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Gestik: 5 Arten von Gesten + 7 Do’s & 5 Dont’s fürs Gestikulieren

Fachredakteur
Aktualisiert:

Mit deiner Gestik transportierst du viele Informationen unbewusst. Ungewollte Gesten können deinem Eindruck bei Anderen sogar schaden. Wir zeigen dir, welche Arten von Gesten es gibt, wie du typische Fehler vermeidest und dir eine souveräne Gestik angewöhnst.

Deine Gestik sagt viel aus

Deine Gestik sagt viel aus

Im Gespräch macht das gesprochene Wort nur einen kleinen Teil der Kommunikation aus. Die sogenannte nonverbale Kommunikation trägt noch viel mehr Informationen.

Dazu gehört zum Beispiel der Tonfall, aber auch die Körperhaltung, die Mimik und eben die Gestik. Gesten sind alle Bewegungen deines Körpers, die das Gespräch begleiten.

Vor allem Hände und Arme bewegen sich beim Sprechen natürlich viel, aber auch Kopfbewegungen wie Nicken und Kopfschütteln gehören zur Gestik. Besonders die Bewegungen und Positionen der Hände stellen oft ein großes Problem bei einer souveränen Körpersprache dar.

Ob du es willst oder nicht: Mit deinen Händen sendest du Signale, die andere bewusst oder unbewusst wahrnehmen können. Was viele Menschen mit dem Wort Charisma beschreiben, ist auch auf eine souveräne und offen Körpersprache zurückzuführen. Wir erklären dir, wie du deine Gestik verbessern kannst.

5 Arten von Gesten

In der Wissenschaft sind verschiedene Arten der Gestik bekannt. Die US-amerikanischen Forscher Paul Ekman und Wallace Friesen unterteilen Gesten in die folgenden fünf Kategorien:

Embleme

Embleme

Ein Emblem ist eine allgemein verständliche Geste, die Menschen bewusst aussenden. Es hat immer eine klare Aussage. So zum Beispiel, wenn du jemanden "den Vogel zeigst", indem du dir mit dem Zeigefinger an die Stirn tippst.

Damit äußerst du Kritik an der Denkweise deines Gegenübers. Aber auch der Handschlag als förmliche Begrüßungsform und Zeichen für Vertrauen ist ein Emblem. Embleme können sich von Kulturkreis zu Kulturkreis unterscheiden.

Beispielsweise ist im asiatischen Raum die Verbeugung eine häufige Form der Begrüßung, während Menschen im westlichen Raum den Handschlag bevorzugen.

Illustratoren

Illustratorische Gesten unterstützen das gesprochene Wort. In der Regel machst du diese Bewegungen während eines Gesprächs unbewusst, aber natürlich kannst du Illustratoren auch bewusst verwenden, um die Wirkung deiner Worte zu verstärken (Rhetorik Tipps findest du hier).

Beispiel für Illustratoren sind etwa das Ausbreiten der Arme, wenn du auf etwas Großes oder Bedeutendes hinweisen willst. Oder etwa das Ballen der Faust, wenn du deinen Tatendrang oder Kampfbereitschaft ausdrücken willst.

Affektive Gestik

Affektive Gestik

Anders als Illustratoren kannst du deine affektiven Gesten nicht kontrollieren. Sie entspringen unmittelbar den Gefühlen, die du hast.

Ist dir beispielsweise ein Mensch einfach nur unsympathisch, hältst du automatisch einen größeren Abstand zu ihm. Oder empfindest eine große Abneigung gegenüber dem Gesagten und verschränkst deine Arme.

In Schockmomenten schlagen wir dagegen die Hände über den Kopf zusammen oder halten uns die Hände vor das Gesicht. Neben der Gestik zeigt sich affektive Körpersprache häufig auch in der Mimik durch sogenannte Mikroexpressionen.

Das kann zum Beispiel ein kurzes Zucken der Mundwinkel oder ein Weiten der Nasenflügel sein.

