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Minimalismus: 7 Tipps für ein bewussteres Leben

Weniger ist mehr – damit spielt der Trend um Minimalismus. Nicht Wenige misten neuerdings ihre Kleiderschränke oder gar ihre ganzen Wohnungen aus, um bewusster zu leben. Was hat es damit auf sich? Wir gehen dem Minimalismus auf den Grund und geben Tipps für ein bewussteres Leben.

Was Minimalismus ist

Schon der amerikanische Philosoph Henry David Thoreau beschrieb es 1852 in seinem berühmten Werk „Walden“: den Minimalismus. Thoreau hatte zwei Jahre lang allein in einer abgeschiedenen Hütte am Walden-See gelebt und damit der Massengesellschaft den Rücken gekehrt. Was damals schon Thoreau in Massachusetts machte, tun heutzutage immer mehr Menschen auf der ganzen Welt. Sie verabschieden sich von einem Leben im Überfluss und beschränken sich nur noch auf den nötigsten Konsum. Minimalismus geht gleichzeitig mit der Zero-Waste-Bewegung einher, deren Anhänger (Plastik-)Müll minimieren oder sogar komplett vermeiden möchten.

Laut Duden bedeutet Minimalismus „bewusste Einschränkung auf ein Minimum bzw. auf das Nötigste“. Viele Menschen leben nach diesem Motto. Sie reduzieren ihren Konsum und ihr Eigentum auf eine bestimmte Anzahl an Gegenständen und versuchen für jedes neugekaufte ein altes Teil zu verkaufen. Andere sehen es nicht ganz so eng und versuchen ihren Konsum allgemein zu reduzieren. Minimalismus zeichnet sich vor allem durch die bewusste Minimierung von Konsum aus.

Daher sollte sich jeder, der sein Leben minimalistisch gestalten möchte, eine Frage stellen: Was ist mir im Leben wirklich wichtig? Diese Frage kannst du auf Gegenstände, Beziehungen und Freizeitaktivitäten anwenden. Dann geht es an das Sortieren. Unnütze Gegenstände, toxische Beziehungen und unliebsame Freizeitaktivitäten solltest du aus deinem Leben verbannen. Du wirst merken, dass du dich danach freier fühlst. So hast du Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben und bringst Struktur und Klarheit in dein Leben.

Entrümpeln: Wie du beginnen kannst

Entrümpeln: Wie du beginnen kannst

Wenn du dich dazu entschieden hast minimalistisch zu leben, ist es oft schwer den ersten Schritt zu gehen und dich von einigen Gegenständen zu trennen. An vielen Dingen hängen alte Erinnerungen. Wahrscheinlich glaubst du, dass du das Ein oder Andere irgendwann noch einmal brauchen könntest. Minimalismus bedeutet, sich von diesen Trugschlüssen zu befreien. Wie du lernst loszulassen, erfährst du hier.

Viele Menschen sammeln beispielsweise über Jahre hinweg immer mehr Kleidung an und stehen morgens überfordert vor ihrer Kleiderflut. Circa 40 Prozent davon werden einmal so gut wie ungetragen im Müll landen. Sachen, die nicht mehr in die Wohnung passen, werden im Keller gelagert bis dieser überquillt. Über 10.000 Gegenstände besitzt der durchschnittliche Europäer.

Die meisten Gegenstände werden wenig bis gar nicht genutzt – und wahrscheinlich könnten die Meisten spontan nicht einmal einhundert Gegenstände aufzählen. Deshalb lohnt es sich zu entrümpeln. Es gibt viele Möglichkeiten, wie du das Unterfangen angehen kannst:

Entrümpeln mit Korb

Bei dieser Methode nimmst du dir einen Korb oder eine Tasche, läufst durch deine Wohnung und packst alles hinein, was du loswerden möchtest. Das kann sich wie Shopping anfühlen, nur dass du genau das Gegenteil machst. Die Dinge, die dir nicht mehr gefallen und sich als unnütz erwiesen haben, kannst du in den Korb legen. Dies machst du solange bis der Korb voll ist. Dann stellst du ihn beiseite und wiederholst das Prozedere am nächsten Tag. So kommst du einem minimalistischen Leben jeden Tag ein Stückchen näher.

