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Selbstreflexion: 9 Tipps und 4 Übungen zur besseren Selbstbewertung

Sich selbst einzuschätzen, das ist eine echte Herausforderung. Zu schnell sind wir betriebsblind, überkritisch oder selbstverliebt. Zum Glück kann man auch die Selbstreflexion lernen.

Definition: Selbstreflexion – was ist das eigentlich?

Selbstreflexion könnte man auch Selbsterkenntnis nennen. Gemeint ist damit die Fähigkeit, sich selbst zu hinterfragen und realistisch-kritisch zu betrachten. Bei der Selbstreflexion geht es zum Beispiel darum, herauszufinden, warum wir etwas tun und welche Emotionen oder Gründe uns immer wieder antreiben. Es sind aber auch andere Aspekte wichtig:

  • Was kann ich gut, was eher nicht?
  • Welchen Anteil hatte ich an den Fehlern, aber auch an den Erfolgen der Vergangenheit?
  • Was ist mir wirklich wichtig?
  • Was fehlt mir im Leben? Und warum sorge ich nicht dafür, dass ich es bekomme?

Selbstreflexion ist auch spirituell

Selbstreflexion hat nach dieser Definition also einerseits eine spirituelle Komponente: Es geht um inneres Wachstum. Andererseits hat die Selbsterkenntnis aber ganz konkrete Vorteile für deinen Alltag: Sie kann die Basis für mehr Glück und Erfolg sein, sie ermöglicht es dir, aus deinen Fehlern zu lernen oder auf die Dinge hinzuarbeiten, die dir wirklich wichtig sind. Und: Selbsterkenntnis macht dich authentisch und verhindert, dass du dich in den Zwängen der Außenwelt selbst verlierst.

Du wirst mit mehr Selbstreflexion besser in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen, die dir gut tun. Und du wirst besser mit Konflikten umgehen können, weil du weniger schnell auf „Autopilot“ schaltest, wenn du weißt, was dich antreibt oder triggert. Genügend Gründe, um an der Selbstwahrnehmung zu arbeiten, oder?

Tipps für mehr Selbstreflexion

Selbstreflexion braucht Zeit

Wenn du dir vorstellst, mit ein paar Übungen in den nächsten drei Wochen sei alles getan, dann muss ich dich leider enttäuschen. Selbstreflexion ist ein langwieriger Prozess, der unter Umständen viele Jahre dauern kann und immer schrittweise vorwärtsgeht. Wenn du dich auf diesen Weg machst, musst du also eine gewisse Zeit einplanen, und zwar immer wieder. Doch natürlich helfen dir auch schon die kleinen Schrittchen weiter, die du machst. Jede neue Erkenntnis bildet ein Puzzleteil, das dir hilft, dich selbst besser kennenzulernen.

Grundvoraussetzung: Ruhe

Im Alltagsstress hast du kaum Möglichkeiten, dich mit dir selbst zu beschäftigen. Dafür ist unser Alltag mit all seinen Terminen, Verpflichtungen und Notwendigkeiten viel zu sehr vom Außen bestimmt. Um dich mit deinem Inneren beschäftigen zu können, brauchst du Ruhe und Entspannung. Schaffe deshalb Zeitfenster, die deiner Entspannung dienen und nur dir gehören.

Übe regelmäßig und schaffe Routinen

Wenn du über einen längeren Zeitraum am Thema Selbstreflexion dranbleiben möchtest (und das wird notwendig sein), brauchst du feste Gewohnheiten. Die meisten Forscher sagen, dass es mindestens 21 Tage braucht, bis eine Handlung zur Routine geworden ist. Bleib also vor allem am Anfang dran und übe täglich.

Reflektiere herausfordernde Situationen

Neben den täglichen Fragen, die du dir stellen kannst (Genaueres erfährst du bei den Übungen), ist es auch wichtig, schon vergangene Situationen zu reflektieren. Nach jeder schwierigen Situation – egal, ob sie für dich gut oder schlecht ausgegangen ist – solltest du noch einmal genauer nachhaken, was eigentlich passiert ist. Warum hast du dich so verhalten, wie du es getan hast? Was hättest du anders machen können? Welche Schritte haben zum Erfolg oder Misserfolg geführt? Auf diese Weise kannst du Erfolge leichter wiederholen oder aus Fehlern lernen.

