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Manipulation: 7 Strategien, wie du verdeckte Einflussnahmen erkennst und abwehrst

Du willst keine Marionette deines Partners, deiner Freunde oder Arbeitskollegen sein? Im Alltag begegnen wir oft manipulativen Menschen, merken es aber nicht. Im Folgenden erfährst du, wie du Manipulation erkennst und wie du sie abwehren kannst.


Was Manipulation überhaupt ist

Der Begriff Manipulation setzt sich aus dem lateinischen Wort manus für “Hand” und plere für “füllen” zusammen und bedeutet in dem Sinne “die Handhabung”. In dieser Bedeutung findet der Begriff heute noch in der Technik Verwendung.

Zudem verbinden wir mit dem Begriff Manipulation vor allem die Bedeutung aus der Psychologie, Soziologie und Politik. Unter manipulativem Verhalten ist hier die verdeckte Einflussnahme zu verstehen. Jemand, der einen anderen Menschen manipuliert, geht geschickt vor, sodass sein eigentliches Motiv für die manipulierte Person undurchschaubar bleibt. Hinter der Triebfeder liegen meist eigennützige Beweggründe. Durch das Manipulieren einer Person will sich jemand in der Regel einen Vorteil verschaffen und zum Ziel seines Begehrens gelangen.

Manipulation hat viele Ausprägungen

Ein manipulatives Verhalten ist nicht zwingend mit einer Persönlichkeitsstörung verbunden. In extremer Ausprägung ist es allerdings häufig Teil einer antisozialen Persönlichkeitsstörung, beispielsweise des Narzissmus. Das Instrumentalisieren anderer Menschen durch betrügerisches und manipulatives Verhalten zu seinem eigenen Nutzen, gehört auch zum Störungsbild der Psychopathie.

Die Einflussnahme wird häufig als synonymer Begriff für Manipulation verwendet. Ihr fehlt allerdings der Aspekt der gezielten Ausnutzung, wie es bei der Manipulation der Fall ist. In der Politik wird in diesem Zusammenhang von Propaganda gesprochen. Der Politik dient die Manipulation zur Verbreitung ideologischen Gedankenguts, wodurch die öffentlichen Sichtweisen der Bevölkerung beeinflusst werden (sollen). In Bezug auf die jüngere Geschichte verbinden damit viele die NS-Propaganda.

Die emotionale Beeinflussung Anderer zu seinem eigenen Vorteil widerstrebt unseren demokratischen Grundzügen. Als Mensch wollen wir frei und autonom entscheiden. Wir wollen Entscheidungen treffen, die unserer Vernunft und Leidenschaft entspringen und nicht Resultat fremder Einflussnahme sind. Wie du manipulatives Verhalten anderer Menschen (Familie, Bekannte, Partner) erkennst und vor allem, wie du es abwehrst, erklären wir dir im Folgenden.

Wie du verdeckte Manipulationen erkennst und abwehrst

Wir haben sieben Strategien für dich zusammengestellt, mithilfe derer du einen manipulativen Menschen erkennst. Wenn es jemanden in deinem Familien- oder Bekanntenkreis, deinem Berufsleben oder deiner Partnerschaft gibt, bei dem du eine verdeckte Einflussnahme vermutest, helfen dir die Abwehrmöglichkeiten, Manipulationen entgegenzuwirken.

Achte auf eine fragwürdige Informationsbeschaffung

Achte auf eine fragwürdige Informationsbeschaffung

Gib Acht, wenn euer Gespräch eher einem Interview gleicht. Ist die Kommunikation sehr einseitig und zielen alle Fragen darauf ab, mehr über dich zu erfahren, kann das ein Indiz dafür sein, dass eine Person Informationen über dich sammelt. Diese Informationen nutzt sie dann, um dich zu ihrem Zweck manipulieren zu können. Damit eine Person dazu in der Lage ist, muss sie deine Stärken und Schwachstellen genau kennen. Dabei zeichnet einen Manipulator aus, dass er seine eigenen Schwachstellen nicht preisgibt und sich eher über vermeintliche Stärken profiliert. Obacht ist geboten, denn ein Manipulator nutzt deine Schwächen aus und es ist ihm meist gleich, ob du am Ende einen Schaden davon trägst.