Regulatoren

Regulatoren sind immer eine Art der Rückmeldung für deinen Gegenüber. Ein aufmerksamer Zuhörer wird beispielsweise öfter mit dem Kopfnicken, um zu zeigen, dass er das Gesagte versteht. Oder aber er schüttelt seinen Kopf, um sein Unverständnis oder eine gegenteilige Meinung auszudrücken.

Mit Regulatoren bewertest du somit immer den Gesprächsverlauf und kannst ihn somit auch indirekt beeinflussen.

Adaptoren

Adaptoren

Sogenannte Adaptoren sind Gestiken, die in erster Linie nicht an deinen Gegenüber, sondern an dich selbst gerichtet sind. Mit ihnen versuchst du vor allem deine eigenen Emotionen zu regulieren.

Viele Menschen halten sich beispielsweise an Gegenständen wie zum Beispiel einer Tischkante fest, wenn sie sich unsicher oder unwohl fühlen. Sie suchen somit mehr Halt in einer für sie schwierigen Situation.

Ein anderes Beispiel ist auch das Kauen von Fingernägel, das uns innerlich beruhigen soll, wenn wir angespannt sind (Tolle Tipps für mehr Entspannung).

Schlechte Gestik vermeiden: 5 Dont’s bei der Körpersprache

Gestiken beeinflussen zu einem großen Teil den Eindruck, den unsere Gegenüber von uns bekommt. Allerdings nicht immer zum Positiven. Wir zeigen dir die größten Fallstricke der Gestik und wie du sie vermeiden kannst.

Verschränkte Arme signalisieren Ablehnung

Verschränkte Arme signalisieren Ablehnung

Einer der wohl häufigsten Fehler in der Gestik ist das Verschränken der Arme. Grund dafür ist einfach, dass wir nicht wissen, wo wir unsere Arme und Hände hinnehmen sollen. Das Verschränken scheint eine gut geeignete Variante zu sein.

Tatsächlich macht sie auf den Beobachter aber einen ungünstigen Eindruck: Verschränkte Arme wirken distanziert oder ablehnend. (Tipps zum Verlassen deiner Komfortzone). Sie in den Hosentaschen zu vergraben, ist noch negativer:

Es signalisiert Desinteresse und verursacht zusätzlich eine schlechte Haltung. Wer die Hände hinter dem Rücken zusammennimmt, sendet ebenfalls keine positiven Signale: Diese Haltung wirkt unsicher und im schlimmsten Fall so, als hättest du etwas zu verbergen. Doch wohin nun mit den Händen?

Am besten lässt du sie entweder einfach seitlich herunterhängen oder verwendest sie aktiv beim Reden.

"Herumspielen" zeugt von Nervosität

Wer ständig an Kugelschreibern, Büroklammern, Flaschenetiketten, den eigenen Haaren oder der Kleidung herumspielt, macht einen nervösen und unsicheren Eindruck.

Schlimmer noch: Dieses Herumgefummel kann auch den Gesprächspartner nervös machen, was diesen dann wahrscheinlich ärgert. Übermäßiges Herumspielen solltest du dir deshalb zumindest in wichtigen Situationen abgewöhnen. Tipps gegen innere Unruhe findest du hier.

Zu wenig Gestik wirkt langweilig

Zu wenig Gestik wirkt langweilig

Wer bei einer Rede oder einem wichtigen Gespräch die Hände die ganze Zeit unbewegt herunterhängen lässt, wirkt langweilig und desinteressiert.

Wir sind nun einmal daran gewöhnt, dass Gestik ein wichtiger Teil einer Kommunikation ist. Fällt sie weg, erscheint uns das seltsam. Es fehlt einfach etwas.

