhnen. Mit der räumlichen Veränderung geht jedoch auch eine Veränderung des sozialen Umfelds einher. Kontakte zu Nachbarn können beispielsweise verloren gehen, woraus eine soziale Isolation resultieren kann. Fehlt darüber hinaus noch ein enger Kontakt zur Familie, kann sich diese Isolation verstärken.

Doch auch wenn die Betroffenen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, kann sich aus einer sensorischen Deprivation, beispielsweise einer Einschränkung des Bewegungsapparats, Seh- oder Hörsinns, eine soziale Isolation entwickeln, da die Senioren mitunter stark eingeschränkt sind und ihre Wohnung nicht mehr verlassen können oder wollen. Was du zur Deprivationsprophylaxe tun kannst, erfährst du im Folgenden.

Neben Senioren gibt es auch weitere Gruppen, die ein erhöhtes Risiko für eine soziale Deprivation haben, da sie durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt sind. Dazu zählen beispielsweise Arbeitslosigkeit, psychische Erkrankungen, Armut und Behinderungen.

Tagesablauf strukturieren

Ein strukturierter Tagesablauf hilft vielen Menschen eine gewisse Routine in ihren Alltag zu bringen. Er steigert nicht nur die Produktivität, sondern sorgt auch dafür, dass die Betroffenen feste Termine wahrnehmen und regelmäßig das Haus verlassen. Das beugt einer sozialen Isolation vor, da die Betroffenen so immer wieder auf neue Menschen treffen und mit diesen in Kontakt treten können. Hilfreich ist es außerdem, feste Besuchszeiten einzuplanen, an denen sie Unternehmungen mit Freunden und Familie vornehmen. Auch Hobbies, Vereine und Ehrenämter bieten sich als Freizeitaktivitäten an, um dem Tag mehr Struktur zu verleihen. Auf diese Weise können sich die Betroffenen mit anderen Menschen austauschen und bleiben aktiv.

Freundschaften pflegen

Freundschaften pflegen zur Deprivationsprophylaxe

Regelmäßige Treffen mit Freunden und Familie kann einem Liebesentzug und einer Vereinsamung entgegenwirken. Wie oft diese Treffen stattfinden müssen, ist dabei jedoch vom Einzelfall abhängig. Während der eine schon mit einem wöchentlichen Treffen zufrieden ist, kann ein anderer geselliger sein und freut sich über täglichen Besuch. Auch Telefongespräche können eine gute Alternative sein. Wichtig ist vor allem, dass sich Bezugspersonen regelmäßig bei den Betroffenen melden. Vor allem die Familie ist eine enorme Stütze im Alter und hat maßgeblichen Einfluss auf die Lebensqualität der Senioren.

Regelmäßig bewegen

Liegen Einschränkungen vor, kommt ausreichend Bewegung oftmals zu kurz. Besonders ältere Menschen sollten sich jedoch regelmäßig bewegen, um weiteren Deprivationen vorzubeugen. Bewegung erhält die Mobilität und sorgt für ein erhöhtes Wohlbefinden. Schon ein einfacher Spaziergang kann sich positiv auswirken und hilft bereits bei der Stressbewältigung, indem Serotonin freigesetzt wird – ein Glückshormon. Am besten ist übrigens, wenn du in der Natur spazieren gehst. Beim Waldbaden kannst du deine Gedanken schweifen lassen und die Natur auf dich wirken lassen. Das fördert positive Gedanken und Zufriedenheit.

In Gemeinschaft essen

Zur Deprivationsprophylaxe in Gemeinschaft essen

Essen wird in nahezu allen Kulturen als gemeinschaftliches Ritual praktiziert. Es fördert ein Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Viele Menschen essen nicht gerne allein oder kochen erst gar nicht für sich selbst. Darum ernähren sie sich häufig ungesund. Vorteilhafter ist es, in Gemeinschaft zu essen und die Familie regelmäßig zum Essen einzuladen. Das Essen an sich sollte zelebriert werden, beispielsweise indem du den Tisch schön dekorierst, frische Blumen auf den Tisch stellst und eine saubere Tischdecke auflegst.

Lebensfreude aufrechterhalten

Um einer Deprivation vorzubeugen, ist es ganz besonders wichtig, dass du dir deine Lebensfreude erhältst. Liegt eine Deprivation vor, haben die Betroffenen meist nur noch wenig Spaß am Leben. Vermeiden kannst du dies, indem du bestimmte positive Reize setzt beispielsweise mit freundlichen Farben, aktivierenden Düften und fröhlicher Musik. Aber du kannst deine Laune auch selbst beeinflussen, indem du zum Beispiel häufiger lächelst. Lächeln sorgt nämlich dafür, dass im Körper Endorphine ausgeschüttet werden, die sich positiv auf dein Wohlbefinden auswirken.

Deine Lebensfreude kannst du jedoch auch durch zahlreiche äußere Einflüsse begünstigen. So kann beispielsweise ein Haustier das Wohlbefinden des Besitzers maßgeblich positiv beeinflussen und auch dafür sorgen, dass neue Kontakte geknüpft werden, beispielsweise beim Spaziergang mit dem Hund. Haustiere wirken einem Gefühl von Einsamkeit entgegen und geben dem Tag Struktur (Fütterungszeiten, Spaziergänge, Pflege). Weitere Tipps für mehr Lebensfreude findest du hier.

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