Abwehrmöglichkeit bei „Aushorchung“

Lass nicht zu, dass die Kommunikation immer einseitig bleibt. Zeige, dass du das gleiche Recht hast, ebenso viel über deinen Gesprächspartner zu erfahren, wie er über dich. Eine gelungene Kommunikation ist kein Interview, sondern beruht auf Gegenseitigkeit. Achte darauf, dass du nur so viel preisgibst, wie du möchtest. Lass dich nicht in die Ecke drängen und auch nicht dazu überreden, mehr von dir zu erzählen. Stelle stattdessen selbst viele Fragen und konter mit Gegenfragen. Das schüchtert im besten Fall schnell ein und entschärft die Situation.

Zweifelhafte Wahrheiten

Menschen, die dich psychisch manipulieren wollen, erzählen oft Geschichten, die nie so geschehen sind und versuchen dich mit Informationen zu überzeugen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Viele erkennen das nicht direkt. Das liegt daran, dass Manipulatoren im Lügen geübt sind und dabei kein schlechtes Gewissen empfinden. Willst du eine manipulative Person erkennen, dann achte darauf, welchem Zweck die Geschichten und Fakten im Gespräch dienen.
Einen Lügner erkennst du schnell daran, dass er bei unbedeutenden Fragen viel mehr erklärt, als notwendig ist und sich lange rechtfertigt. Besonders in Situationen, in denen der Lügner nicht sonderlich charmant und liebenswürdig wirken könnten, fängt er an, sich zu rechtfertigen, sodass bloß kein Umstand ihn in ein falsches Licht rückt: Beispielsweise eine Kritik am Arbeitsplatz oder der Vorwurf, in einer Situation nicht fair, sondern eigennützig gehandelt zu haben.

Abwehrmöglichkeit bei zweifelhaften Wahrheiten

Wenn du einen manipulativen Charakter vermutest, kannst du die Person schnell entwaffnen. Wirkt etwas zweifelhaft, dann stelle Fragen. Weicht die Person aus und wird nervös, ist davon auszugehen, das hinter dem Erzählten nicht viel steckt. Meist bewirkt das gezielte Fragen und nachhaken, dass die Person sich zurückzieht.

Achte auf eine übertriebene Form des Charme

Achte auf eine übertriebene Form des Charme

Charme ist eine der größten Waffen der Manipulation. Begegnet dir eine Person immer mit übertrieben wirkendem Charme, kann das ein Indiz für einen Manipulator sein. Achte darauf, ob der Charme Teil des Naturells ist oder sich vielleicht mehr dahinter verbirgt:

  • Macht dir die Person Komplimente, bevor sie dich um etwas bittet?
  • Tut dir die Person nur in Situationen einen Gefallen, durch welche der Person ein Vorteil zuteil wird?
  • Wird klar, dass sich die Person durch eine Geste einen Vorteil erhofft?
  • In welchen Situationen wird Charme eingesetzt?
  • Verhält die Person sich in anderen Situationen alles andere als charmant?

Wenn du diese Fragen mit ja beantworten kannst, verstecken sich höchstwahrscheinlich eigennützige Beweggründe hinter der charmanten Oberfläche.

Abwehrmöglichkeit bei übertriebenem Charme

Lass dich nicht von dem Charme einer Person blenden. Hinterfrage die Beweggründe und beobachte das Verhalten genau. Eine Charm-Offensive und Gefallen, die jemand einem erweist, sollten nicht an Voraussetzungen und Bedingungen geknüpft sein. Fühle dich also nicht verpflichtet und sagen “Nein”, wenn die Person nach einem liebreizenden Spruch einen Gefallen von dir verlangt. Lass deine Gutmütigkeit nicht ausnutzen und lass dich nicht von oberflächlichem Charme betören und um den kleinen Finger wickeln.

Achte auf Rollenmuster

Achte auf Rollenmuster

Eine Person, die dich zu manipulieren versucht, wird meist als eine Art Märtyrer auftreten: als helfender, gutmütiger und aufopferungsvoller Mensch, der immer alles richtig macht. Das bringt das eigentliche Opfer – die Person, die manipuliert werden soll – dazu, Sympathie und Mitgefühl aufzubauen. Manipulative Menschen erkennen deine Schwächen und verwenden sie gegen dich, zum Beispiel als Mittel der emotionalen Erpressung. Sie erkennen, was dir weh tut und kritisieren gezielt, um ein Gefühl der Minderwertigkeit zu erzeugen. Daraus resultiert häufig ein Gefühl der emotionalen Verpflichtung: Man möchte der Person gefallen und sich unter Beweis stellen.