Wenn du Probleme hast zu entscheiden, welche Dinge du behalten und welche du weggeben möchtest, können dir einige Fragen helfen, die du dir in diesem Fall stellen kannst:

  1. Wie häufig habe ich den Gegenstand in den letzten Monaten genutzt?
  2. Kann ich diesen Gegenstand durch andere Dinge ersetzen?
  3. Habe ich die Möglichkeit den Gegenstand bei Bekannten oder öffentlichen Stellen zu leihen?

Wird dir nach diesen Fragen klar, dass du diesen Gegenstand in letzter Zeit nicht gebraucht hast und leicht ersetzen kannst, solltest du ihn vermutlich aussortieren. Bist du dir dennoch unsicher und hängst noch daran, kannst du ihn für einige Monate in einen Karton packen. Nach gegebener Zeit holst du ihn wieder hervor und wiederholst die Fragen. Nun kannst du entscheiden, ob du ihn behalten möchtest oder aussortierst.

Entrümpeln nach Gefühl

Eine andere Methode zum Entrümpeln ist die nach Gefühl. Anstatt dich nach der Nützlichkeit des Gegenstandes zu fragen, hörst du hier auf dein Bauchgefühl. Dazu fragst du dich bei jedem Gegenstand, welche Gefühle er in dir auslöst. Wenn ein Gegenstand dich glücklich macht oder dir Freude bereitet, kannst du ihn behalten. Ist er dir dagegen egal oder löst sogar negative Gefühle in dir aus, sortierst du ihn aus.

Am besten funktioniert diese Methode, wenn du die Gegenstände zuvor nach Kategorien sortierst. Das heißt, du legst Teller zu Teller, Buch zu Buch und Kleid zu Kleid. Dann schaust du dir jeden Gegenstand einzeln an und fragst dich, welche Gefühle du mit ihm verbindest. Du arbeitest dich von Alltagsgegenständen bis zu persönlichen Objekten durch. Achte darauf, dass du erst eine Kategorie abschließt, bevor du mit einer neuen beginnst. So kannst du deine Reaktion auf die einzelnen Gegenstände besser vergleichen.

Entrümpeln Cold Turkey

Mit dieser Methode versuchst du die erste Hemmschwelle zu überwinden, indem du dich gleich am Anfang von einem Gegenstand trennst, der dir sehr am Herzen liegt, doch auf den du verzichten kannst. Wichtig ist, dass du ihn nicht wegwirfst, sondern in gute Hände gibst. Du kannst ihn beispielsweise verkaufen oder an einen guten Freund verschenken. Wahrscheinlich wirst du erst einmal traurig sein und dem Gegenstand vielleicht sogar nachtrauern. Durch diese Erfahrung härtest du jedoch ab und kannst in Zukunft leichter andere Gegenstände aussortieren.

Nach kurzer Zeit wirst du wahrscheinlich merken, dass du diesen Gegenstand für ein glückliches Leben gar nicht brauchst und deine Zufriedenheit völlig unabhängig von materiellen Gütern ist. Wenn du dieses Gefühl im Hinterkopf behältst, kannst du besser darüber urteilen, ob du einen Gegenstand für dein Glück brauchst oder nicht.

