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Melancholie: 6 Vorzüge & 5 Tipps bei echter Schwermut

Melancholie ist eine Gemütsstimmung, die von Schwermütigkeit, Traurigkeit und Nachdenklichkeit geprägt ist. Diese oft negativ behaftete Grundstimmung muss aber nicht unweigerlich etwas Schlechtes sein. Wir erklären dir, was Melancholie ist, welche Vorzüge sie hat und was du bei echter Schwermut tun kannst.

Vielleicht fühlst du dich ein bisschen antriebslos, hängst stundenlang deinen Gedanken nach und schaust mit leerem Blick aus dem Fenster? Wahrscheinlich bist du gerade ein wenig melancholisch. Doch das muss nicht unbedingt schlecht sein. Sie kann dir helfen durchzuatmen und einen neuen Blickwinkel auf dein Leben zu bekommen. Wir erklären dir alles, was du über Melancholie wissen musst.

Definition von Melancholie

Definition von Melancholie

Melancholie ist bittersüß. Es handelt sich dabei sowohl um ein trauriges als auch um ein romantisches Gefühl. Oft wird sie im Zusammenhang mit Nostalgie genannt – einem Schwelgen in Erinnerungen. Und Nostalgie kann durchaus als Form von Melancholie auftreten, beispielsweise wenn du dich in die Vergangenheit zurücksehnst. Während es sich bei Nostalgie jedoch nur um einen flüchtigen Gemütszustand handelt, ist Melancholie viel tiefer im Charakter verankert.

Der Melancholiker bildet beispielsweise einen der vier Temperamente in der Temperamentenlehre, die mittlerweile zwar als überholt gilt, jedoch die Grundlage für einige psychologische und pädagogische Methoden bildet. Heutzutage wird der Begriff häufig mit Depression gleichgesetzt. Allerdings ist es sinnvoll die beiden Begriffe getrennt voneinander zu betrachten. Zwar können Melancholiker durchaus zu Depressionen neigen, doch ist nicht jeder Melancholiker depressiv.

Depressionen schränken die Betroffenen stark ein und rauben ihnen sogar ihren Lebenswillen. Sie fühlen sich dauerhaft antriebslos, traurig und abgeschlagen. Lebensfreude empfinden sie kaum noch. Um gegen ihre Depressionen vorzugehen, müssen die Betroffenen sich professionell behandeln lassen. Melancholie kann dagegen durchaus positiv sein und ist kein Zustand der einer Therapie bedarf. Melancholiker sind zwar traurig, allerdings geht diese Traurigkeit mit einer gewissen Romantik einher. Ihre Tagträume haben eine traurige Grundstimmung, verfügen aber auch über eine romantische Weltansicht, die geradezu einen schönen Weltschmerz verursacht. Aus dieser Melancholie können sich sogar einige Vorzüge bilden, die der Gesellschaft förderlich sind, in der heutigen Leistungsgesellschaft oft jedoch eher wenig Anklang finden.

Melancholie und Weltschmerz

Melancholie und Weltschmerz gehen Hand in Hand. Weltschmerz greift das bittersüße Gefühl der Melancholie auf, das mit Romantik und gleichzeitig Trauer einhergeht. Es beschreibt den Schmerz, der mit der Erkenntnis einhergeht, dass das eigene Dasein und die Welt an sich unzulänglich erscheinen. Alles ist vergänglich und fehlerhaft, verfügt aber dennoch über Schönheit. Geprägt wurde der Begriff von dem deutschen Schriftsteller Jean Paul, der die Epochen der Klassik und Romantik maßgeblich beeinflusste.

Vorzüge von Melancholie

Vorzüge von Melancholie

Melancholie gilt oft als Schwäche. Zwar kann zu viel Trübsinn die Lebenslust mindern, doch kann Melancholie auch positive Aspekte mit sich bringen und dich im Leben sogar voranbringen. Denn nur wer sich ab und an abgeschlagen und schwermütig fühlt, ist auch bereit sich weiterzuentwickeln, zu hinterfragen und etwas zu ändern – und das benötigt Zeit, die sich Melancholiker gerne nehmen.

Empathie

Melancholiker sind sehr sensible Menschen. Sie reagieren sowohl auf ihre eigene Gefühlswelt als auch auf die ihrer Mitmenschen. Darum können sie sehr empathisch auf ihre Mitmenschen reagieren. Ihnen fällt es nicht schwer, sich in ihre Mitmenschen einzufühlen und ihren Gefühlen angemessen zu begegnen. Sie kennen sowohl Freude als auch Trübsinn, sehen nicht immer alles positiv und können so auch negative Stimmungen nachempfinden.