Ein weiteres Zeichen kann eine vermeintliche Vertrauensbasis sein, die geschaffen wird. Erzählt dir die Person beispielsweise ein Geheimnis und erwartet später etwas dafür, kann das ein weiteres Indiz dafür sein, dass sie dich manipulieren und zu ihrem eigenen Vorteil nutzen will. Dabei solltest du beobachten, ob dir die Person ein Geheimnis anvertraut, um mehr aus dir herauszulocken. Das kann sie dann später gegen dich verwenden. Wirst du deiner Rolle nicht gerecht, wird dein Verhalten meist mit Missachtung bestraft oder damit, dass du ignoriert wirst.

Abwehrmöglichkeit beim Drängen in eine Rolle

Wenn du merkst, dass du in eine Rolle gedrängt wirst, in der du immer Mitgefühl empfinden sollst und Gefallen von dir verlangt werden, sage “Nein”. Man sollte einer Person in der Regel aus uneigennützigen Gründen einen Gefallen erweisen. Lass nicht zu, dass die Person mit deinem Gewissen spielt und lass dir aus einem schlechten Gewissen heraus keine Geheimnisse entlocken. Es kann hilfreich sein, zunächst eine beobachtende Position einzunehmen. Stehe dabei klar zu deiner Meinung und vertraue nicht zu voreilig.

Manipulation: Bist du frei in deiner Entscheidung?

Manipulative Menschen kennzeichnet, dass sie deine Meinung und deine Entscheidungen beeinflussen. Willst du erkennen, ob jemand dich manipuliert, ist es wichtig, deine eigene Entscheidungsfreiheit zu reflektieren. Dazu kannst du dir folgende Fragen stellen:

  • Habe ich die Entscheidung allein getroffen?
  • Unterliege ich bei meiner Entscheidung einem Druck von außen?
  • Beeinflusst mich die Meinung von jemandem immer besonders?
  • Habe ich Angst, jemanden mit meiner Entscheidung zu enttäuschen?
  • Drohen mir Konsequenzen, wenn meine Meinung anders ausfällt?

Wenn diese Fragen zutreffen, ist das ein Hinweis darauf, dass du in deiner Entscheidungsfreiheit beeinflusst wirst und nicht mehr auf deine eigenen Bedürfnisse und Gefühle achtest. Diese sind in dem Fall für die andere Person sekundär. Denn im Zentrum eines Manipulators steht immer das eigene Wohl und die eigenen Ziele, die verfolgt werden.

Abwehrmöglichkeit gegen äußere Beeinflussung

Lass nicht zu, dass jemand Entscheidungen über deinen Kopf hinweg trifft. Vertraue auf dein Urteilsvermögen, wenn du deine Entscheidungen für richtig erachtest und setz dich durch. Sei frei in deiner Meinung und lass dich nicht einschränken. Vertraue auf deinen gesunden Menschenverstand. Nur weil jemand auf sein Recht erpicht ist, heißt es nicht, dass du im Unrecht bist. Gehe reflektiert an die Sache heran und frage dich, aus welchen Gründen du deine Entscheidung getroffen hast. Bist du von deiner Meinung überzeugt, dann lass dich nicht umstimmen.

Wirst du respektvoll behandelt?

Wirst du respektvoll behandelt?

Respektvoller Umgang bedeutet auch, dass kein Druck und kein Zwang aufgebaut wird. Für manipulative Menschen sind oft Drohungen ein Weg, um eine andere Person emotional zu erpressen. Liebesversprechen oder der Entzug von Liebe sind zum Beispiel Mittel, durch die manipulative Menschen ihren Partner gefügig machen. Sie vermitteln das Gefühl, dass das eigene Verhalten dafür ausschlaggebend ist, wie viel Respekt und Zuneigung man bekommt.

Du erkennst eine manipulative Person daran, dass Konsequenzen und Bestrafungen drohen, wenn du die Erwartungen nicht erfüllst. Das können “Wenn-Dann”-Formulierungen sein oder subtilere Bestrafungen, zum Beispiel durch das Ausdrücken von Enttäuschung, worauf dann eine distanzierte Haltung folgt. Das Verhalten ist in solchen Fällen davon gekennzeichnet, dass weder auf deine emotionale Verfassung noch auf deine persönlichen Bedürfnisse Rücksicht genommen wird. Denn im Zentrum steht der Manipulator, dem die eigene Bedürfnisbefriedigung das höchste Gut ist.