Entrümpeln als Experiment

Diese Methode ist besonders radikal und wahrscheinlich nichts für jedermann, denn du wirst den Großteil deiner Besitztümer aussortieren. Sie besteht darin, dass du jeden deiner Gegenstände in Kartons verpackst bis sich dein ganzer Besitz darin befindet. In den nächsten Tagen ziehst du nur dann Dinge heraus, wenn du sie wirklich benötigst. Du lebst sozusagen aus dem Koffer. Nach einigen Tagen merkst du, dass du nur noch selten an die Kartons gehst, um Gegenstände herauszunehmen. Dann hast du bereits alle wichtigen Gegenstände beisammen. Den Rest könntest du nun aussortieren. Es lohnt sich dennoch, noch einmal durch die Kartons zu schauen, um persönliche Gegenstände herauszunehmen, die dir wichtig sind, im Alltag jedoch nicht oft gebraucht werden. Dazu kannst du auf die Gefühlsmethode zurückgreifen.

Das kannst du mit den aussortierten Gegenständen machen

Wenn du erst einmal entrümpelt hast, musst du dir überlegen, was du mit den aussortierten Gegenständen machst. Es gibt viele Möglichkeiten, wie du sie loswerden kannst. Die einfachste Methode wäre natürlich einfach alles wegzuschmeißen. Dies geht schnell und einfach, doch viele Dinge sind wahrscheinlich noch kaum gebraucht und viel zu schade, um sie wegwerfen. Deshalb lohnt es sich nach anderen Methoden Ausschau zu halten. Vieles kannst du bestimmt verschenken oder spenden. Einige Dinge, die dir unnütz erscheinen, können für andere nützlich sein. Frag deshalb in deinem Freundes- und Bekanntenkreis, ob manche von ihnen durch deine aussortierten Dinge schauen und gegebenenfalls etwas mitnehmen möchten. Den Rest kannst du wohltätigen Organisationen spenden. So musst du nur alte und kaputte Gegenstände wegwerfen und kannst deinen Müll ebenso wie deine Gebrauchsgegenstände minimieren.

Wie du dein minimalistisches Leben gestalten kannst

Wie du dein minimalistisches Leben gestalten kannst

Wenn du den ersten Schritt gemeistert, deine komplette Wohnung entrümpelt und die aussortierten Gegenstände entsorgt hast, solltest du versuchen das Konzept des Minimalismus’ in den Alltag zu integrieren. Das ist gar nicht so schwer, wie du anfangs vielleicht glauben magst. Mittlerweile gibt es viele Stellen und Organisationen, die sich mit Minimalismus beschäftigen und dich bei deinem Vorhaben unterstützen können.

Gegenstände tauschen, leihen und reparieren

Heutzutage ist es oft üblich, dass man kaputte Dinge wegschmeißt, anstatt sie zu reparieren. Das ist jedoch oftmals gar nicht nötig, denn für wenig Geld kannst du Kleidung beispielsweise flicken oder umnähen lassen. Noch günstiger ist es, wenn du dich selbst daran setzt und Dinge selbstständig reparierst. Wie du die ersten Schritte als Näh-Anfänger meisterst, kannst du in diesem Ratgeber erfahren. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten Gegenstände zu leihen, anstatt sie sich neu anzuschaffen. Im Baumarkt kannst du zum Beispiel viele Elektrogeräte leihen, die du für den Garten oder Bauarbeiten benötigst. Wenn du gerne liest, musst du nicht zwangsläufig jedes Buch besitzen. Du kannst dir viele Bücher kostenlos in einer Bibliothek ausleihen. Auch viele Alltagsgegenstände wie Kaffeemaschinen und Kinderwagen kannst du dir über Online-Portale leihen.

Auch wenn es um Kleidung geht, hast du die Möglichkeit einzelne Kleidungsstücke gratis zu tauschen. Sogenannte Kleidertauschparties liegen im Trend. Dort ist es möglich im Gegenzug für gespendete Kleidungsstücke andere Teile mitzunehmen. So kannst du deinen Kleiderschrank trotz Minimalismus immer wieder gratis aufpeppen. Wenn es um Fortbewegungsmittel geht, hast du ebenso eine große Auswahl. Fahrräder kannst du dir beinahe in jeder großen Stadt leihen. Leihstellen gibt es an unzähligen Straßenecken. Bei Autos ist es ähnlich. Oft ist es möglich ein Auto für wenig Geld ein paar Stunden auszuleihen. Bist du auf ein Auto angewiesen, kannst du es mit CarSharing versuchen, bei dem du dir ein Auto mit anderen Menschen teilen kannst.