Aufmerksamkeit

Allgemein sind Melancholiker sehr aufmerksame Menschen. Kleinigkeiten fallen ihnen eher auf, auch weil sie sich Zeit für die kleinen Dinge des Lebens nehmen. Sie machen sich viele Gedanken und begegnen ihrer Umwelt somit aufmerksamer als andere Menschen. Ihr Trübsinn sorgt auch dafür, dass sie nicht direkt in überschwängliche Begeisterung verfallen, wenn etwas gut zu sein scheint. Sie beobachten aufmerksam, was weiterhin passiert und können so mögliche Unstimmigkeiten feststellen.

Kreativität

Kreativität als Vorzug von Melancholie

Egal ob Musiker oder Maler – viele Künstler sind Melancholiker. Ihr Leiden verarbeiten sie in Kunst, Schönheit und philosophischen Denkweisen. Sie hinterfragen und schöpfen daraus neue schöpferische Kraft, die sie für ihre Werke nutzen. Aus ihrer Nachdenklichkeit, kritischen Weltsicht und ihrer Schwermut ziehen sie Eindrücke, die sie für ihre Kunst verwerten. So können sie sowohl Hoffnungen als auch Enttäuschungen auf eine kreative Art und Weise ausdrücken – und so auch andere Menschen mit ihrer Kunst bereichern, die sich darin eventuell wiederfinden.

Kritische Denkweise

Melancholiker sind von Natur aus besonders kritisch. Sie hinterfragen und suchen Unstimmigkeiten, auch wenn ein Sachverhalt noch so lukrativ erscheint. Dieses Misstrauen bewahrt sie allerdings auch davor, hintergangen zu werden. Sie können die Absichten anderer Menschen schnell durchschauen und lassen sich nicht beeinflussen. Im Gegenteil: Sie reflektieren ihr eigenes Handeln und das ihrer Mitmenschen. Auch ihre Umwelt ist nicht vor ihrer kritischen Denkweise sicher. Sie nehmen Strukturen nicht als gegeben an und sehen mögliche Ungerechtigkeiten. Auch darum verfallen sie oft der Traurigkeit, treiben so aber auch Veränderungen voran.

Introvertiertheit

Viele Melancholiker sind gleichzeitig introvertiert. Sie entziehen sich dem Trubel des Alltags und nehmen sich viel Zeit für sich selbst. Nachdenken, Ruhe und Alleinsein sind essentiell, damit sie mit ihrem schwermütigen Gemütszustand klarkommen. Als Introvertierte müssen sie alleine ihre Eindrücke verarbeiten und tanken so neue Kraft. Introvertiertheit hat aber auch zahlreiche Vorteile. So können Introvertierte gut zuhören, sind gewissenhaft, zuverlässig und denken vorausschauend. Welche positiven Eigenschaften Introvertierte noch haben, erfährst du hier.

Besonnenheit

Melancholiker gelten als besonnen. Auch in stressigen Situationen bewahren sie Ruhe und lassen ihren Verstand entscheiden. Impulsive Taten sind für Melancholiker dagegen untypisch. Sie verfügen über eine gewisse Selbstbeherrschung, ihre Taten sind also stets überlegt. Unterstützend ist dabei ihre reflektierte und kritische Denkweise, die vernünftige Entscheidungen begünstigt und ihre Besonnenheit somit verstärkt.

Das hilft dir bei echter Schwermut

Das hilft dir bei echter Schwermut

Obwohl Melancholie viele positive Aspekte mit sich bringt, kann sie doch belastend sein, wenn sie überhandnimmt. Vor allem heutzutage, wo Langsamkeit und Bedächtigkeit oft keinen Platz finden, kann Melancholie wie eine Schwäche wirken. In einer hektischen Welt bleibt nur wenig Zeit für Nachdenklichkeit und Tagträume. Das kann Melancholiker überfordern und Depressionen auslösen. Was dir hilft, wenn dich deine Schwermut belastet, erfährst du im Folgenden.

Entspannen

Wenn dir deine Melancholie zusetzt und du immer mehr in deinem Trübsinn versinkst, solltest du dir eine Ruhepause gönnen und für Entspannung sorgen. Vor allem wenn deine Schwermut aus zu viel Stress herrührt, kann dir ein bisschen Entschleunigung helfen. Wenn du zu Melancholie neigst, reagierst du vermutlich sehr sensibel auf deine Umwelt. Das kann schnell überfordern. Versuche deine Gedankengänge zu beruhigen und dich auf den Moment zu konzentrieren.