Bereite dich auf Herausforderungen vor

Selbsteinschätzung hilft auch beruflich

Umgekehrt kannst du deine Reflexionsfähigkeit auch nutzen, um dich auf schwierige Situationen vorzubereiten. Bekannt ist das zum Beispiel vor einem Vorstellungsgespräch: Du wirst immer wieder den Ratschlag finden, dich vor dem Gespräch intensiv mit verschiedenen Fragestellungen rund um dich und den neuen Job auseinanderzusetzen. Doch das geht natürlich auch bei sehr vielen anderen Gelegenheiten: einem Kundengespräch, einem Konfliktgespräch im Freundeskreis oder der Familie, einem großen Auftrag, den du an Land ziehen möchtest, einer Aufgabe, die dir Angst macht und so weiter. Nimm dir die Zeit, dir genauer anzuschauen, was dich wahrscheinlich erwarten wird und wie du sinnvoll darauf reagieren kannst.

Nimm dich selbst ernst

Bei der Selbstreflexion geht es in erster Linie um dich selbst. Und das bedeutet auch: Du kannst und solltest deine Wahrnehmungen und Empfindungen ernst nehmen. Selbst wenn sie dir vielleicht zunächst albern vorkommen sollten: Sie haben ihren Ursprung und ihre Berechtigung.

Sei ehrlich

Manche Menschen sind wahre Meister im Selbstbetrug. Selbstreflexion ist das genaue Gegenteil davon. Es geht nicht darum, dich möglichst gut dastehen zu lassen, sondern darum, möglichst viel über dich herauszufinden. Erkenne deshalb auch an, dass du selbst Anteile an vergangenen Problemen hast.

Sei gnädig mit dir selbst

Umgekehrt solltest du aber auch nicht zu hart mit dir ins Gericht gehen. Mache dich selbst nicht schlecht, nicht einmal in Gedanken. Wenn du nur Negatives von dir selbst wahrnimmst, liegst du sicher nicht richtig.

Gleiche Innen- und Außenwahrnehmung ab – aber vorsichtig!

Es kann leicht vorkommen, dass unsere Wahrnehmung von uns selbst stark von der Außenwahrnehmung abweicht. Deshalb kann es hilfreich sein, auch mal die Meinung anderer einzuholen. Allerdings brauchst du dafür Menschen, denen du vertraust, die dir wohlgesonnen sind und die auch bereit sind, dir die Wahrheit zu sagen. Hast du solche Menschen? Dann frage sie doch mal, wie sie dich einschätzen.

Übungen für mehr Selbstreflexion

Dein Abendritual

Eine gute und sehr einfache Übung für mehr Selbstreflexion ist es, den Tag abends Revue passieren zu lassen. Mache es zu einem Teil deines Abendrituals, dir zum Beispiel zu überlegen, was heute gut gelaufen ist, was dein größter Erfolg war oder was du morgen verbessern möchtest. Achte allerdings darauf, dass du nicht grübelnd ins Bett gehst, das kann deinem Schlaf empfindlich schaden.

Tagebücher und Apps mit Reflexionsanregungen

Es gibt verschiedene Tagebücher oder Apps, die dich mit täglichen Fragen versorgen und zum Reflektieren anregen. Sie können gute Anregungen bieten, um dich immer wieder selbst zu hinterfragen.

Morgenseiten schreiben

Viele Menschen machen gute Erfahrungen mit den sogenannten Morgenseiten. So geht’s: Schreibe morgens Tagebuch, und zwar eine festgelegte Anzahl von Seiten. Gut geeignet sind zum Beispiel drei Din-A4-Seiten. Schreibe einfach alles auf, was dir einfällt, im Zweifelsfall ohne Punkt und Komma. Wenn du nicht mehr weißt, was du noch schreiben sollst, wiederholst du einfach das letzte Wort, bis es wieder weitergeht. Wenn du diese Morgenseiten regelmäßig schreibst, kommst du sicher zu vielen interessanten Erkenntnissen.

Meditieren

Meditieren bringt einerseits die ausreichende Ruhe und Entspannung, um Erkenntnisse über dich selbst zu gewinnen. Andererseits kannst du Meditationstechniken aber auch direkt zur Selbstreflexion einsetzen. Wenn du schon ein wenig Übung mit dem Meditieren hast, dann nimm dir beim nächsten Mal doch eine Frage oder ein Thema mit in die Meditation. Die besondere Atmosphäre, die beim Meditieren entsteht, bringt dir noch einmal ganz andere Erkenntnisse als das bloße Nachdenken.

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