Auch beim Zuhören ist es wichtig, regelmäßig Rückmeldung zu geben. Das muss nicht immer mit Worten geschehen, sondern du kannst auch durch Gestiken wie Kopfnicken deine Aufmerksamkeit zeigen (Tipps für mehr Wertschätzung).

Wenn du häufig zu wenig gestikulierst, studiere ruhig ein oder zwei Gesten ein, die du dann in Gesprächen verwendest.

Zu viel Gestik wirkt unprofessionell

Extreme, ausschweifende Handbewegungen sind dagegen auch nicht sinnvoll. Sie lassen dich übertrieben, unprofessionell und im schlimmsten Fall unehrlich erscheinen. Besonders unangenehm wirkt übertriebene Gestik in kleinen Räumen oder bei kleinem Publikum.

Wie bei vielen anderen Dingen gilt also auch bei der Gestik: Der richtige Weg liegt in der Mitte.

Verzichte auf diese Gesten

Es gibt einige Handbewegungen, auf die du zumindest während eines wichtigen Gesprächs oder einer Rede verzichten solltest, weil sie ungute Signale aussenden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • geballte Fäuste (signalisieren Aggression)
  • Finger, die auf den Tisch trommeln (zeigt Ungeduld und Langeweile, möglicherweise sogar Provokation)
  • hinter dem Kopf verschränkte Hände (wirkt überheblich)
  • erhobener Zeigefinger (macht einen belehrenden, überheblichen Eindruck)
  • Finger, der auf einen anderen zeigt (wird als sehr unhöflich empfunden)
  • Kratzen am Kopf (drückt im besten Fall Unsicherheit oder Ratlosigkeit aus, im schlimmsten Fall wirkst du ungepflegt)
  • auf die Hände gestützter Kopf (signalisiert Müdigkeit, Langeweile oder Resignation)
  • längeres Händereiben (wirkt selbstzufrieden und überheblich)

7 Do’s für besseres Gestikulieren

Mit den folgenden Tipps sorgst du für eine souveräne und authentische Gestik. Damit hinterlässt du bei anderen nicht nur einen besseren Eindruck, sondern du verleihst auch deinen Worten mehr Wirkung.

Gesten mit positiven Signalen

Gesten mit positiven Signalen

Diese Gesten kannst du dir dagegen angewöhnen und als positive Signale zu passender Gelegenheit einsetzen. Gerade bei fremden Menschen, kannst du so direkt deine Aufgeschlossenheit zeigen und den Grundstein für Vertrauen legen (Smalltalk lernen):

  • Bewegungen, bei denen die Hände offen und sichtbar sind (signalisiert Aufgeschlossenheit und Ehrlichkeit)
  • Gesten, die vom Körper wegführen (zeigen Interesse am Gegenüber und menschliche Wärme)
    Armbewegungen oberhalb der Taille (wirkt sicher und selbstbewusst)
  • Gesten, die das Gesagte betonen (zum Beispiel: beim Aufzählen mehrerer Punkte in der Hand "mitzählen" oder bei einem Vergleich den einen Punkt mit der einen, den anderen mit der anderen Hand anzeigen)

Unterstütze mit deinen Händen wichtige Punkte

Ständige, unkontrollierte Gestik ist in den meisten Fällen fehl am Platz. Handbewegungen solltest du nicht immerzu ausführen, sondern dann, wenn es etwas Wichtiges zu sagen gibt. Um das zu üben, kannst du eine kleine Rede vorbereiten und sie dann vor dem Spiegel oder vor einem Freund üben.

Überlege dir vorher, welche Stellen dir besonders wichtig sind und wie du sie mit deiner Gestik unterstreichen kannst. Lass dir dann Rückmeldungen geben, wie deine Gesten gewirkt haben.

Übe deinen Händedruck

Übe deinen Händedruck

Ein Gespräch beginnen wir üblicherweise mit einer wichtigen Gestik, beziehungsweise Ensemble: dem Händedruck. Und auch dieser „spricht“ schon. Ist er zu lasch, wirkst du unsicher und ohne „Biss“. Ist er zu lang oder zu kräftig, signalisiert das Dominanz oder Aggression.