Abwehrmöglichkeit bei respektloser Behandlung

Lass dich niemals in eine Beziehung der emotionalen Abhängigkeit bringen. Es ist wichtig, dass man sich mit seinen Mitmenschen auf Augenhöhe begegnet. Lass dich nicht von Bestrafungen oder Drohungen beeinflussen oder unter Druck setzen. Bleibe dir selbst treu und begegne Respektlosigkeit mit Sachlichkeit und Besonnenheit.

Wirst du mit anderen verglichen?

Manipulative Menschen benutzen oft Vergleiche, um dich gezielt in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen. Fällt ein Satz wie: “Hätte XY das gemacht, dann wäre das ganz anders gelaufen.”, ist das ein Hinweis darauf, dass jemand dich beeinflussen will. Ein direkter Vergleich ist in so einer Situation eine Gegenüberstellung, die dazu dient, dich fragwürdig und in einem möglichst schlechten Licht erscheinen zu lassen. Dadurch soll ein Gefühl der Unzulänglichkeit evoziert werden, woraufhin die Änderung deines Verhaltens erfolgen soll.

Abwehrmöglichkeit gegen Vergleiche

Setze Grenzen. Halte dagegen, dass es weder fair noch sachlich ist, dich mit einer anderen Person zu vergleichen. Mach deinem Gegenüber bewusst, dass der Vergleich dich verletzt und herabwürdigt. Bestehe darauf, dass du ein individueller Mensch bist, der auch eine individuelle Betrachtung verdient.

Manipulation durch Schuldgefühle

Manipulation durch Schuldgefühle

Die Kunst der Manipulation liegt darin, anderen Menschen das Gefühl zu geben, einem emotional verpflichtet und etwas schuldig zu sein. Wichtig ist, dass du auf deine eigene Gefühlswelt achtest. Mithilfe dieser Fragen erkennst du, ob jemand dich manipuliert:

  • Gibt es immer wieder Dinge, für die ich mich entschuldigen muss?
  • Ist das schlechte Gewissen immer erst da, wenn es mir die Person einredet?
  • Kann sich die Person eigene Fehler nie eingestehen?
  • Schiebt die Person die Schuld immer von sich und sucht sie bei mir?
  • Wird ein kleiner Fehltritt sofort überdramatisiert?

Kannst du all diese Fragen mit „ja“ beantworten, ist das ein Indiz dafür, dass du manipuliert wirst. Ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle führen dazu, dass wir uns einer Person emotional verpflichtet fühlen und das Geschehene unbedingt wieder gut machen wollen. Möchte dich eine manipulative Person zu ihrem Vorteil nutzen, sucht sie die Schwächen und Fehler bei dir, damit du in ihrer Schuld stehst. Eigene Fehler eingestehen und Verantwortung für ein Fehlverhalten übernehmen, fällt manipulativen Menschen deutlich schwer.

Durch Schuldzuweisungen entsteht eine Art Machtgefälle: Die manipulierende Person steht in der Opferrolle, wodurch sie die Macht besitzt, zu verzeihen. Die manipulierte Person hingegen ist von einem schlechten Gewissen geplagt und im besten Fall dazu bereit, alles Notwendige zu tun, um den (vermeintlichen) Fehler wieder gut zu machen.

Abwehrmöglichkeit gegen Schuldgefühle

Werde sensibel für deine eigene Gefühlswelt. Bestehe auf dein Recht, auch enttäuscht sein zu dürfen und kommuniziere das auch offen. Lass dich nicht in die Rolle des Täters drängen, der immer an allem schuld ist. Du kannst während der Kommunikation das Zepter an dich reißen und reflektierende Fragen stellen, wodurch du das Rollenverhältnis umdrehst:

  • Ist es in Ordnung, mich in einem bestimmten Bild darzustellen?
  • Ist es fair, dich immer als Opfer darzustellen?
  • Fragst du dich dabei auch, wie ich mich fühle?
  • Was bezweckst du damit, mich immer als Schuldige/n darzustellen?

Es wird deutlich, dass eine Person dich nur so lange manipulieren wird, so lange sie in der Lage dazu ist. Werde sensibel für die Menschen in deiner Umgebung und hinterfrage ihre Beweggründe. Handeln sie uneigennützig oder aus einer eigennützigen Motivation heraus? Merkst du, dass jemand versucht, dich zu manipulieren, ist Angriff die beste Lösung. Steh für dich selbst ein und sage unmissverständlich deine Meinung. Andere Menschen haben nicht das Recht, dich aus Eigennutz zu beeinflussen.

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