Bewusst konsumieren

Bei Minimalismus geht es um bewussten Konsum. Das solltest du dir in allen Lebenslagen im Hinterkopf behalten. Bevor du dir etwas Neues anschaffst, solltest du dir genau überlegen, ob du es wirklich benötigst. Vor allem Werbegeschenke und Prämien landen meist im Müll, weil sie gerne angenommen, aber nicht genutzt werden. Dieses Motto kannst du auch auf Lebensmittel übertragen. Viele Menschen verbinden Minimalismus mit Veganismus und verzichten auf alle tierischen Produkte von Lebensmitteln über Kosmetik bis Kleidung. Andere versuchen ihren Müll zu reduzieren und kaufen in sogenannten Unverpackt-Läden ein, in denen auf Plastikverpackungen verzichtet wird und man sich Müsli, Öl und Shampoo in mitgebrachte Gefäße füllen kann. Organisationen wie FoodSharing sorgen außerdem dafür, dass weniger Lebensmittel weggeschmissen werden, indem sie aussortierte Nahrungsmittel bei Supermärkten und Bäckereien abholen und kostenlos verteilen. Manche Minimalisten bauen ihre Lebensmittel sogar selbst an, um noch bewusster zu konsumieren.

Gegenstände sichtbar machen

Wenn du deine Besitztümer sichtbar in deiner Wohnung lagerst, behältst du leichter einen Überblick. So kannst du besser einschätzen, was und ob du etwas benötigst. Das hat den Vorteil, dass du direkt weißt, wo du etwas lagerst und sparst Zeit, die du sonst wahrscheinlich mit suchen verbringen würdest. Dinge, die du nicht benötigst, fallen dir schneller ins Auge und du kannst neuen Platz schaffen. Wenn du auch deine Möbel aussortierst, hast du mehr Platz und viele offene Flächen in deiner Wohnung. Du verbringst weniger Zeit mit Aufräumen und Putzen. Benötigst du doch einmal ein neues Möbelstück, kannst du versuchen es mit einfachen Mitteln selbst herzustellen. Das ist nicht nur günstiger, sondern du hast auch eine ganz andere Einstellung zu deinem Besitz.

Minimalismus: Das sind die Vorteile

Minimalismus hat viele Vorteile – sowohl finanziell als auch gesundheitlich. Wer minimalistisch lebt, konsumiert weniger und spart dadurch Zeit und Geld. Das macht dich gelassener, denn du hast weniger Geldsorgen, Verpflichtungen und Entscheidungen zu treffen. Mit einem minimalistischen Leben kannst du einiges an Ballast abwerfen, weil du dir weniger Gedanken über neueste Trends und neue Anschaffungen machen musst. Das hebt außerdem deine Laune. So kann sich auch dein Schlafrhythmus verbessern, was dich wiederum leistungsfähiger macht. Allgemein kann sich Minimalismus positiv auf deine Gesundheit auswirken, denn du ernährst dich bewusster, gehst öfter zu Fuß und verbringst mehr Zeit an der frischen Luft.

Minimalismus bedeutet nicht unbedingt, dass ein radikaler Lebenswandel stattfinden muss. Schon kleine Veränderungen und bewussteres Einkaufen können sich positiv auf deinen Geldbeutel und dein Gemüt auswirken. Wenn du nicht bereit dazu bist den Großteil deines Besitzes wegzugeben, kannst du trotzdem einige Punkte in deinen Alltag integrieren, die dich konsumunabhängiger und damit freier machen.

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