Es lohnt sich also, auch dem Händedruck Aufmerksamkeit zu widmen, zum Beispiel, indem du ihn mit einem Freund oder einer Freundin gemeinsam übst. Trainiere einerseits die richtige Haltung deiner Hand.

Diese sollte möglichst waagerecht sein (nicht über oder unter der Hand des Anderen). Anderseits solltest du die Stärke des Händedrucks optimieren (nicht zu fest, nicht zu lasch).

Beachte dein Publikum und kulturelle Unterschiede

Handzeichen, die für uns ganz selbstverständlich lesbar sind, können in anderen Kulturen eine völlig andere Bedeutung haben. Wenn du vor internationalem Publikum sprichst, solltest du diesen Punkt bedenken und dich mit der Gestik in verschiedenen Kulturkreisen genauer beschäftigen.

Ein Kopfschütteln in Indien kann beispielsweise leicht missverstanden werden. Denn Inder drücken mit seitlichen Kopfbewegungen ihre Zustimmung aus.

Gestik: Auf Nähe und Distanz achten

Gestik: Auf Nähe und Distanz achten

Eine ganz zentrale Information, die die Gestik trägt, ist die Frage, wie nahe sich zwei Gesprächspartner sind. Freunde, Verwandte oder Liebespaare haben auch bei Gesprächen häufig Körperkontakt, umarmen sich oder kommen sich doch zumindest nahe. Fremde halten dagegen größeren Abstand.

Achte bei deiner Gestik darauf, dass du eine passende Distanz wahrst. Ausladende Bewegungen können leicht in den privaten Raum eines Gegenübers eindringen und ihm zu nahe kommen.

Umgekehrt drücken abwehrende Bewegungen oder ein nach hinten gelehnter Oberkörper aus, dass du lieber mehr Abstand hättest – auch das kann ungünstig sein. Zum Beispiel wenn du eigentlich romantische Gefühle für jemanden hegst (Tipps zum Verlassen der Friendzone).

Lass hier dein Bauchgefühl sprechen und beobachte dein Gegenüber, um herauszufinden, ob die aktuelle Distanz passend ist.

Gestik und Mimik kombinieren

Gestik und Mimik kombinieren

Eines solltest du nicht vergessen: Die Gestik steht nicht für sich alleine, sondern ist immer nur ein Teil der Kommunikation.

Daher kann eine Bewegung in der einen Situation etwas ganz anderes aussagen als in einer anderen, je nachdem, welche Körperhaltung, welche Mimik, welche Worte und welcher Tonfall dazukommen. Wichtig ist, dass die einzelnen Kommunikationssignale möglichst gut zusammenpassen und keine missverständlichen Signale aussenden (erfolgreicher diskutieren).

Darum solltest du große Gesten auch immer mit einer ausdrucksstarken Mimik kombinieren. Übertreibe es aber gleichzeitig nicht mit beidem, da deine Körpersprache in der Summe so unter Umständen "zu viel" werden könnte. Gegen ein Lächeln ist bei vorhandener Sympathie aber nichts einzuwenden.

Bleibe beim Gestikulieren authentisch

Nach all den Tipps hast du jetzt vielleicht das Gefühl, du müsstest dir ganz neue Bewegungen antrainieren. Da wirkt der Tipp, authentisch zu bleiben, ausgesprochen schwierig. Am Anfang wird sicher auch manches ungewohnt sein.

Aber am Ende muss eine Gestik herauskommen, die zu dir passt und mit der du dich wohlfühlst. Selbst in einer Stresssituation wie einem Vorstellungsgespräch solltest du einfach natürlich bleiben können. Wenn das nicht gegeben ist, wirkst du immer angespannt. Und das ist ja das genaue Gegenteil von dem, was du erreichen willst.

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