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Gestik: 12 Tipps und Übungen, um die Hände richtig sprechen zu lassen

Wohin mit den Händen? Das ist oft gar keine so leichte Frage, denn mit deiner Gestik transportierst du bewusste oder unbewusste Signale – manchmal sogar die falschen.

Deine Gestik sagt viel aus

Keine Kommunikation ohne Gestik

Im Gespräch macht das gesprochene Wort nur einen kleinen Teil der Kommunikation aus. Die sogenannte nonverbale Kommunikation trägt noch viel mehr Informationen. Dazu gehört zum Beispiel der Tonfall, aber auch die Körperhaltung, die Mimik und die Gestik. Unter Gestik versteht man alle Bewegungen, die das Gespräch begleiten. Vor allem Hände und Arme bewegen sich beim Sprechen natürlich viel, aber auch Kopfbewegungen wie Nicken und Kopfschütteln gehören zur Gestik. Hier soll es aber in erster Linie um die Bewegungen und Positionen der Hände gehen, denn die stellen oft das größere Problem dar. Ob du es willst oder nicht: Mit deinen Händen sendest du Signale, die andere bewusst oder unbewusst wahrnehmen können. Wir erklären dir, wie du deine Gestik verbessern kannst.

Tipps und Übungen für bessere Gestik

Verschränkte Arme signalisieren Ablehnung

Einer der wohl häufigsten Fehler in der Gestik ist das Verschränken der Arme. Grund dafür ist einfach, dass wir nicht wissen, wo wir unsere Arme und Hände hinnehmen sollen. Das Verschränken scheint eine gut geeignete Variante zu sein. Tatsächlich macht sie auf den Beobachter aber einen ungünstigen Eindruck: Verschränkte Arme wirken distanziert oder ablehnend. Sie in den Hosentaschen zu vergraben, ist noch negativer: Es signalisiert Desinteresse und verursacht zusätzlich eine schlechte Haltung. Wer die Hände hinter dem Rücken zusammennimmt, sendet ebenfalls keine positiven Signale: Diese Haltung wirkt unsicher und im schlimmsten Fall so, als hättest du etwas zu verbergen. Doch wohin nun mit den Händen? Am besten lässt du sie entweder einfach seitlich herunterhängen oder hältst sie vor dem Körper leicht verschränkt.

„Herumspielen“ zeugt von Nervosität

Wer ständig an Kugelschreibern, Büroklammern, Flaschenetiketten, den eigenen Haaren oder der Kleidung herumspielt, macht einen nervösen und unsicheren Eindruck. Schlimmer noch: Dieses Herumgefummel kann auch den Gesprächspartner nervös machen, was diesen dann wahrscheinlich ärgert. Übermäßiges Herumspielen solltest du dir deshalb zumindest in wichtigen Situationen abgewöhnen.

Zu wenig Gestik wirkt langweilig

Wer bei einer Rede oder einem wichtigen Gespräch die Hände die ganze Zeit unbewegt herunterhängen lässt, wirkt langweilig und desinteressiert. Wir sind nun einmal daran gewöhnt, dass Gestik ein wichtiger Teil einer Kommunikation ist. Fällt sie weg, erscheint uns das seltsam. Es fehlt einfach etwas.

Zu viel Gestik wirkt unprofessionell

Extreme, ausschweifende Handbewegungen sind dagegen auch nicht sinnvoll. Sie lassen dich übertrieben, unprofessionell und im schlimmsten Fall unehrlich erscheinen. Besonders unangenehm wirkt übertriebene Gestik in kleinen Räumen oder bei kleinem Publikum. Wie bei vielen anderen Dingen gilt also auch bei der Gestik: Der richtige Weg liegt in der Mitte.

Auf diese Bewegungen solltest du lieber verzichten

Es gibt einige Handbewegungen, auf die du zumindest während eines wichtigen Gesprächs oder einer Rede verzichten solltest, weil sie ungute Signale aussenden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • geballte Fäuste (signalisieren Aggression)
  • Finger, die auf den Tisch trommeln (zeigt Ungeduld und Langeweile, möglicherweise sogar Provokation)
  • hinter dem Kopf verschränkte Hände (wirkt überheblich)
  • erhobener Zeigefinger (macht einen belehrenden, überheblichen Eindruck)
  • Finger, der auf einen anderen zeigt (wird als sehr unhöflich empfunden)
  • Kratzen am Kopf (drückt im besten Fall Unsicherheit oder Ratlosigkeit aus, im schlimmsten Fall wirkst du ungepflegt)
  • auf die Hände gestützter Kopf (signalisiert Müdigkeit, Langeweile oder Resignation)
  • längeres Händereiben (wirkt selbstzufrieden und überheblich)