Entspannungstechniken wie Meditation, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung und Atemübungen können dir dabei helfen. Auch kleine Gesten im Alltag können schon zu deiner Entspannung beitragen. Du könntest beispielsweise im Hintergrund Entspannungsmusik laufen lassen, mit beruhigenden Düften in Form von ätherischen Ölen wie Lavendelöl arbeiten oder dir eine entspannende Massage gönnen.

In die Natur gehen

Frische Luft kann wahre Wunder bewirken. Wenn du zu lange in der Wohnung sitzt und deinen Gedanken hinterher hängst, kann das deine Melancholie noch verstärken. Gehe darum regelmäßig vor die Tür, mache einen Waldspaziergang oder sogar Sport in der freien Natur. Bewegung setzt das Glückshormon Serotonin frei, wodurch du dich gleich besser fühlst. Die Natur bietet dir eine freundlichere Umgebung, um deine Gedanken schweifen zu lassen. Sie wirkt beruhigend und reduziert Stresshormone. So kannst du leichter positive Gedanken fassen.

Gedanken kreativ verarbeiten

Melancholiker profitieren besonders davon, wenn sie ihrer Schwermut kreativ Ausdruck verleihen. Dabei ist es egal, ob du deine Gedanken aufschreibst, in einem Gemälde verarbeitest oder mithilfe von Musik ausdrückst. Auf diese Weise kannst du dich von der Last befreien, die trübsinnige Gedanken in deinem Kopf verursachen. Du schaffst Platz für neue positive Gedanken, gleichzeitig helfen dir diese Tätigkeiten beim Entspannen.

So hat Malen und Zeichnen beispielsweise eine meditative Wirkung. Tagebuchschreiben kann dich nachgewiesenermaßen dabei unterstützen, Kummer zu verarbeiten und eine positivere Denkweise begünstigen. Auch Musik ist ein wahrer Stimmungsheber, vorausgesetzt es handelt sich um fröhliche Musik. Wenn du eigene Musik machst, kannst du deine Gefühle ebenfalls sehr gut ausdrücken und somit besser verarbeiten. Weiterer Pluspunkt: Du freust du dich über das selbstkreierte Werk, das aus deiner Melancholie hervorgegangen ist.

Gesellig sein

Geselligkeit hilft bei Schwermut

Damit dein Trübsinn nicht auch noch in Einsamkeit mündet, solltest du dich regelmäßig mit Menschen umgeben, die dir am Herzen liegen. Das können sowohl Freunde als auch Familienmitglieder sein. Auf keinen Fall solltest du dich zuhause verschanzen. Das kann deine Traurigkeit und deine negativen Gefühle noch verstärken. Du musst keine großen Unternehmungen starten. Oft reicht es schon einfach zu reden und deine Gedanken mit jemand anderem zu teilen. Wenn du nicht reden, aber trotzdem Zeit mit Freunden und Familie verbringen möchtest, könnt ihr beispielsweise ins Kino gehen oder einen gemütlichen Fernsehabend machen.

Melancholie akzeptieren

Als Melancholiker solltest du deine Eigenarten akzeptieren, um glücklich mit ihnen leben zu können. Du kannst nicht plötzlich ein aktiver und impulsiver Mensch werden, wenn du eher zu Melancholie neigst und wohl überlegt handelst. Nur weil von der heutigen Leistungsgesellschaft vor allem Macher profitieren, heißt das nicht automatisch, dass Nachdenklichkeit, Besonnenheit und Introvertiertheit schlecht sind. Die Gesellschaft braucht Menschen mit diesen Eigenschaften, die Strukturen hinterfragen, Sachverhalte kritisch betrachten und auf Mitmenschen eingehen. All diese Eigenschaften bringt der Melancholiker mit. Auch wenn sein Handeln nicht impulsiv erfolgt, sondern von Langsamkeit und Bedächtigkeit geprägt ist, sind seine Handlungen doch stets wohl überlegt und reflektiert, so dass er für diese einstehen kann – und einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft liefert.

Versucht sich der Melancholiker jedoch zu ändern und will sich anpassen, kann Melancholie zur Belastung werden und in einer tiefen Traurigkeit und Antriebslosigkeit münden, da er den Sinn seiner Taten nicht mehr erkennt. Schaffst du es allein nicht aus deiner Melancholie heraus, solltest du dir unbedingt professionelle Hilfe suchen.

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