Diese Bewegungen senden positive Signale

Diese Gesten kannst du dir dagegen angewöhnen und als positive Signale zu passender Gelegenheit einsetzen:

  • Bewegungen, bei denen die Hände offen und sichtbar sind (signalisiert Aufgeschlossenheit und Ehrlichkeit)
  • Gesten, die vom Körper wegführen (zeigen Interesse am Gegenüber und menschliche Wärme)
    Armbewegungen oberhalb der Taille (wirkt sicher und selbstbewusst)
  • Gesten, die das Gesagte betonen (zum Beispiel: beim Aufzählen mehrerer Punkte in der Hand „mitzählen“ oder bei einem Vergleich den einen Punkt mit der einen, den anderen mit der anderen Hand anzeigen)

Unterstütze mit deinen Händen wichtige Punkte

Ständige, unkontrollierte Gestik ist in den meisten Fällen fehl am Platz. Die Handbewegungen sollten nicht immerzu durchgeführt werden, sondern dann, wenn es etwas Wichtiges zu sagen gibt. Um das zu üben, kannst du eine kleine Rede vorbereiten und sie dann vor dem Spiegel oder vor einem Freund üben. Überlege dir vorher, welche Stellen dir besonders wichtig sind und wie du sie mit deiner Gestik unterstreichen kannst. Lass dir dann Rückmeldungen geben, wie deine Gesten gewirkt haben.

Arbeite auch an deinem Händedruck

Nicht zu überschätzende Geste: Händedruck

Ein Gespräch beginnen wir üblicherweise mit einem wichtigen Gestus: dem Händedruck. Und auch dieser „spricht“ schon. Ist er zu lasch, wirkst du unsicher und ohne „Biss“. Ist er zu lang oder zu kräftig, signalisiert das Dominanz oder Aggression. Es lohnt sich also, auch dem Händedruck Aufmerksamkeit zu widmen, zum Beispiel, indem du ihn mit einem Freund/einer Freundin gemeinsam übst.

Beachte dein Publikum: Es gibt kulturelle Unterschiede

Handzeichen, die für uns ganz selbstverständlich lesbar sind, können in anderen Kulturen eine völlig andere Bedeutung haben. Wenn du vor internationalem Publikum sprichst, solltest du diesen Punkt bedenken und dich mit der Gestik in verschiedenen Kulturkreisen genauer beschäftigen.

Nähe und Distanz in der Gestik

Eine ganz zentrale Information, die die Gestik trägt, ist die Frage, wie nahe sich zwei Gesprächspartner sind. Freunde, Verwandte oder Liebespaare haben auch bei Gesprächen häufig Körperkontakt oder kommen sich doch zumindest nahe. Fremde halten dagegen größeren Abstand. Achte bei deiner Gestik darauf, dass du eine passende Distanz wahrst. Ausladende Bewegungen können leicht in den privaten Raum eines Gegenübers eindringen und ihm zu nahe kommen. Umgekehrt drücken abwehrende Bewegungen oder ein nach hinten gelehnter Oberkörper aus, dass du lieber mehr Abstand hättest – auch das kann ungünstig sein. Lass hier dein Bauchgefühl sprechen und beobachte dein Gegenüber, um herauszufinden, ob die aktuelle Distanz passend ist.

Gestik ist situationsabhängig

Eines solltest du nicht vergessen: Die Gestik steht nicht für sich alleine, sondern ist immer nur ein Teil der Kommunikation. Daher kann eine Bewegung in der einen Situation etwas ganz anderes aussagen als in einer anderen, je nachdem, welche Körperhaltung, welche Mimik, welche Worte und welcher Tonfall dazukommen. Wichtig ist, dass die einzelnen Kommunikationssignale möglichst gut zusammenpassen und keine missverständlichen Signale aussenden.

Trotz allem: Bleib authentisch

Nach all den Tipps hast du jetzt vielleicht das Gefühl, du müsstest dir ganz neue Bewegungen antrainieren. Da wirkt der Tipp, authentisch zu bleiben, ausgesprochen schwierig. Am Anfang wird sicher auch manches ungewohnt sein. Aber am Ende muss eine Gestik herauskommen, die zu dir passt und mit der du dich wohlfühlst. Wenn das nicht gegeben ist, wirkst du immer angespannt, und das ist ja das genaue Gegenteil von dem, was du erreichen willst.

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